{"id":12380,"date":"2007-11-16T00:14:59","date_gmt":"2007-11-16T00:14:59","guid":{"rendered":".\/?p=12380"},"modified":"2007-11-16T00:14:59","modified_gmt":"2007-11-16T00:14:59","slug":"12380","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12380\/","title":{"rendered":"Stuttgart 21 stoppen"},"content":{"rendered":"<p>  Ein Sturm der Entr&#252;stung geht durch Stuttgart<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Seit 1994 verfolgen die Unternehmer in Baden-W&#252;rttemberg, ihre   Parteien im Landtag und im Stuttgarter Stadtrat sowie das Management der   Bahn das Projekt Stuttgart 21. Dahinter steckt ein f&#252;nf Milliarden Euro   schwerer, haupts&#228;chlich durch Steuermittel finanzierter Umbau des   Stuttgarter Kopfbahnhofs zu einem tiefergelegten Durchgangsbahnhof, ein   neuer ICE-Bahnhof am Flughafen, ein unterirdischer innerst&#228;dtischer   Tunnelring und zus&#228;tzlich eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ulm.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Jahrelang sah es so aus, als ob das Projekt scheitern w&#252;rde. Die   konjunkturell bedingten sprudelnden Steuereinnahmen bei Land und Stadt   sind es, die Ministerpr&#228;sident G&#252;nther Oettinger, Oberb&#252;rgermeister   Wolfgang Schuster und Co. zu dem Gr&#246;&#223;enwahn trieben, S 21 durchzuziehen   und einen noch gr&#246;&#223;eren Anteil an der Finanzierung zu &#252;bernehmen. De   facto bekommt die zur Privatisierung anstehende Bahn AG von Stadt und   Land einen neuen Bahnhof und 60 Kilometer neue Trassen geschenkt.<\/p>\n<h4>  Kein Geld f&#252;r Soziales<\/h4>\n<p>  Die Entscheidung f&#252;r Stuttgart 21 im Sommer diesen Jahres hat eine Welle   der Emp&#246;rung ausgel&#246;st. Denn w&#228;hrend die Politiker behaupten, S 21 lie&#223;e   sich finanziell ohne Weiteres stemmen, gibt es kein Geld f&#252;r die   dringenden Bed&#252;rfnisse der Bev&#246;lkerung. Schulen sind in einem maroden   Zustand, es fehlen Kindergartenpl&#228;tze und Sozialwohnungen. F&#252;r einen   Sozialpass f&#252;r die 40.000 Hartz-IV-Empf&#228;nger fehlt angeblich auch das   Geld.<\/p>\n<p>  Der Mehrheit der Stuttgarter Bev&#246;lkerung ist auch klar, dass die   Innenstadt durch das Wahnsinnsprojekt noch mehr verkommerzialisiert und   verschandelt wird und der f&#252;r die Bev&#246;lkerung wichtige Nahverkehr zu   Gunsten von ICE-Verbindungen massiv verschlechtert wird.<\/p>\n<h4>  Wut und Gegenwehr<\/h4>\n<p>  Zu einer ersten Kundgebung vor dem Rathaus am 24. September kamen 5.000   Menschen, obwohl es keine Plakate f&#252;r die Mobilisierung gab und die   Lokalpresse erst am Tag selbst auf die Kundgebung hinwies. F&#252;r viele war   es die erste Demonstration, an der sie teilnahmen.<\/p>\n<p>  Ein B&#252;ndnis, in dem unter anderem die Initiative Leben in Stuttgart &#8211;   kein Stuttgart 21, Gr&#252;ne, DIE LINKE, ver.di-Ortsverband Stuttgart, die   GDL Bezirk S&#252;dwest, die SAV und diverse Umweltschutzorganisationen aktiv   sind, verlangt einen B&#252;rgerentscheid. Die Mehrheit im Gemeinderat lehnt   das ab. Deshalb wird versucht, diesen &#252;ber ein B&#252;rgerbegehren zu   erzwingen. Bis zum 15. November soll die gesetzliche H&#252;rde von 20.000   Unterschriften erreicht sein.<\/p>\n<p>  Schon jetzt ist klar, dass dies mit Leichtigkeit genommen wird. Bereits   19 Tage nach Beginn konnten 11.000 Unterschriften beim st&#228;dtischen   Wahlamt &#252;bergeben werden. Das Unterschriftensammeln ist ein echter   Selbstl&#228;ufer. Leute, die noch nie in ihrem Leben politisch aktiv waren,   sammeln in ihrem Bekanntenkreis oder auf der Stra&#223;e und spenden Geld f&#252;r   die Kampagne.<\/p>\n<p>  Die erste Reaktion der Pro-S-21-Fraktionen im Rathaus bestand darin,   sage und schreibe eine Million Euro f&#252;r eine PR-Kampagne zu beschlie&#223;en,   um die Propagandal&#252;gen f&#252;r S 21 auf allen Kan&#228;len zu verbreiten. Die   Gegner von S 21 macht das aber nur noch w&#252;tender.<\/p>\n<h4>  Gegen S 21 &#8211; mit welchem Programm?<\/h4>\n<p>  Die SAV hat es sich in der Kampagne zur Aufgabe gemacht, die   Hintergr&#252;nde von S 21 klarzumachen. S 21 ist nicht nur ein Projekt von   durchgeknallten Politikern. Diese Politiker handeln im Interesse des   durchgeknallten Systems Kapitalismus. S 21 kann man nicht trennen vom   geplanten B&#246;rsengang der Bahn und von der kapitalistischen   Standortkonkurrenz. Deshalb f&#252;hren wir den Kampf gegen S 21 mit der   Perspektive, den Kapitalismus insgesamt in Frage zu stellen und zu   bek&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Die SAV Stuttgart ist dar&#252;ber hinaus der Meinung, dass sich die   S-21-Gegner nicht auf einen B&#252;rgerentscheid verlassen d&#252;rfen. Wir sind   der Meinung, dass vor allem die Bereitschaft zu Massenprotesten und   zivilem Ungehorsam genutzt werden muss, um das Projekt zu Fall zu   bringen. Gerade den Gr&#252;nen, die sich derzeit an die Spitze des Protestes   stellen, halten wir entgegen, dass die Umweltbewegung, aus der die   Gr&#252;nen hervorgegangen sind, Projekte wie das AKW in Whyl oder die   Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf durch Massenproteste gestoppt   hat.<\/p>\n<p>  In der LINKEN Stuttgart setzt sich die SAV daf&#252;r ein, dass sie sich voll   einbringt in den Kampf gegen S 21 und eine Rolle dabei spielt, in den   Gewerkschaften Druck aufzubauen f&#252;r eine gewerkschaftliche Kampagne und   Kampfma&#223;nahmen gegen S 21.<\/p>\n<p>  Der Ortsverband der LINKEN in Bad Cannstatt, in der SAV-Mitglieder aktiv   sind, wird am 27. November eine &#246;ffentliche Veranstaltung gegen S 21   durchf&#252;hren, zu der auch ein Vertreter der GDL eingeladen ist. n<\/p>\n<p>  <i>Ursel Beck ist gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV und aktiv   im Ortsverband der LINKEN in Stuttgart\/Bad Cannstatt<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Ein Sturm der Entr&#252;stung geht durch Stuttgart\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[20],"tags":[198],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12380"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12380"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12380\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}