{"id":12302,"date":"2007-09-26T17:54:48","date_gmt":"2007-09-26T15:54:48","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12302"},"modified":"2012-05-25T15:23:56","modified_gmt":"2012-05-25T13:23:56","slug":"12302","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/09\/12302\/","title":{"rendered":"USA: Streik bei General Motors"},"content":{"rendered":"<p>  Am Montag den 24.09. traten zum ersten Mal seit 1970 auf nationaler   Ebene die 73.000 Mitglieder der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW)   die bei General Motors arbeiten, in den Streik.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Katie Quarles, Minneapolis<\/i><\/p>\n<p>  Ausl&#246;ser des Streiks war vor allem die Rettung der Betriebspensionen.   G.M. will, dass die Gewerkschaft die Verantwortung f&#252;r die sich in einer   Krise befindenden Betriebspensionen &#252;bernimmt, in die G.M.   jahrzehntelang nicht genug Geld gesteckt hat.<\/p>\n<p>  Allerdings sieht es nach anderthalb Tagen Streik so aus, als w&#252;rde die   Gewerkschaftsf&#252;hrung um Ron Gettelfinger bei dieser Hauptforderung schon   einknicken (als Gegenzug f&#252;r das Versprechen von dem Erhalt von   Arbeitspl&#228;tzen) und die Arbeiter zur&#252;ck an die Arbeit schicken. Wundern   d&#252;rfte das allerdings niemanden, denn schon vor dem Streik meinte er &#8220;im   Prinzip&#8221; mit dieser Forderung der Bosse &#252;bereinzustimmen.<\/p>\n<h4>  Krise der Arbeiterbewegung<\/h4>\n<p>  Dieser Streik findet vor dem Hintergrund einer Krise in der   Arbeiterbewegung in den USA statt. In den letzten Jahrzehnten haben die   Gewerkschaften in den USA es nicht geschafft, gut bezahlte Arbeitspl&#228;tze   in der Industrie vor der Auslagerung zu retten. Es gab in letzter Zeit   wenig Erfolge f&#252;r die Arbeiterbewegung. Besonders in der Industrie sind   viele Arbeitspl&#228;tze verloren gegangen und Angriffe auf den   Lebensstandard hingenommen worden, teilweise trotz betrieblicher K&#228;mpfe.   Gewerkschaften, besonders die die KollegInnen in industriellen Branchen   vertreten, sehen sich mit einem gro&#223;en Mitgliederverlust konfrontiert.   Vor 50 Jahren waren ein Drittel aller ArbeitnehmerInnen in den USA   gewerkschaftlich organisiert. 1983 waren es 20 Prozent. Heute sind es   nur noch 12Prozent. Dieser Mitgliederverlust spielte eine grosse Rolle   bei der Spaltung des Gewerkschaftsdachverbandes AFL-CIO im Jahr 2005.   Daraus gr&#252;ndete sich ein neuer Gewerkschaftdachverband, Change to Win,   der eher aus Gewerkschaften des Dienstleistungsbereichs besteht.<\/p>\n<h4>  UAW<\/h4>\n<p>  Diese Krise wird in der UAW widerspigelt. W&#228;hrend 1979 die UAW 1,5   Millionen Mitglieder z&#228;hlte, sind es heute nur noch 576.000. &#220;ber die   letzten Jahre hat die UAW viele Angriffe auf Arbeitspl&#228;tze und den   Lebensstandard ihrer Mitglieder hingenommen ohne ernsthafte K&#228;mpfe zu   organisieren, wie zum Beispiel bei Delphi, wo KollegInnen einen   Stundenlohnverlust von $27 auf $14,50 bis $18 hinnehmen mussten.<\/p>\n<p>  Die Wut unter den Mitgliedern der Gewerkschaften zeigt sich zum Beispiel   in der Gr&#252;ndung der Soldiers of Solidarity, einer radikalen   oppositionellen Gruppe innerhalb der UAW.<\/p>\n<p>  Diese sp&#252;rbare Wut unter den KollegInnen setzte die F&#252;hrung der UAW   unter genug Druck, dass sie sich gezwungen sah, diesen Streik zu f&#252;hren   um Dampf abzulassen und das Vertrauen der KollegInnen (bzw. was noch   davon &#252;brig ist) nicht weiter zu verlieren.<\/p>\n<h4>  Wie kann es weitergehen?<\/h4>\n<p>  Neue Zeiten erfordern eine neue Herangehensweise. Der Kampf um den   Erhalt von Arbeitspl&#228;tzen, Pensionen und der Krankenversicherung kann   nicht nur auf betrieblicher Ebene erfolgreich gef&#252;hrt werden. Wenn die   Verlagerung von Betrieben bzw. von Arbeitspl&#228;tzen verhindert werden   soll, muss der Kampf auch auf politischer Ebene weitergef&#252;hrt werden &#8211;   f&#252;r die Verstaatlichung von Betrieben, den Ausbau der staatlichen Rente   und f&#252;r die Verstaatlichung der Krankenkassen und der gesamten   Gesundheitsindustrie. Dazu ist in den USA eine neue Partei n&#246;tig, die   die Interessen der arbeitenden Menschen, RentnerInnen, Jugendliche und   Arbeitslose vertritt.<\/p>\n<p>  <i>Katie Quarles ist Mitglied von Socialist Alternative, der   US-amerikanischen Schwesterorganisation der SAV<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Am Montag den 24.09. traten zum ersten Mal seit 1970 auf nationaler<br \/>\n      Ebene die 73.000 Mitglieder der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW)<br \/>\n      die bei General Motors arbeiten, in den Streik.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12302"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12302"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12302\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12302"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12302"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}