{"id":12327,"date":"2007-10-11T00:31:40","date_gmt":"2007-10-10T22:31:40","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12327"},"modified":"2012-05-15T15:37:06","modified_gmt":"2012-05-15T13:37:06","slug":"12327","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/10\/12327\/","title":{"rendered":"Charit&#233;: Tarifflucht durch Zeitarbeit unter &#8222;Rot-Rot&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>  Interview mit Carsten Becker: Unter der SPD\/DIE-LINKE-Regierung sollen   an der Charit&#233; Neueingestellte zwanzig Prozent weniger Lohn bekommen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Carsten Becker, Personalrat* und ver.di-Betriebsgruppenvorsitzender   am Uniklinikum Charit&#233;, kritisiert die Pl&#228;ne des Berliner Senates:   Niedrigl&#246;hne und faktische Abschaffung der Mitbestimmungsrechte der   Personalr&#228;te stehen auf der Tagesordnung. Das Interview f&#252;hrte Stephan   Kimmerle.<\/i><\/p>\n<h5>  Vor einem Jahr habt ihr in einem zweiw&#246;chigen Streik einen Tarifvertrag   f&#252;r die Charit&#233; erk&#228;mpft. Jetzt soll dieser unterlaufen werden. Was   plant der Arbeitgeber?<\/h5>\n<p>  Alle k&#252;nftig Neu-Besch&#228;ftigten sollen in einem Tochterunternehmen als   &#8222;Arbeitnehmer&#252;berlassungsgesellschaft&#8220;, A&#220;G, unter Vertrag genommen   werden. Zu deutlich schlechteren Konditionen. Konkret geht es um eine   Lohnabsenkung von circa 20 Prozent und l&#228;ngere Arbeitszeiten.<\/p>\n<p>  Der Arbeitgeber gesteht damit in verquerer Weise ein, dass wir unter   Personalmangel leiden. Die K&#252;rzungsvorgaben durch den Senat und durch   die Fallkostenpauschalen sollen aber trotzdem eingehalten und ab 2010   j&#228;hrlich 14 Millionen Euro Gewinn erreicht werden. Dazu setzt der   Arbeitgeber auf Lohndumping.<\/p>\n<p>  Eine Tochtergesellschaft h&#228;tte au&#223;erdem zur Folge, dass die dort   besch&#228;ftigten Kolleginnen und Kollegen zum Beispiel nicht mit streiken   d&#252;rften. Sie k&#246;nnten als Streikbrecher benutzt werden.<\/p>\n<h5>  War der Streik dann umsonst?<\/h5>\n<p>  Die Kollegen haben durch den Streik an Selbstbewusstsein gewonnen. Wir   haben durch den Streik die Ungleichbehandlung zwischen Ost und West   sowie Alt- und Neubesch&#228;ftigten beendet. Und wir haben einen   Absenkungstarifvertrag verhindert.<\/p>\n<p>  Auf Grund dieser Ausgangslage bin ich mir sicher, dass wir diesen   erneuten Angriff auch erfolgreich verhindern k&#246;nnen.<\/p>\n<h5>  Der SPD\/DIE-LINKE-Senat will nun ein neues   Landespersonalvertretungsrecht einf&#252;hren. Was f&#252;r Folgen h&#228;tten denn die   Pl&#228;ne des SPD-Innensenators K&#246;rting?<\/h5>\n<p>  Kurz gesagt, die Mitbestimmung soll abgeschafft werden. K&#246;rting will,   dass der oberste Dienstherr, sprich der zust&#228;ndige Senator, das letzte   Entscheidungsrecht hat, wenn sich Personalrat und Dienststelle nicht   einigen. Bisher hatte eine Einigungsstelle das letzte Wort. Dort wurde   durchaus auch zu Gunsten der Personalr&#228;te entschieden.<\/p>\n<p>  Hier in Berlin wird also genau das Gleiche geplant, was CDU und FDP in   Nordrhein-Westfalen betreiben &#8211; nur dort protestieren SPD und DIE LINKE   dagegen. Hier machen sie es selber.<\/p>\n<h5>  Wie sieht der Protest an der Charit&#233; konkret aus?<\/h5>\n<p>  Wir haben gerade drei erfolgreiche Aktionstage hinter uns. An allen drei   Standorten gingen am 4., 5. und 6. September Kolleginnen und Kollegen   medienwirksam auf die Stra&#223;e und haben den Personalmangel und seine   Konsequenzen f&#252;r die Patientinnen und Patienten angeprangert. Je   hartn&#228;ckiger der Arbeitgeber das Ziel der Tochtergesellschaft verfolgt,   umso offensiver wird unser Widerstand.<\/p>\n<p>  Zusammen mit dem Hauptpersonalrat gibt es au&#223;erdem Protest gegen die   Angriffe auf die Mitbestimmung. Im Oktober ist eine weitere   Personalr&#228;tekonferenz geplant. Bei der letzten standen schon zahlreiche   Kolleginnen und Kollegen aus dem &#214;ffentlichen Dienst vor der T&#252;r, die   ihrer Forderung nach &#8222;3 mal 300&#8220; Euro Einmalzahlung Nachdruck verliehen   haben.<\/p>\n<p>  In Berlin tut sich also einiges und wir an der Charit&#233; werden da nicht   hinten anstehen.<\/p>\n<p>  <i>* Angaben zur Funktion dienen nur zur Kenntlichmachung der Person<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Interview mit Carsten Becker: Unter der SPD\/DIE-LINKE-Regierung sollen<br \/>\n      an der Charit&#233; Neueingestellte zwanzig Prozent weniger Lohn bekommen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,14,25,15,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12327"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12327"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12327\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12327"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12327"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12327"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}