{"id":12269,"date":"2007-08-28T00:59:50","date_gmt":"2007-08-28T00:59:50","guid":{"rendered":".\/?p=12269"},"modified":"2007-08-28T00:59:50","modified_gmt":"2007-08-28T00:59:50","slug":"12269","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12269\/","title":{"rendered":"Bahnprivatisierung: Lebensgef&#228;hrlich"},"content":{"rendered":"<p>  Mehdorn will Geld, keine Kontrollen<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-27\/037.php\">jungen   Welt, 27.8.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Die geplante Privatisierung der Deutschen Bahn AG k&#246;nnte f&#252;r die   Fahrg&#228;ste nicht nur teuer, sondern auch lebensgef&#228;hrlich werden. Das   machen &#196;nderungsw&#252;nsche von Hartmut Mehdorn am vorliegenden   Gesetzentwurf zur Privatisierung des Konzerns deutlich. Die laut   Wirtschaftswoche zu einer Anh&#246;rung im Bundestag schriftlich   eingereichten Vorschl&#228;ge des Bahn-Chefs belegen, worum es diesem geht:   Staatszusch&#252;sse einsacken, Profite an die Anteilseigner weiterreichen   oder bei internationalen Einkaufstouren verschleudern &#8211; und das hiesige   Schienennetz verrotten lassen.<\/p>\n<p>  Der Bund soll dem von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)   vorgelegten Gesetzentwurf zufolge der Bahn AG nach deren   Kapitalprivatisierung j&#228;hrlich 2,5 Milliarden Euro f&#252;r die   Instandhaltung des Schienennetzes &#252;berweisen. Doch Mehdorn hat offenbar   nicht vor, dieses Geld entsprechend seines Zwecks zu verwenden. Deshalb   will er die im Entwurf vorgesehenen Kontrollen und Sanktionen f&#252;r den   Fall, da&#223; die Bahn die Gleise verrotten l&#228;&#223;t, verhindern. Tiefensee   plant, dem Konzern die Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber das Schienennetz   wegzunehmen, falls dieser innerhalb von 15 Jahren wiederholt gegen die   Auflagen zu deren Instandhaltung verst&#246;&#223;t. Mehdorn fordert nun, da&#223; dies   erst nach drei Verst&#246;&#223;en innerhalb von f&#252;nf Jahren m&#246;glich ist. In dem   15-Jahre-Zeitraum soll der Konzern die Gleisarbeiten also bis zu sechs   mal offenkundig vernachl&#228;ssigen k&#246;nnen. Damit nicht genug der   Dreistigkeit. Um dennoch eventuell drohende Unannehmlichkeiten zu   vermeiden, sollen die Schienen gar nicht erst &#252;berpr&#252;ft werden: Mehdorn   will dem Eisenbahnbundesamt Me&#223;fahrten zur Kontrolle des Netzes   untersagen. Statt dessen soll sich die Beh&#246;rde mit den von der Bahn zur   Verf&#252;gung gestellten Informationen begn&#252;gen. Auch finanzielle Sanktionen   bei Regelverst&#246;&#223;en will der Bahn-Chef ausgeschlossen wissen.<\/p>\n<p>  F&#252;r die Kritiker des B&#246;rsengangs sollten diese &#196;u&#223;erungen Ansporn sein,   den Widerstand zu intensivieren und die Privatisierung doch noch zu   verhindern. Best&#228;tigen sie doch die Einsch&#228;tzung, da&#223; bei Vollzug &#252;ber   kurz oder lang britische Verh&#228;ltnisse drohen. Im Mutterland des   Neoliberalismus kam es unter der &#196;gide des privaten Schienenbetreibers   Railtrack, heute Network Rail, zu einer Vielzahl vermeidbarer Unf&#228;lle &#8211;   in einem Fall vom Oktober 1999 starben in der N&#228;he von London 31   Menschen. Auch hierzulande f&#228;hrt die Bahn bereits &#8211; zum Aufh&#252;bschen der   Bilanzen im Vorfeld des B&#246;rsengangs &#8211; auf Substanz.<\/p>\n<p>  Denjenigen, die wie Transnet-Chef Norbert Hansen f&#252;r den B&#246;rsengang der   Bahn als &#187;integriertes Unternehmen&#171; streiten, sollten Mehdorns   &#196;u&#223;erungen zu Denken geben. Machen sie doch deutlich, da&#223; nicht nur von   einer Zerschlagung und Aufteilung des Unternehmens auf viele kleinere   Gesellschaften eine fatale Wirkung ausgehen w&#252;rde. Auch ein   einheitlicher privatisierter Bahn-Konzern h&#228;tte nur ein Ziel: die   Maximierung der Profite &#8211; und sei es auf Kosten der Sicherheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Mehdorn will Geld, keine Kontrollen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12269"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12269"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12269\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}