{"id":12299,"date":"2007-09-22T12:12:58","date_gmt":"2007-09-22T12:12:58","guid":{"rendered":".\/?p=12299"},"modified":"2007-09-22T12:12:58","modified_gmt":"2007-09-22T12:12:58","slug":"12299","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/09\/12299\/","title":{"rendered":"Bahn: Schmierenkom&#246;die"},"content":{"rendered":"<p>  Streit um Lokf&#252;hrer-Tarifvertrag<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/09-22\/032.php\">jungen   Welt, 22.9.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Es ist schon eine reichlich absurde Kom&#246;die, die das Ensemble aus   Bahnvorstand, den Gewerkschaften Transnet und GDBA sowie einem Gro&#223;teil   der Medien derzeit auff&#252;hrt. Als seien sie von kollektivem Alzheimer   befallen, scheinen diese Akteure die vor wenigen Wochen in den   Modera&#173;tionsgespr&#228;chen gefundene Einigung &#187;vergessen&#171; zu haben. In   dieser war der Fahrpersonalgewerkschaft GDL zugebilligt worden, einen   eigenst&#228;ndigen Tarifvertrag &#252;ber Arbeitszeit und Entgelt f&#252;r die knapp   20000 Lokf&#252;hrer der Bahn AG &#8211; von denen die GDL rund 80 Prozent vertritt   &#8211; auszuhandeln. Jetzt hei&#223;t es, zuvor m&#252;sse die GDL mit den beiden   anderen im Konzern vertretenen Gewerkschaften eine schriftliche   Vereinbarung treffen. Im Ergebnis der Moderation war davon zwar nicht   die Rede, aber so wird aus einem Konflikt zwischen Bahn-Spitze und   Lokf&#252;hrern flugs eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen   Gewerkschaften &#8211; und hierf&#252;r haben auch politisch progressiv   eingestellte Menschen gemeinhin kein Verst&#228;ndnis. Als solcher sieht sich   vielleicht auch Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der von einem   &#187;schweren R&#252;ckschlag f&#252;r die Gewerkschaftsbewegung&#171; spricht, aber wohl   eher weitere Schwierigkeiten f&#252;r seine Privatisierungspl&#228;ne bef&#252;rchtet.<\/p>\n<p>  Nicht nur die &#214;ffentlichkeit, sondern auch die Mitglieder seiner eigenen   Gewerkschaft zum Narren halten will offenbar Transnet-Chef Norbert   Hansen. Er warf der GDL am Freitag erneut vor, ihre &#187;unglaubliche   Forderung&#171; auf Kosten anderer Besch&#228;ftigtengruppen durchsetzen zu   wollen. Dabei stimmt das genaue Gegenteil: Sollte die GDL f&#252;r die   Lokf&#252;hrer Verbesserungen herausschlagen, besteht f&#252;r die   DGB-Gewerkschaft die vertraglich garantierte M&#246;glichkeit, &#228;hnliches auch   f&#252;r andere Teile der Belegschaft zu erreichen. Transnet-Mitglieder haben   also allen Grund, die GDL bei ihren angek&#252;ndigten Streikaktionen nicht   nur nicht zu behindern, sondern sie auch aktiv zu unterst&#252;tzen.<\/p>\n<p>  Hansen vertritt mit seinen &#196;u&#223;erungen nicht die Interessen seiner   Mitglieder, sondern lediglich seine eigenen. Deutlich wird dies auch in   seinem Vorwurf, die GDL wolle Lohnerh&#246;hungen f&#252;r die Lokf&#252;hrer &#187;zu   Lasten der Arbeitsplatzsicherheit und des betrieblichen Friedens&#171;   durchdr&#252;cken. Diese Logik &#8211; da&#223; Streiks und Lohnsteigerungen   Arbeitspl&#228;tze gef&#228;hrden &#8211; wird anderen DGB-Gewerkschaftern bei so   ziemlich jedem Arbeitskampf entgegengehalten. Aus dem Mund eines   Gewerkschaftsf&#252;hrers ist eigentlich etwas anderes zu erwarten.<\/p>\n<p>  Die GDL t&#228;te gut daran, in der &#246;ffentlich inszenierten Intrigenkom&#246;die   nicht mehr lange mitzuspielen. Die Ank&#252;ndigung vom Freitag, sich auf   weitere Streiks vorzubereiten, ist die richtige Antwort. Allerdings   sollten sich die Lokf&#252;hrer und ihre Gewerkschaft klar dar&#252;ber sein, da&#223;   die Phalanx aus Bahnvorstand, Politik, Wirtschaft und Transnet-Spitze   alles daransetzen wird, dies zu verhindern. Es geht schlie&#223;lich darum,   das reibungslose Funktionieren der Profitmaschinerie zu garantieren. Und   diesem Ziel sind all diese Herren verpflichtet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Streit um Lokf&#252;hrer-Tarifvertrag\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12299"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12299"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12299\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}