{"id":12342,"date":"2007-10-11T20:09:14","date_gmt":"2007-10-11T18:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12342"},"modified":"2014-11-03T13:42:49","modified_gmt":"2014-11-03T12:42:49","slug":"12342","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/10\/12342\/","title":{"rendered":"GDL-Streik: &quot;F\u00fcr die volle Durchsetzung Eurer Forderungen!"},"content":{"rendered":"<p>SAV-Solidarit\u00e4tsflugblatt mit den streikenden Lokf\u00fchrerInnen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n<b>Liebe Kolleginnen und Kollegen, <\/b><\/p>\n<p><b>Euer Streik ist in eine neue Runde gegangen, und wir w\u00fcnschen Euch viel Erfolg!<\/b><\/p>\n<p>Die komplette Bestreikung des Nah- und Regionalverkehrs ist genau die richtige Antwort auf die Haltung von Mehdorn und sollte fortgesetzt werden. Dem Bahnmanagement muss deutlich gemacht werden, dass Ihr Euch nicht mit faulen Kompromissen abspeisen lasst, und es um die volle Durchsetzung der Forderungen geht.<\/p>\n<p>Auch wenn in den Medien momentan meist versucht wird, Euren Kampf als isoliert darzustellen, gibt es in Wirklichkeit viele Sympathien. Selbst Spiegel online berichtete am 3. Oktober, dass an der Basis von Transnet und GDBA die Zustimmung f\u00fcr die Lokf\u00fchrer w\u00e4cht. Ein Transnet-Mitglied wird zitiert, er finde das Verhalten der Bahn \u201ezum Kotzen\u201c, und dass das Streikrecht sei ein hohes Gut, das nicht einfach per Gerichtsbeschluss gekappt werden d\u00fcrfe. Ein verbeamteter Kollege wird ebenfalls zitiert: \u201eOffensichtlich verlangt man von uns, dass wir Streikbrecher spielen. Dazu werde ich mich aber nicht hergeben.\u201c<\/p>\n<p>Die Urteile der Arbeitsgerichte N\u00fcrnberg und Chemnitz sind ein Skandal. Gerade die Chemnitzer Verf\u00fcgung macht deutlich, dass es mit einem Verbot der Bestreikung des G\u00fcterverkehrs vor allem darum geht, Schaden f\u00fcr die Profite von Konzernen zu vermeiden. Es ist richtig, dieses Urteil auch \u00fcber den Weg h\u00f6herer Instanzen herauszufordern. Gleichzeitig kann man sich aber nicht darauf verlassen, dass dies erfolgreich ist und dass eine R\u00fccknahme des Verbots zeitnah passiert. Daher muss auch diskutiert werden, dass es unter Umst\u00e4nden notwendig sein kann, die Streikverbote durch praktisches Handeln au\u00dfer Kraft zu setzen. Hier muss verst\u00e4rkt praktische Solidarit\u00e4t durch die DGB Gewerkschaften eingefordert werden, denn dies ist ein Angriff auf das Streikrecht aller.<\/p>\n<p>Die bisherigen \u00c4u\u00dferungen von DGB Chef Sommer sind keine Unterst\u00fctzung. W\u00e4hrend er zwar den Angriff auf das Streikrecht anprangert, f\u00e4llt er gleichzeitig den Streikenden in den R\u00fccken. Seiner Meinung nach scheint die Verantwortung f\u00fcr die Streikverbote bei Schell und nicht beim Bahnmanagement zu liegen. Anstatt solcher \u00c4u\u00dferungen muss eine breite Solidarit\u00e4tskampagne innerhalb des DGB gestartet werden. Gewerkschaftslinke haben damit begonnen. Es gibt eine Solierkl\u00e4rung vom IG Metall Bezirk Stuttgart, der bisher von 110 KollegInnen unterzeichnet wurde und weiter verbreitet wird.<\/p>\n<p>Euer Streik ist beispielhaft auch f\u00fcr viele andere Kolleginnen und Kollegen in anderen Bereichen. Viele unterst\u00fctzen Euch deshalb, weil sie auch Eurer Meinung sind: lange genug hat es Reallohnverluste, Personalabbau und Steigerung der Arbeitshetze gegeben. Es ist Zeit wieder in die Offensive zu kommen. Auch f\u00fcr die KollegInnen bei Transnet und GDBA w\u00fcrde ein Erfolg von Euch bedeuten, dass sie etwas besseres herausholen k\u00f6nnen. Der Abschluss von 4,5% bedeutet auf 19 Monate gerechnet nicht viel mehr als Inflationsausgleich. Wenn Ihr ein besseres Ergebnis erk\u00e4mpft, kann der von Transnet und GDBA abgeschlossene Tarifvertrag nachverhandelt werden. So steht es im Abschluss. Auf dieser Basis k\u00f6nnen die KollegInnen, die bei Transnet und GDBA organisiert sind, zur Unterst\u00fctzung aufgefordert werden.<\/p>\n<p>Das Verhalten des Bahn Managements hat gezeigt, dass man sie nur mit konsequenten Streikma\u00dfnahmen \u201e\u00fcberzeugen\u201c kann. Die beste Taktik ist unbefristeter Vollstreik, im Nahverkehr, und sobald als m\u00f6glich auch im Fern und G\u00fcterverkehr! \u00dcber Ergebnisse und Streiktaktik sollten immer die streikenden Kolleginnen und Kollegen an der Basis das Sagen haben. Daf\u00fcr sind Streikversammlungen und die Wahl lokaler Streikleitungen von zentraler Bedeutung. So sollte auch sichergestellt werden, dass es keinen Abschluss ohne Diskussion und Urabstimmung und auch keinen Streikabbruch vor einer Urabstimmung geben darf!<\/p>\n<p><b>Wir w\u00fcnschen Euch, dass Ihr Eure Forderungen erreicht und bieten Euch unsere Unterst\u00fctzung an. Wir werden uns einsetzen, Eure Sache bekannt zu machen und praktische Solidarit\u00e4t zu organisieren.<\/b><\/p>\n<h4><i>Regierungspl\u00e4ne am Wackeln \u2013 Privatisierung jetzt kippen <\/i><\/h4>\n<p><i>Privatisierung der Bahn bedeutet nichts anderes als Ausverkauf von Gemeineigentum. Das Beispiel Gro\u00dfbritannien zeigt, was eine Bahnprivatisierung in der Praxis bedeutet. Profit geht vor Service und Sicherheit. Schon mehrmals hat es tragische Unf\u00e4lle mit mehreren Todesopfern gegeben \u2013 weil nicht in die Instandhaltung der Gleise investiert wurde oder weil das Personal \u00fcberm\u00fcdet war. <\/i><\/p>\n<p><i>Wie man bei der Telekom sehen kann, bedeutet Privatisierung auch massive Verschlechterungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten \u2013 Lohnk\u00fcrzungen, Personalabbau und schlechtere Arbeitsbedingungen. <\/i><\/p>\n<p><i>Doch die Pl\u00e4ne sind jetzt durch die Uneinigkeit zwischen L\u00e4ndern und Bund und innerhalb der SPD im Ungewissen. Dies ist eine Chance, die beim Schopf gepackt werden muss! Um zu erreichen, dass die Pl\u00e4ne ganz zur\u00fcckgenommen werden, ist eine breite Bewegung gegen Privatisierung notwendig, durch den Druck von Besch\u00e4ftigten und von der Stra\u00dfe. <\/i><\/p>\n<p><i>Die Verteidigung und Verbesserung von Bezahlung und Arbeitsbedingungen kann nur erfolgreich sein, wenn sie mit dem Kampf gegen die Privatisierung verbunden werden. Hier k\u00f6nnen sich die Besch\u00e4ftigten auch auf eine breite Mehrheit in der Bev\u00f6lkerung st\u00fctzen, denn laut Umfragen sind zwei Drittel daf\u00fcr, dass die Bahn in Staatseigentum bleibt. Wir denken, es w\u00e4re ein enormer Vorteil, wenn die GDL eine eindeutige Position gegen jegliche Privatisierung der Bahn einnimmt und dies jetzt in die Forderungen mit aufnehmen w\u00fcrde. <\/i><\/p>\n<p><i>Mit Flugbl\u00e4ttern, die auf Eure Situation aufmerksam machen und gegen die Privatisierungspl\u00e4ne argumentieren, k\u00f6nnten BahnkundInnen w\u00e4hrend der Streiktage offensiv angesprochen werden. Aktionen wie Unterschriftensammlungen und Protestversammlungen vor den Bahnh\u00f6fen bieten sich an, um die Solidarit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung zu gewinnen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      SAV-Solidarit&#228;tsflugblatt mit den streikenden Lokf&#252;hrerInnen<a href=\"\/media\/2007\/GDL-Soli_2007-10-11.pdf\"><br \/>\n<\/a>    <\/p>\n<p align=\"center\">\n      <small>[ <a href=\"\/media\/2007\/GDL-Soli_2007-10-11.pdf\">pdf-Version<br \/>\n      des <\/a><a href=\"\/media\/2007\/SAV-SoliFlugblatt_2007-10-10.pdf\">Flugblatts<br \/>\n      der SAV<\/a>]<\/small>\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,20],"tags":[648],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12342"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12342\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}