{"id":12388,"date":"2007-11-06T23:18:51","date_gmt":"2007-11-06T23:18:51","guid":{"rendered":".\/?p=12388"},"modified":"2007-11-06T23:18:51","modified_gmt":"2007-11-06T23:18:51","slug":"12388","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12388\/","title":{"rendered":"Berlin: Erfolgreiche Solidarit&#228;tsveranstaltung f&#252;r Lokf&#252;hrer"},"content":{"rendered":"<p>  Am Dienstag, 6.11., kamen rund 100 Personen zusammen, um &#252;ber gemeinsame   Aktionen zur Unterst&#252;tzung der streikenden GDLer zu beraten. F&#252;r Freitag   und Montag wurden Protestaktionen verabredet.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Johannes Ullrich, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Die von Berliner GDLern und der SAV initiierte Veranstaltung, zu der   auch die BASG sowie viele gewerkschaftliche AktivistInnen aus anderen   Branchen aufgerufen hatten, begann mit Enrico Forchheim, Vorsitzender   der GDL-Ortsgruppe S-Bahn Berlin. Das erste, was er betonte, war die   gro&#223;e Freude &#252;ber die zahlreichen Soliddarit&#228;ts-Emails und -anrufe, die   die Lokf&#252;hrer im Laufe der letzten Wochen bekommen haben. Dies und die   regelm&#228;&#223;igen Besuche anderer AktivistInnen in den Streiklokalen h&#228;tten   eine enorm positive Wirkung auf die streikenden KollegInnen gehabt. Sie   h&#228;tten zwar mit einer Hetzkampagne gegen sie gerechnet, wie sie ja   derzeit auch abl&#228;uft, aber nicht mit so viel Soilidarit&#228;t.<\/p>\n<p>  Danach ging er auf die Entwicklung des Kampfes um einen eigenst&#228;ndigen   Tarifvertrag ein und betonte, dass inzwischen die GDL-KollegInnen &#8222;so   die Schnauze voll haben, dass sie sich die Butter nicht mehr vom Brot   nehmen lassen&#8220;. Forchheim sagte au&#223;erdem, dass in Bezug auf die geplante   Privatisierung ein gewisses Umdenken bei den S-Bahn-KollegInnen   stattgefunden h&#228;tte, unter anderem mit Blick auf die Entwicklung im   DB-Konzern, bei dem sich die Besch&#228;ftigtenzahl seit dem   Privatisierungskurs halbiert habe. Man sehe schon, dass es ein Politikum   sei, und werde alles tun, damit die Angst der Bosse sich als berechtigt   herausstellen werde.<\/p>\n<p>  Als n&#228;chstes griff Lucy Redler, SAV- und BASG-Mitglied, die von   Forchheim gew&#228;hlte Selbstbezichtigung als &#8222;Verbrecher und Terrorist&#8220;   (beides als Beschimpfung der Streikenden in den letzten Wochen ge&#228;u&#223;ert)   auf und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass alle Anwesenden von   diesen Kriminellen lernen m&#246;gen. Sie ging auf die Scheinheiligkeit der   Bosse und deren Politiker ein, die einerseits 2.500 EUR Einstiegsgehalt   f&#252;r Lokf&#252;hrerInnen als zu hoch bezeichnen und andererseits (im Falle der   DB) 12 Millarden Euro in Aufk&#228;ufe &#8222;investieren&#8220; wollen statt ins   Eisenbahnnetz oder (im Falle der Bundestagsabgeordneten) sich die Di&#228;ten   um rund 700 Euro erh&#246;hen wollen.<\/p>\n<p>  Bezogen auf die Gastrede von DGB-Chef Sommer auf dem IG Metall-Kongre&#223;,   in der dieser zu &#8222;sozialem Frieden&#8220; aufgerufen und die Einheit der   Arbeiterklasse und der Gewerkschaften angemahnt hatte, machte Redler   klar, dass diese Einheit konkret im Kampf stattfinden m&#252;sse und nicht im   Verzicht liegen d&#252;rfe. Abschlie&#223;end schlug sie vor, diesen Freitag um 17   Uhr eine Aktion vor dem Verkehrsministerium zu machen, um aufzuzeigen,   wo die Verantwortlichen sitzen, und diesen Druck zu machen.<\/p>\n<p>  Markus Dahms, Betriebsrat bei Nokia Siemens, dr&#252;ckte seine Solidarit&#228;t   als &#8222;IG Metaller&#8220; aus. Er ging auf die positiven Auswirkungen eines   erfolgreichen Abschlusses der GDL ein: Erstens w&#252;rde dies einen herben   D&#228;mpfer f&#252;r die Privatisierungspl&#228;ne bei der Bahn bedeuten, zweitens   w&#252;rden endlich wieder offensive Lohnforderungen durchgesetzt, und   drittens w&#228;re es ein Erfolg f&#252;r das Streikrecht insgesamt. Bei letzterem   Punkt erw&#228;hnte er, dass der Delegiertenrat der IG Metall Berlin vor   kurzem einen Beschlu&#223; gefasst hat, im Falle eines ablehnenden Urteils   des s&#228;chsischen Landesarbeitsgerichtes einen Generalstreik zur   Verteidigung des Streikrechts zu fordern.<\/p>\n<p>  Abschlie&#223;end ging er auf eine Aussage von Enrico Forchheim ein, der   versichert habe, die GDL-Spitze um Schell, Weselsky und Kernchen habe   das volle Vertrauen der KollegInnen, und warnte die anwesenden GDLer,   ihrer F&#252;hrung nicht bedingungs- und kontrolllos zu vertrauen. Sie   sollten Streikkomitees und -versammlungen &#8222;von unten&#8220; organisieren, um   geplante Beschl&#252;sse diskutieren zu k&#246;nnen, damit die Streikleitungen   diese nicht hinter dem R&#252;cken der Belegschaften durchdr&#252;ckten. Als   negatives Beispiel verwies er auf den Streik bei BSH Berlin 2006.<\/p>\n<p>  Die Beteiligung an der anschlie&#223;enden Diskussion war sehr lebhaft. Unter   anderem wurde auf die derzeitige Protestwelle in Frankreich Bezug   genommen, die streikenden GDLer wurden aufgefordert, dass Thema   Privatisierung mehr auf die Tagesordnung zu setzen (insbesondere als   Mittel, die anhaltend hohe Zustimmung der Bev&#246;lkerung zum Streik auch in   Zukunft zu erhalten), und ein GDLer sagte im Hinblick auf die   rhetorische Frage von Lucy Redler, warum nicht Sommer, Lafontaine und   Huber neben ihr auf dem Podium sitzen w&#252;rden: &#8222;Wer im weichen Sessel   sitzt, &#228;ndert nichts an den harten Verh&#228;ltnissen.&#8220;<\/p>\n<p>  Stephan Kimmerle von der SAV griff die k&#228;mpferische Stimmung auf und   schlug vor, zus&#228;tzlich zur Aktion am Freitag vor dem Verkehrsministerium   eine Kundgebung vor der Gewerkschaftszentrale am Hackeschen Markt zu   machen, um auch den DGB-Spitzen zu verdeutlichen, dass sie aktive   Solidarit&#228;t &#252;ber sollten. Die Anwesenden verabredeten sich daf&#252;r zu   Montag 16 Uhr.<\/p>\n<p>  In seinem Schlusswort bedankte sich Enrico Forchheim noch einmal   ausdr&#252;cklich f&#252;r die geleistete Soliarbeit und versicherte, dass bei   zuk&#252;nftigen Arbeitsk&#228;mpfen anderer KollegInnen in anderen Branchen die   GDLer die Solidarit&#228;t zur&#252;ckgeben werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am Dienstag, 6.11., kamen rund 100 Personen zusammen, um &#252;ber gemeinsame<br \/>\n      Aktionen zur Unterst&#252;tzung der streikenden GDLer zu beraten. 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