{"id":12393,"date":"2007-11-10T19:52:04","date_gmt":"2007-11-10T19:52:04","guid":{"rendered":".\/?p=12393"},"modified":"2007-11-10T19:52:04","modified_gmt":"2007-11-10T19:52:04","slug":"12393","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12393\/","title":{"rendered":"Israel: Caf&#233;-Besch&#228;ftigte erringen Sieg"},"content":{"rendered":"<p>  In Ramat Aviv haben 36 Angestellte des Coffee To Go-Caf&#233;s einen Streik   f&#252;r die Anerkennung als Gewerkschaft und gegen die Verletzung ihrer   Arbeitnehmerrechte gewonnen. Das war der erste Streik, der je in einem   Caf&#233; in Israel stattgefunden hat.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Amnon Cohen<\/i><\/p>\n<p>  Es ist typisch f&#252;r diesen von Ausbeutung gekennzeichneten Sektor, wie   das Personal im Coffee To Go behandelt wurde. Die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung   kassiert die Trinkgelder der Besch&#228;ftigten, nimmt davon einen Teil f&#252;r   sich und benutzt einen weiteren Teil, um damit den KellnerInnen den   gesetzlich vorgeschriebenen &#220;berstunden-Lohn zu bezahlen. Den Rest   verteilt das Management dann willk&#252;rlich unter den Besch&#228;ftigten und   bevorzugt dabei die KellnerInnen, die der Gesch&#228;ftsleitung am n&#228;chsten   stehen.<\/p>\n<p>  Auf diesen Arbeitskampf hatte sich die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung vorbereitet,   Streikbrecher in Stellung gebracht und Schl&#228;ger angeheuert, um die   Streikenden einzusch&#252;chtern. Der Vorstandschef der Coffee To Go-Kette   versetzte einem Streikposten sogar einen Fausthieb. Strauss-Elite food   conglomerate, der Eigent&#252;mer der Kette, hatte damit gedroht, die   Streikf&#252;hrer auf jeweils 500.000 Schekalim (umgerechnet etwa 90.000,- &#8364;)   zu verklagen.<\/p>\n<p>  Die Streikenden organisierten 24-st&#252;ndige Streikposten, die auch von   AktivistInnen der sozialen Bewegung und Studierenden unterst&#252;tzt wurden.   Letztere hatten sich durch die j&#252;ngsten Studierendenstreiks   radikalisiert. Diese Streikposten waren &#252;beraus erfolgreich, indem sie   KundInnen vom Eintreten in die Filiale abhalten konnten und das, obwohl   die Filiale in einem der reicheren Stadtviertel Tel Avivs liegt.<\/p>\n<p>  Die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung hatte Schilder mit der Aufschrift: &#8222;Business as   usual &#8211; hier gibt es keinen Streik!&#8220; anbringen lassen und ihre Freunde   und Gesch&#228;ftspartner angekarrt, um diese als Kunden einzuschleusen. Sie   boten Leuten, die das Caf&#233; besuchten, sogar Gratis-Essen an. Die   Streikenden verteilten Flugbl&#228;tter, in denen zu einem &#246;ffentlichen   Boykott der Kette und dar&#252;ber hinaus zu gewerkschaftlicher Organisierung   auch an anderen Arbeitspl&#228;tzen aufgerufen wurde. Ein t&#228;glich   aktualisierter Internet-Blog wurde gepostet, Demonstrationen vor den   Filialen in Tel Aviv und Haifa halfen dabei, die Kampfmoral auf einem   hohen Level zu halten.<\/p>\n<p>  Coffee To Go steht in einer ganzen Reihe von Betrieben, wo es in den   letzten Monaten zur Organisierung der ArbeitnehmerInnen gekommen war.   Darunter Castro retail chain, JournalistInnen der Tageszeitung Haaretz,   das Coffee Tree Caf&#233; und Besch&#228;ftigte von Sicherheitsdiensten.<\/p>\n<p>  Ein Mitglied von Maavak Sozialisti ( &#8222;Sozialistischer Kampf&#8220;, Sektion   des CWI in Israel; Anm. d. &#220;bers.) spielte bei der Gr&#252;ndung der   Gewerkschaft bei Haaretz eine wichtige Rolle und wurde in den Vorstand   der neuen Gewerkschaft gew&#228;hlt. In den Kampf bei Coffee To Go waren wir   von Beginn an (wie andere AktivistInnen auch) involviert, um die   Besch&#228;ftigten dort beim Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen zu   unterst&#252;tzen und eine Strategie f&#252;r einen Streik zu entwickeln.<\/p>\n<p>  Der Streik bedeutet eine wichtige Entwicklung in der israelischen   Gesellschaft, bei der gewerkschaftliche Organisierung und k&#228;mpferische   Methoden des Kampfes bei einer neuen Generation von jungen ArbeiterInnen   immer mehr zum &#252;blichen Mittel werden.<\/p>\n<p>  Die aktive Teilnahme von ArbeitnehmerInnen an der Basis stellt ein neues   Merkmal des Kampfes dar, das auch w&#228;hrend des Streiks der LehrerInnen zu   beobachten ist, der mittlerweile die vierte Wochen andauert. Vom Streik   bei Coffee To Go wurde in der landesweiten Presse sowie in den   Fernsehnachrichten berichtet, und er dient als Inspiration f&#252;r eine   ganze Schicht von jungen, noch unorganisierten ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>  <i>Homepage der Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in   Israel: <a href=\"http:\/\/www.maavak.org.il\">www.maavak.org.il<\/a><\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In Ramat Aviv haben 36 Angestellte des Coffee To Go-Caf&#233;s einen Streik<br \/>\n      f&#252;r die Anerkennung als Gewerkschaft und gegen die Verletzung ihrer<br \/>\n      Arbeitnehmerrechte gewonnen. 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