{"id":12283,"date":"2007-09-06T00:36:07","date_gmt":"2007-09-06T00:36:07","guid":{"rendered":".\/?p=12283"},"modified":"2007-09-06T00:36:07","modified_gmt":"2007-09-06T00:36:07","slug":"12283","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/09\/12283\/","title":{"rendered":"Afghanistan: Es gibt eine Alternative zum Blutvergie&#223;en"},"content":{"rendered":"<p>  Die Zukunft Afghanistans muss Sache der arbeitenden Bev&#246;lkerung sein<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Afghanen haben genug von den Besatzern. Aber Taliban,   Monarchisten oder Warlords sind nicht die Kr&#228;fte, die Frieden sichern   k&#246;nnen. Auch das Karsai-Regime stellt keine Alternative dar &#8211; abgesehen   davon, dass es sich ohne die Besatzer keine Woche halten w&#252;rde.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Gaetan Kayitare, Aachen<\/i><\/p>\n<p>  Die Besatzungskr&#228;fte werden von ihren eigenen wirtschaftlichen und   politischen Zielen geleitet. Auch Taliban und Warlords streben nach   Macht. Karsai ist selber Unternehmer (in den neunziger Jahren zog er in   den USA eine Restaurantkette hoch). Ihre Interessen sind allesamt   unvereinbar mit den Interessen der verarmten Massen in Afghanistan.<\/p>\n<h4>  Selbstverteidigungskomitees<\/h4>\n<p>  Die von der milit&#228;rischen Gewalt durch Besatzer, Taliban und Warlords   Betroffenen sollten sich in den Stadtteilen, in D&#246;rfern und auf anderen   Ebenen zusammen tun. Am Besten, in organisierter Form &#8211; also durch die   Bildung von Verteidigungskomitees zum Schutz, aber auch zur   Organisierung des &#246;ffentlichen Lebens. Paschtunen, Tadschiken, Hazara   und die anderen ethnischen Gruppen sollten gemeinsame Strukturen bilden,   auf jeden Fall aber zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>  In den Medien hei&#223;t es, dass alle Oppositionellen zur Taliban geh&#246;ren   w&#252;rden. Demgegen&#252;ber berichtete die SAV-Schwesterorganisation in   Pakistan, dass es diverse Jugendgruppen gibt, die unabh&#228;ngig von der   Taliban gegen die Besatzer k&#228;mpfen.<\/p>\n<p>  Die unterdr&#252;ckten Massen m&#252;ssen zum einen die Taliban und sonstige   reaktion&#228;re Kr&#228;fte zur&#252;ckschlagen und zum anderen den Abzug aller   Besatzungstruppen erzwingen. Dabei k&#246;nnen weltweit linke Organisationen   (in Deutschland allen voran die Partei DIE LINKE) genauso wie   Gewerkschaften einen Beitrag leisten, indem sie Druck f&#252;r den R&#252;ckzug   der Besatzer machen und den afghanischen Massen Unterst&#252;tzung zusichern.<\/p>\n<h4>  Arbeitereinheit<\/h4>\n<p>  Die j&#252;ngere Geschichte Afghanistans ist nicht nur von Fremdherrschaft   und den Stammesf&#252;rsten gepr&#228;gt. Es existierten bis zum Einmarsch der   Sowjetunion 1979 einflussreiche linke Organisationen, darunter die   Kommunistische Partei. Heute sind die Arbeiterorganisationen zerrieben.<\/p>\n<p>  Nicht viel mehr als 20 Prozent der 25 Millionen Afghanen leben in   St&#228;dten. Allerdings ist Kabul eine Gro&#223;stadt mit &#252;ber drei Millionen   Menschen. In Kabul und in den anderen St&#228;dten k&#246;nnen im Kampf gegen   Privatisierung und andere brennende Fragen wieder Arbeiterorganisationen   gest&#228;rkt werden. Bereits heute kommt es in der Hauptstadt regelm&#228;&#223;ig zu   Protesten gegen Arbeitslosigkeit oder Versorgungsn&#246;te.<\/p>\n<p>  Dar&#252;ber kann das Verst&#228;ndnis &#252;ber die eigenen Interessen gesch&#228;rft   werden. ArbeiterInnen und Jugendliche k&#246;nnen mit ihrem Kampf auch auf   die benachteiligte Bauernschaft einwirken und ihnen zeigen, wie   Widerstand gegen Unterdr&#252;ckung und Verarmung geleistet werden kann.<\/p>\n<p>  Im Nahen Osten waren die Gewerkschaften oft der Ort, wo sich Angeh&#246;rige   verschiedener ethnischer oder religi&#246;ser Gruppen gemeinsam   organisierten. Neben der zentralen Rolle der Gewerkschaften sind aber   auch Schritte in Richtung einer Arbeiterpartei erforderlich. Eine solche   Organisation k&#246;nnte den sozialen mit dem politischen Protest verbinden,   Alternativen diskutieren und ein Programm gegen Kapitalismus und   Feudalherrschaft entwickeln.<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich ist es in Afghanistan heute kein Leichtes, f&#252;r seine Rechte zu   steiten. Aber auch im Libanon war es zum Beispiel am Ende des   B&#252;rgerkrieges 1990 m&#246;glich, &#252;ber religi&#246;se Grenzen hinweg einen   Generalstreik durchzuf&#252;hren. Die Probleme, die die Herrschenden zu   verantworten haben, zwingen zur Gegenwehr. Dar&#252;ber k&#246;nnen auch die   Traditionen der Arbeiterbewegung wieder lebendig werden.<\/p>\n<h4>  Sozialistischer Ausweg<\/h4>\n<p>  Weder in Afghanistan noch in der gesamten Region kann es, wie die   Erfahrung zeigt, dauerhaften Frieden, umfassende demokratische Rechte   und soziale Verbesserungen auf kapitalistischer Basis geben.<\/p>\n<p>  Es stimmt, dass durch den Stalinismus sozialistische Ideen diskreditiert   wurden. Aber der Kapitalismus diskreditiert sich heute t&#228;glich. Dadurch   und &#252;ber das Wiedererstarken von Arbeiterorganisationen werden   sozialistische Ideen erneut an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Zukunft Afghanistans muss Sache der arbeitenden Bev&#246;lkerung sein\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[60],"tags":[196],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12283"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12283"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12283\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}