{"id":12390,"date":"2007-11-12T00:00:03","date_gmt":"2007-11-12T00:00:03","guid":{"rendered":".\/?p=12390"},"modified":"2007-11-12T00:00:03","modified_gmt":"2007-11-12T00:00:03","slug":"12390","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12390\/","title":{"rendered":"Costa Rica: Soziale Bewegung am Scheideweg"},"content":{"rendered":"<p>  Hunderte &#8222;patriotische Komitees&#8220; sind in den vergangenen Monaten im   ganzen Land aus dem Boden geschossen, um den Widerstand gegen das   CAFTA-Freihandelsabkommen (spanisch TLC) zwischen Mittelamerika, den USA   und der Dominikanischen Republik zu organisieren. Beim Referendum am 07.   Oktober unterlagen sie knapp der von Washington unterst&#252;tzten   Maschinerie der CAFTA-Bef&#252;rworter; immerhin 48 Prozent stimmten gegen   das Abkommen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Victor Le&#243;n (Costa Rica)<\/i><\/p>\n<p>  Bereits drei Mal in den vergangenen Wochen haben sich Vertreter der   patriotischen Komitees landesweit versammelt und diskutiert, wie es   weiter gehen soll. Gemeinsam mit anderen Basisorganisationen, der   Umweltbewegung, religi&#246;sen Gruppen, Parteien und der radikalen Linken   einigten sich die Vertreter der patriotischen Komitees darauf, sich   nicht geschlagen zu geben und breiten Widerstand gegen das Paket aus 13   Gesetzen zu organisieren, mit welchen die Regierung Arias CAFTA umsetzen   m&#246;chte. Dazu geh&#246;ren die Privatisierung &#246;ffentlicher Betriebe und die   Anerkennung des umstrittenen Saatgutschutzabkommens UPOV sowie des   Vertrages von Budapest zu Patentrecht. Am 07. November soll es den   n&#228;chsten landesweiten Aktionstag geben.<\/p>\n<p>  Es gibt innerhalb der sozialen Bewegung aber auch Konfliktlinien, die   mit zunehmender Heftigkeit diskutiert werden. Moderate Kr&#228;fte wie die   &#8222;Republikanische Garde&#8220; um Elisabeth Fonseca, Fraktionschefin der   Mitte-Links-Partei PAC, setzen eher auf das Aushandeln einer &#8222;Agenda der   sozialen Abfederung&#8220; im Parlament. Die radikale Linke aus Trotzkisten,   Anarchisten und der kommunistischen &#8222;Vanguardia Popular&#8220; bekommt f&#252;r   ihre Forderung nach Generalstreik Zulauf. Zahlreiche Gewerkschafter des   &#246;ffentlichen Dienstes stimmen dieser zu, im Hafen von Puerto Lim&#243;n   bereiten sich die Kollegen auf einen Streik gegen die anstehende   Privatisierung vor und k&#252;rzlich gewann eine radikal-linke Liste die   AStA-Wahlen an der Universit&#228;t von Costa Rica (UCR). Zum ersten   nationalen Vernetzungstreffen am 20. Oktober hatten Kr&#228;fte der radikalen   Linken geladen; die breite Teilnahme an dem Treffen ist ein Beleg f&#252;r   deren Mobilisierungskraft.<\/p>\n<p>  Als Vermittler treten der Sprecher der CAFTA-Kritiker Eugenio Trejos,   Direktor der Technischen Universit&#228;t, und seine Verb&#252;ndeten   (Gewerkschaftsvorst&#228;nde, Akademiker, Linkspolitiker) auf. Trejos gilt   als moderat und redet der Einheit der Bewegung stets das Wort. Sie   bevorzugen Aktionen auf regionaler Ebene, erkl&#228;rten sich mit dem   landesweiten Protestag als &#8222;Testballon f&#252;r die Mobilisierungsf&#228;higkeit   der CAFTA-Gegner&#8220; aber erst einmal einverstanden.<\/p>\n<p>  Unterdessen hat der Gewerkschaftsdachverband CGT eine internationale   Solidarit&#228;tskampagne f&#252;r zwei ihrer Funktion&#228;re ins Leben gerufen. Die   Direktion des Nationalen Versicherungsinstitutes INS hat angek&#252;ndigt den   gewerkschaftlichen Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Luis Salas (zudem   Generalsekret&#228;r des CGT) und die Frauensekret&#228;rin der Hausgewerkschafzt   UPINS Alicia Vargas entlassen zu wollen. Die beiden Gewerkschafter haben   sich als entschiedene CAFTA-Gegner hervorgetan, deshalb sind sie dem   privatisierungsfreudigen Versicherungsvorstand ein Dorn im Auge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Hunderte &#8222;patriotische Komitees&#8220; sind in den vergangenen Monaten im<br \/>\n      ganzen Land aus dem Boden geschossen, um den Widerstand gegen das<br \/>\n      CAFTA-Freihandelsabkommen (spanisch TLC) zwischen Mittelamerika, den USA<br \/>\n      und der Dominikanischen Republik zu organisieren. 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