{"id":12310,"date":"2007-09-29T00:43:29","date_gmt":"2007-09-29T00:43:29","guid":{"rendered":".\/?p=12310"},"modified":"2007-09-29T00:43:29","modified_gmt":"2007-09-29T00:43:29","slug":"12310","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/09\/12310\/","title":{"rendered":"Tarifrunde im &#214;ffentlichen Dienst: Gemeinsam k&#228;mpfen f&#252;r mehr Geld!"},"content":{"rendered":"<p>  Am 31. Dezember laufen die Tarifvertr&#228;ge des &#214;ffentlichen Dienstes f&#252;r   Bund und Kommunen aus. Die Tarifrunde findet vor dem Hintergrund von   jahrelangen Reallohnverlusten f&#252;r Besch&#228;ftigte, Rekordgewinnen f&#252;r   Unternehmen und h&#246;heren Steuereinnahmen in Bund und L&#228;ndern statt.<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Angelika Teweleit, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  &#220;berall gibt es eine klare Stimmung f&#252;r deutliche Lohnerh&#246;hungen. Bei   einer ver.di-Versammlung im Klinikum Kassel beispielsweise wurde eine   Forderung von mindestens 250 Euro und zehn Prozent Lohnerh&#246;hung   beschlossen. Bei den noch anstehenden Diskussionen in Betrieben und   Verwaltungstellen sollte diese Stimmung aufgegriffen und entsprechende   Beschl&#252;sse gefasst werden.<\/p>\n<h4>  TV&#214;D-gesch&#228;digt<\/h4>\n<p>  Als Beispiel, &#8222;das Schule machen kann&#8220;, bezeichnete ver.di-Vorsitzender   Frank Bsirske das 2005 abgeschlossene neue Entgeltsystem TV&#214;D und TV-L   in Bund, L&#228;ndern und Kommunen. An der Basis w&#228;chst aber die   Unzufriedenheit &#252;ber den TV&#214;D, denn in Wirklichkeit war es ein   bundesweiter Absenkungstarifvertrag. Das Netzwerk f&#252;r eine k&#228;mpferische   und demokratische ver.di schrieb nach dem Abschluss: &#8222;(&#8230;) nach und   nach werden die KollegInnen zu sp&#252;ren bekommen, wor&#252;ber sie von der   ver.di-Spitze nie informiert wurden: Langfristige Verluste bei den   realen Einkommen, neue Niedrigl&#246;hne, Leistungsl&#246;hne aus dem bisherigen   Lohn- und Gehaltsvolumen, Arbeitszeitflexibilisierung, Abschaffung von   Familienzuschl&#228;gen, Reduzierung von &#220;berstundenzuschl&#228;gen,   &#214;ffnungsklauseln hin zur 40-Stunden-Woche und Aufgabe des   Fl&#228;chentarifvertrags.&#8220; Neueingestellte und Stellenwechsler verdienen   seit Oktober 2005 bis zu Tausende von Euro pro Jahr weniger. Dazu kommt   die Einf&#252;hrung der neuen Entgeltgruppe 1, eine Absenkung der untersten   Lohngruppen um etwa 300 Euro auf 1.286 Euro. Daher muss es in der   Tarifrunde auch um dringend n&#246;tige Verbesserungen des TV&#214;D gehen.<\/p>\n<h4>  Eingruppierungsniveau verteidigen!<\/h4>\n<p>  Alle Entgeltgruppen sollen neu verhandelt werden. Hier droht, dass die   L&#246;hne weiter nach unten gedr&#252;ckt werden. Zur Zeit gibt es eine   &#220;bergangsregelung, doch sie kann zum 31. Dezember gek&#252;ndigt werden.   Danach k&#246;nnten die Arbeitgeber einfach neue Eingruppierungen einf&#252;hren.   Daher muss hier erst einmal die &#220;bergangsregelung verteidigt werden.   Eine neue Regelung darf keinerlei Verschlechterungen bedeuten. Die   bisherigen Vorschl&#228;ge der ver.di-Bundestarifkommission fallen allerdings   dahinter zur&#252;ck. Zum Beispiel k&#246;nnten ErzieherInnen nach diesen   Vorschl&#228;gen von Entgeltgruppe 8 oder 9 auf Entgeltgruppe 5 fallen.<\/p>\n<h4>  Arbeitszeit<\/h4>\n<p>  Bei der Arbeitszeit kann es, wie 2006, erneut zu erbitterten K&#228;mpfen   kommen, zum Beispiel &#252;ber die im TV&#214;D vereinbarte &#214;ffnungsklausel. Diese   wurde bereits bei der letzten Tarifauseinandersetzung in   Baden-W&#252;rttemberg, Hamburg, Niedersachsen und Saarland von den   Arbeitgebern angewandt. Bei jeglichem Angriff auf die Arbeitszeit muss   die Antwort lauten: keine weitere Arbeitszeitverl&#228;ngerung. Stattdessen   Vereinheitlichung auf 38,5 Stunden in dieser Runde f&#252;r alle, damit wir   wieder in die Offensive kommen &#8211; Arbeitszeitverk&#252;rzung bei vollem Lohn-   und Personalausgleich, &#252;ber die 35- hin zur 30-Stunden-Woche!<\/p>\n<p>  Es gibt eine Reihe entsprechender Antr&#228;ge, die bereits 2003 beschlossen   wurden, aber auch beim ver.di-Kongress in der ersten Oktoberwoche   vorliegen. Es muss eingefordert werden, dass diese Beschl&#252;sse in einer   zeitnahen Kampagne in die Tat umgesetzt werden.<\/p>\n<h4>  Einheitlicher Kampf<\/h4>\n<p>  Auch Bsirske spricht davon, sich an den Lohnabschl&#252;ssen der   Privatindustrie zu orientieren. Drei bis vier Prozent reichen allerdings   nicht. In den letzten Jahren gab es Reallohnverluste. 2005 bis 2007 gab   es nur Einmalzahlungen, die nicht tabellenwirksam sind. Jetzt kommt   neben den Abgabenerh&#246;hungen auch noch der Anstieg der   Grundnahrungsmittel dazu. Daher muss eine substanzielle Lohnforderung   aufgestellt werden, um die Verluste der vergangenen Jahre auszugleichen.<\/p>\n<p>  In der kommenden Tarifrunde ist ein bundesweit einheitlicher Kampf   notwendig. Eine weitere Aufspaltung in regional unterschiedliche   Tarifvertr&#228;ge muss verhindert werden. W&#228;hrend der Auseinandersetzung   muss die Basis die Kontrolle &#252;ber Kampfstrategie und Verhandlungen   erhalten. Forderungen wie die demokratische Wahl von Streikleitungen und   kein Abschluss ohne mehrheitliche Zustimmung der Basis sind daf&#252;r   zentral. Ein Streik darf vor einer Urabstimmung &#252;ber das Ergebnis nicht   ausgesetzt werden. n<\/p>\n<p>  <i>Angelika Teweleit ist Mitglied der SAV-Bundesleitung<\/i><\/p>\n<h3>  Vorschl&#228;ge des <a href=\"http:\/\/www.netzwerk-verdi.de\">Netzwerks f&#252;r   eine k&#228;mpferische und demokratische ver.di<\/a> f&#252;r die Forderungen   in der kommenden Tarifrunde:<\/h3>\n<p>  <i>250 Euro mehr im Monat f&#252;r alle ArbeiterInnen, Angestellten und   Beamten in West und Ost. Das entspricht bei einem Bruttolohn von 2.500   Euro zehn Prozent <\/i><\/p>\n<p>  <i>150 Euro mehr f&#252;r alle Azubis <\/i><\/p>\n<p>  <i>Keinerlei Kompensationsgesch&#228;fte und &#214;ffnungsklauseln <\/i><\/p>\n<p>  <i>Unbefristete Fortf&#252;hrung der bisherigen   Eingruppierungs-&#220;bergangsregelungen, bis eine bessere Regelung gefunden   wird, die keinerlei Verschlechterungen beinhaltet <\/i><\/p>\n<p>  <i>Abschaffung der Entgeltgruppe 1 <\/i><\/p>\n<p>  <i>Keine Herabstufung bei Stellenwechsel. Volle Anerkennung der   Berufserfahrung <\/i><\/p>\n<p>  <i>&#196;nderung der ver.di-Satzung zur Urabstimmung mit Orientierung an der   fr&#252;heren &#246;tv-Satzung: Ein Arbeitskampf wird erst dann beendet, wenn sich   in der Urabstimmung mehr als 50 Prozent der Abstimmungsberechtigten f&#252;r   die Annahme eines Ergebnisses entscheiden<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am 31. Dezember laufen die Tarifvertr&#228;ge des &#214;ffentlichen Dienstes f&#252;r<br \/>\n      Bund und Kommunen aus. 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