{"id":12321,"date":"2007-10-05T15:52:29","date_gmt":"2007-10-05T15:52:29","guid":{"rendered":".\/?p=12321"},"modified":"2007-10-05T15:52:29","modified_gmt":"2007-10-05T15:52:29","slug":"12321","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/10\/12321\/","title":{"rendered":"Aachen: Lokf&#252;hrer unter Druck"},"content":{"rendered":"<p>  Beim Streik der Gewerkschaft der Lokf&#252;hrer (GDL) heute morgen in Aachen   wurde die H&#228;rte dieses Arbeitskampfes mehr als deutlich. Rund f&#252;nfzehn   KollegInnen der GDL standen von acht bis elf Uhr vor dem Hauptbahnhof,   um den Streik f&#252;r die Einf&#252;hrung eines Tarifvertrages in die   &#214;ffentlichkeit zu tragen. Unterst&#252;tzt wurden sie von der SAV und DIE   LINKE.<\/p>\n<p>  <i><b>sozialismus.info<\/b> sprach mit dem Kollegen Harald S.<\/i><\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<h5>  <b>sozialismus.info:<\/b> Harald, ersteinmal m&#246;chte ich euch unsere volle   Solidarit&#228;t in diesem Streik versichern. Wie ist die Stimmung unter den   KollegInnen?<\/h5>\n<p>  Harald S.: Nachdem es nach den letzten Warnstreiks zu einer Reihe von   Abmahnungen gekommen ist, hatte die Angst vor Repressionen zugenommen.   Aber wir stehen mit dem R&#252;cken zur Wand, wir m&#252;ssen streiken, auch f&#252;r   unsere Kinder. Der Arbeitsdruck und die Hetze nehmen st&#228;ndig zu, es   kommt immer wieder zu Unf&#228;llen, die dann von den Verantwortlichen   vertuscht werden.<\/p>\n<h5>  sozialismus.info: Wieso hat es Abmahnungen gegeben? Es gibt doch ein   Streikrecht in Deutschland.<\/h5>\n<p>  Harald S.: Der zweite Warnstreik vor einigen Wochen wurde ja sehr   kurzfristig per Arbeitsgericht untersagt. Die streikwilligen Kollegen   haben zu Beginn des Warnstreiks noch gar nicht gewusst, dass der   &#252;berhaupt verboten wurde. Die Abmahnungen dienten anschliessend dazu,   genau diese und andere Kollegen einzusch&#252;chtern. Bei der Bahn herrscht   mehr und mehr ein System der Angst vor Repressionen.<\/p>\n<h5>  sozialismus.info: Wie sehen denn solche Repressionen aus, wovor f&#252;rchten   sich die Lokf&#252;hrer?<\/h5>\n<p>  Harald S.: Es f&#228;ngt an mit Nachteilen in den Dienstpl&#228;nen, schon jetzt   werden die Arbeitszeiten deutlich l&#228;nger als zehn Stunden. Und obwohl   die Lenkzeiten eingehalten werden, wird es f&#252;r die Kollegen immer   schwieriger, die Gefahr von Unf&#228;llen nimmt rapide zu. Desweiteren   bef&#252;rchte ich, dass Pr&#252;fungsinstrumente benutzt werden k&#246;nnen, um im   Nachhinein Kollegen zu benachteiligen. Ein Beispiel: Lokf&#252;hrer m&#252;ssen im   Regelfall alle drei Jahre ein dreist&#252;ndiges Simulator-Training   absolvieren. Dieses k&#246;nnte man aber auch fr&#252;her abverlangen und das   Niveau so erh&#246;hen, dass der Kollege das Programm gar nicht mehr   bew&#228;ltigen k&#246;nnte. Oder man l&#228;sst Kollegen bei Zusatzpr&#252;fungen   durchrasseln, ich kann mir da so einiges vorstellen.<\/p>\n<h5>  sozialismus.info: Wie stehen denn deine Kollegen zur Frage der   Bahnprivatisierung?<\/h5>\n<p>  Harald S.: Durch die Zunahme der Arbeitshetze in den letzten Jahren sind   viele von uns physisch und psychisch am Ende, Ehen gehen zu Bruch, man   vereinsamt. Das geht ganz vielen so, man hat st&#228;ndig unregelm&#228;&#223;ige   Wechseldienste, und dann hockt man bis zu zehn Stunden ganz alleine in   der Lok. Das hat bei vielen zum Nachdenken angeregt. Wir lehnen die   Privatisierung ab, weil dadurch der Druck auf uns nur noch weiter steigt   und das Risiko f&#252;r die Fahrg&#228;ste unkalkulierbar wird. Wir schauen alle   nach England mit grosser Angst. Irgendwann ist auch unser eigenes Leben   in Gefahr!<\/p>\n<h5>  Sozialismus.Info: Lieber Harald, ich bedanke mich f&#252;r das Gespr&#228;ch. Wir   w&#252;nschen euch auch weiterhin einen kraftvollen Streik in der n&#228;chsten   Woche. Unsere Unterst&#252;tzung ist euch dann sicher.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Beim Streik der Gewerkschaft der Lokf&#252;hrer (GDL) heute morgen in Aachen<br \/>\n      wurde die H&#228;rte dieses Arbeitskampfes mehr als deutlich. Rund f&#252;nfzehn<br \/>\n      KollegInnen der GDL standen von acht bis elf Uhr vor dem Hauptbahnhof,<br \/>\n      um den Streik f&#252;r die Einf&#252;hrung eines Tarifvertrages in die<br \/>\n      &#214;ffentlichkeit zu tragen. 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