{"id":12372,"date":"2007-11-11T00:58:06","date_gmt":"2007-11-11T00:58:06","guid":{"rendered":".\/?p=12372"},"modified":"2007-11-11T00:58:06","modified_gmt":"2007-11-11T00:58:06","slug":"12372","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/11\/12372\/","title":{"rendered":"Frankreich: Hei&#223;er Winter?"},"content":{"rendered":"<p>  Am 18. Oktober hie&#223; es: Rien ne va plus &#8211; Nichts geht mehr<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Mitte Oktober fand in Frankreich ein massiver Streik statt: &#220;ber 70   Prozent aller Bahnarbeiter, 90 Prozent aller Lokf&#252;hrer protestierten   gegen die Angriffe auf ihre Rente. Strom-Besch&#228;ftigte schalteten in   Sarkozys Pr&#228;sidentenresidenz den Strom ab. Auch Arbeits- und Post&#228;mter   wurden bestreikt, LehrerInnen gingen auf die Stra&#223;e. Die Pariser Oper   Garnier sagte die Auff&#252;hrung von Verdis &#8222;La Traviata&#8220; ab, das   Schauspielhaus Comedie Francaise Molieres &#8222;Der eingebildete Kranke&#8220;.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Marie Rosa, Aachen<\/i><\/p>\n<p>  Im ganzen Land kam der Bahnverkehr zum Erliegen. Auch die U-Bahn und die   Busse standen in Paris und in vielen anderen St&#228;dten still.<\/p>\n<p>  Hier war die Beteiligung an den Streiks sogar h&#246;her als 1995. Damals   hatte die Jupp&#233;-Regierung ebenfalls versucht, die Rente zu demontieren.   Sie scheiterte vor zw&#246;lf Jahren aufgrund eines &#252;ber vier Wochen   andauernden Streiks im &#214;ffentlichen Dienst und wurde kurz darauf   abgew&#228;hlt.<\/p>\n<p>  Am 18. Oktober hatten alle Gewerkschaften im Bahnsektor gemeinsam zur   Arbeitsniederlegung aufgerufen. W&#228;hrend die Gewerkschaften SUD Rail und   Force Ouvriere den Streik am 19. und gar am Wochenende weiterf&#252;hrten,   bestanden die Vorst&#228;nde der gro&#223;en Verb&#228;nde CGT und CFDT darauf, den   Streik auf 24 Stunden zu beschr&#228;nken. Ihnen zum Trotz stimmten 95   Prozent der Arbeiter in den Bahnh&#246;fen von Paris, Marseille und Lyon f&#252;r   die Fortsetzung des Ausstands.<\/p>\n<p>  Die Sarkozy-Regierung wird nicht so leicht locker lassen. Denn f&#252;r sie   geht es um viel. Aus ihrer Sicht hinkt Frankreich im europaweiten   Vergleich beim neoliberalen Kahlschlag hinterher.<\/p>\n<p>  Die Besch&#228;ftigten im Transport- und Energiesektor sollen gezwungen   werden, statt 37,5 Jahre 40 und ab 2012 41 Jahre Beitr&#228;ge zahlen zu   m&#252;ssen, um eine Rente ohne Abstriche zu erhalten. Sarkozy hat sich   allerdings zum Frontalangriff entschieden. 23.000 Stellen im   &#214;ffentlichen Dienst sollen gestrichen werden. Die Privatisierung des   Gesundheitssystems wird vorbereitet. Ab Januar soll das Streikrecht im   Verkehrswesen ausgeh&#246;hlt werden (unter anderem mit einer dann gesetzlich   vorgeschriebenen Mindestbesetzung).<\/p>\n<p>  Die Medien wollten von den Anliegen der Streikenden ablenken, in dem sie   landauf landab &#252;ber die Scheidung von Cecilia und Nicolas Sarkozy   berichteten. Als diese Nachricht sich verbreitete, wurde das von   DemonstrantInnen in Le Havre aufgegriffen. Ihre Parole lautete:   &#8222;Cecilia, auch wir haben von Nicolas genug!&#8220;<\/p>\n<p>  Die Gewerkschaftsspitze versucht zu verhindern, dass eine breite   Protest- und vor allem Streikbewegung entsteht. Der Druck ist jedoch so   gro&#223;, dass sie bereits weitere Proteste ank&#252;ndigen musste. Zudem traten   eine Woche nach dem 18. Oktober auch die Besch&#228;ftigten bei Air France in   den Ausstand, um Gehaltserh&#246;hungen und bessere Arbeitsbedingungen   einzufordern. Es gibt also das Potenzial f&#252;r eine Massenbewegung gegen   Sarkozy &#8211; und das nur ein halbes Jahr nach seiner Amtseinf&#252;hrung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am 18. 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