{"id":12335,"date":"2007-10-16T00:03:31","date_gmt":"2007-10-16T00:03:31","guid":{"rendered":".\/?p=12335"},"modified":"2007-10-16T00:03:31","modified_gmt":"2007-10-16T00:03:31","slug":"12335","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/10\/12335\/","title":{"rendered":"Das Briefmonopol f&#228;llt &#8211; wer profitiert davon?"},"content":{"rendered":"<p>  Ab 1. Januar 2008 wird der Postmarkt weiter liberalisiert<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Mit dem Jahr 2007 l&#228;uft das Briefmonopol der Deutschen Post AG f&#252;r   Sendungen bis 50 Gramm aus. Konkurrierende Anbieter wie die PIN AG (die   mehrheitlich der Axel Springer AG geh&#246;rt) oder TNT Post, die zur Zeit   auf dem Postmarkt bei Gesch&#228;ftskunden oder Paketpost mitmischen, liegen   schon auf der Lauer. Sie wittern satte Gewinne. Wer auch immer zu den   gro&#223;en Profiteuren dieser Liberalisierung geh&#246;ren wird &#8211; die Verlierer   stehen schon jetzt fest: Besch&#228;ftigte und Verbraucher.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Nelli T&#252;gel, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Der neoliberalen Legende zufolge sollte der Wettbewerb die Preise f&#252;r   den Brieftransport senken. Doch nach zahlreichen bitteren Erfahrungen   wie zum Beispiel der Bahn glaubt daran heute niemand mehr. Vielmehr wird   ein erheblicher Anstieg der Portopreise erwartet. Sch&#228;tzungen zufolge   k&#246;nnte schon 2010 &#8211; wenn das Briefmonopol in allen EU-L&#228;ndern   weggefallen ist &#8211; der Briefverkehr Privatkunden bis zu 50 Prozent mehr   kosten als heute (DIE ZEIT 11\/2007).<\/p>\n<p>  Die steigende Konkurrenz wird in den kommenden Jahren auf den R&#252;cken der   Besch&#228;ftigten ausgetragen. Post-Chef Klaus Zumwinkel droht schon jetzt   mit der Streichung von 32.000 Arbeitspl&#228;tzen im Zuge der Abschaffung des   Briefmonopols. Konkurrenten wie die PIN AG haben schon mehrfach durch   miese Arbeitsbedingungen und Hungerl&#246;hne f&#252;r Schlagzeilen gesorgt.<\/p>\n<h4>  Mogelpackung Mindestlohn<\/h4>\n<p>  Zeitgleich mit dem Fall des Briefmonopols soll es nun die Einf&#252;hrung   eines Mindestlohns f&#252;r die Postzusteller geben. Das wurde am 19.   September vom Bundeskabinett vereinbart.<\/p>\n<p>  Ein solcher Mindestlohn soll aber Zeitungsboten und Kurierdienste au&#223;en   vor lassen. Damit w&#252;rde der geplante Mindestlohn in den bisherigen   Hochburgen von PIN AG oder TNT nicht greifen. F&#252;r die dort Besch&#228;ftigten   sind Verbesserungen also nicht in Sicht.<\/p>\n<p>  Zudem liegt der Mindestlohn &#8211; 9,80 Euro pro Stunde im Westen und neun   Euro pro Stunde im Osten &#8211; leicht unter dem Haustarif der Post selber.   Er kostet die Deutsche Post also keinen Cent. Wahrscheinlich wird die   Post in Zukunft den Mindestlohn nutzen, um die L&#246;hne f&#252;r neueingestellte   Postzusteller zu senken. F&#252;r die Besch&#228;ftigten ist die Vereinbarung also   nichts weiter als eine Mogelpackung.<\/p>\n<p>  Zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe der Solidarit&#228;t stellte Kanzlerin   Merkel diese Vereinbarungen sogar wieder in Frage und forderte   pl&#246;tzlich, mit den Post-Konkurrenten einen neuen Mindestlohn   auszuhandeln &#8211; der dann nat&#252;rlich noch niedriger w&#228;re.<\/p>\n<h4>  Rolle von ver.di<\/h4>\n<p>  Wenn der ver.di-Vorsitzende Bsirske von den &#8222;letzten Zuckungen einer   &#196;ra, in der Unternehmen mit Dumpingl&#246;hnen und auf den Knochen der   Besch&#228;ftigten Gewinne eingefahren haben&#8220; (Berliner Zeitung vom 20.   September), spricht, dann ist das &#8211; angesichts des steigenden   Arbeitsdrucks bei der Post in den letzten Jahren und der Liberalisierung   des Postmarktes mit allen zu erwartenden Folgen &#8211; blanker Hohn.<\/p>\n<p>  Aufgabe von ver.di w&#228;re es, &#8222;Liberalisierungen&#8220; sprich Privatisierungen   prinzipiell abzulehnen. N&#246;tig sind gemeinsame Proteste bis hin zu   Streiks aller Besch&#228;ftigten der Postbranche, um einen weiteren   Ausverkauf zu verhindern, sowie h&#246;here L&#246;hne und bessere   Arbeitsbedingungen f&#252;r alle durchzusetzen.<\/p>\n<\/p>\n<h5>  <i>Lukratives Gesch&#228;ft <\/i>    <\/h5>\n<p>  <i>Die Bef&#246;rderung von Briefen bis 50 Gramm macht 20 Prozent der Ums&#228;tze   der Deutschen Post aus. Sie sorgt aber f&#252;r gut die H&#228;lfte des Gewinns.   In dieses Gesch&#228;ft wollen die Post-Konkurrenten einsteigen.<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Ab 1. 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