{"id":12354,"date":"2007-10-23T00:40:41","date_gmt":"2007-10-22T22:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12354"},"modified":"2017-07-06T13:50:39","modified_gmt":"2017-07-06T11:50:39","slug":"12354","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/10\/12354\/","title":{"rendered":"BSH vor einem Jahr: Spektakul&#228;rer Streik"},"content":{"rendered":"<p>  Vor einem Jahr endete der Ausstand im Berliner   Bosch-Siemens-Hausger&#228;tewerk<\/p>\n<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/10-19\/001.php\">jungen   Welt, 19.10.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Vor einem Jahr wurde im Spandauer Bosch-Siemens-Hausger&#228;tewerk (BSH)   einer der spektakul&#228;rsten Arbeitsk&#228;mpfe, die in den vergangenen Jahren   in Berlin stattfanden, beendet. Spektakul&#228;r war dieser Konflikt in   verschiedener Hinsicht. Mit ihrer Entschlossenheit und Kreativit&#228;t &#8211;   insbesondere durch den &#187;Marsch der Solidarit&#228;t&#171; &#8211; sorgte die Belegschaft   daf&#252;r, da&#223; ihre Anliegen weit &#252;ber die Unternehmens- und Stadtgrenzen   hinaus bekannt wurden. Erstmals konnte ein Konzern wie Siemens mit einem   Arbeitskampf so unter Druck gesetzt werden, da&#223; er von dem bereits   gef&#228;llten Schlie&#223;ungsbeschlu&#223; Abstand nahm und die Aufrechterhaltung der   Produktion bis ins Jahr 2010 garantierte.<\/p>\n<p>  Spektakul&#228;r war allerdings auch das Ende des Streiks. Als der   IG-Metall-Bezirksleiter Olivier H&#246;bel das ausgehandelte Ergebnis &#8211; das   neben der Standortgarantie auch Lohnk&#252;rzungen und die Entlassung von   mehr als 200 Besch&#228;ftigten vorsah &#8211; rechtfertigte, flogen ihm rote   Gewerkschaftsm&#252;tzen und Streikwesten entgegen. Die Mehrheit der Arbeiter   verlie&#223; unter &#187;Hau-ab&#171;-Rufen das Streikzelt. Zwei Drittel der   Belegschaft lehnten den Kompromi&#223; in der Urabstimmung ab.<\/p>\n<p>  F&#252;r Erbitterung unter den Streikenden sorgte nicht allein die Tatsache,   da&#223; ein Teil der Belegschaft auf die Stra&#223;e gesetzt werden sollte. Vor   allem das Zustandekommen der Einigung machte die Arbeiter w&#252;tend. Immer   wieder hatten die Spitzen der IG Metall und des Betriebsrats auf   Versammlungen gesagt, es werde kein Vertrag unterschrieben, der nicht   zuvor in der Belegschaft diskutiert wurde. Buchst&#228;blich mitten in der   Nacht stimmten die Verhandlungs- und die Tarifkommission dennoch f&#252;r die   Annahme des Ergebnisses. H&#252;seyin Akyurt, Leiter des   IG-Metall-Vertrauensk&#246;rpers, dazu in einem Interview: &#187;Ich habe gewarnt:   Das werden die Kollegen so nicht akzeptieren. Ihr betr&#252;gt die Kollegen.   Darauf wurde immer wieder geantwortet: Die 50 Prozent Zustimmung, die   kratzen wir schon zusammen.&#171; Letztlich votierten zwar lediglich 35,62   Prozent f&#252;r die Einigung, der Streik wurde von der Gewerkschaftsf&#252;hrung   trotzdem &#8211; in Einklang mit den Statuten der IG Metall, aber zur Emp&#246;rung   der Mehrheit der BSH-Besch&#228;ftigten &#8211; beendet.<\/p>\n<p>  W&#252;tend machte die Arbeiter auch die Absage einer f&#252;r den 19. Oktober am   Siemens-Sitz in M&#252;nchen geplanten Gro&#223;kundgebung. Der &#187;Marsch der   Solidarit&#228;t&#171; hatte die Streikenden mit vielen Belegschaften in Kontakt   gebracht &#8211; u.a. bei AEG in N&#252;rnberg und BenQ in Kamp-Lintfort. Allerorts   k&#252;ndigten sie als vorl&#228;ufigen H&#246;hepunkt den Aktionstag in der   bayerischen Landeshauptstadt an. Andere Belegschaften wollten   hinzukommen. Viele Streikaktivisten meinen bis heute, da&#223; die Kundgebung   den in der &#214;ffentlichkeit wegen des BenQ-Desasters und einer deutlichen   Erh&#246;hung der Vorstandsgeh&#228;lter angeschlagenen Siemens-Konzerns wom&#246;glich   zu weiteren Zugest&#228;ndnissen veranla&#223;t h&#228;tte. Doch die IG Metall   &#187;bezahlte&#171; den erzielten Kompromi&#223; u. a. mit der schriftlichen Zusage,   keine weiteren Protestaktionen au&#223;erhalb Berlins durchzuf&#252;hren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Vor einem Jahr endete der Ausstand im Berliner<br \/>\n      Bosch-Siemens-Hausger&#228;tewerk\n    <\/p><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,17],"tags":[929],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12354"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12354"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12354\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34947,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12354\/revisions\/34947"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}