{"id":12268,"date":"2007-08-24T13:34:39","date_gmt":"2007-08-24T13:34:39","guid":{"rendered":".\/?p=12268"},"modified":"2007-08-24T13:34:39","modified_gmt":"2007-08-24T13:34:39","slug":"12268","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12268\/","title":{"rendered":"Berliner &#246;ffentlicher Dienst: &#187;Die Partei f&#252;hrt hier nicht die \r\n      Verhandlungen&#171;"},"content":{"rendered":"<p>  Die Berliner Linksfraktion sieht kaum Spielraum f&#252;r Lohnerh&#246;hungen im   &#246;ffentlichen Dienst. Die Partei DIE LINKE rechtfertigt im Berliner Senat   nach wie vor den &quot;Anwendungstarifvertrag&quot; mit Lohneinbu&#223;en von 8 bis 12   Prozent f&#252;r die Besch&#228;ftigten und stimmte im Senat zu, auch die jetzt   von ver.di geforderten Einmalzahlungen zu verweigern. Wir dokumentieren   ein Gespr&#228;ch mit Marion Seelig, der innenpolitischen Sprecherin der   Fraktion DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Interview von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-24\/030.php\">jungen   Welt, 24.8.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  <b>Marion Seelig ist innenpolitische &#173;Sprecherin der Fraktion Die Linke   im &#173;Berliner Abgeordnetenhaus<\/b><\/p>\n<h5>  Innensenator Ehrhart K&#246;rting (SPD) spielt im laufenden Tarifkonflikt f&#252;r   die Berliner Landesbediensteten den Harten: Die von ver.di, GdP, GEW und   IG BAU geforderten Einmalzahlungen von drei mal 300 Euro lehnt er   kategorisch ab. Welche Position bezieht die Linksfraktion in dem   Konflikt?<\/h5>\n<p>  Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des &#246;ffentlichen Dienstes haben   gro&#223;e Opfer zur Sanierung des Berliner Notlagenhaushalts gebracht.   Deshalb gehen wir davon aus, da&#223; sie nicht auf ewige Zeiten von der   Einkommensentwicklung im Bund abkoppelt bleiben k&#246;nnen.<\/p>\n<h5>  Was hei&#223;t das konkret?<\/h5>\n<p>  Da&#223; wir so fr&#252;h wie m&#246;glich in Verhandlungen eintreten, also nicht erst   2009, wenn der alte Tarifvertrag ausl&#228;uft. Wir wollen versuchen, uns mit   den Gewerkschaften in vern&#252;nftiger Art und Weise zu einigen.<\/p>\n<h5>  Am Dienstag hat der SPD-Linke-Senat das &#187;Angebot&#171; an die Gewerkschaften   beschlossen, das bundesweit geltende neue Tarifrecht zu &#252;bernehmen &#8211;   aber eben ohne die Lohnerh&#246;hungen, die in den anderen Bundesl&#228;ndern und   Kommunen vereinbart wurden.<\/h5>\n<p>  Zumindest f&#252;r einige Besch&#228;ftigtengruppen wird es im Rahmen der   Ost-West-Angleichung zum 1. Januar 2008 bzw. zum 1. Oktober 2010   Einkommenssteigerungen geben. Das ist doch schon mal ein Schritt in die   richtige Richtung.<\/p>\n<h5>  Das ist mit dem von Berlin &#252;bernommenen Potsdamer Tarifvertrag 2003 doch   l&#228;ngst vereinbart. Hier geht es nicht um die Ost-West-Angleichung,   sondern um Lohnerh&#246;hungen zum Ausgleich der Preissteigerungen. Wenn   diese nicht gew&#228;hrt werden, sind die Berliner Besch&#228;ftigten gegen&#252;ber   ihren Kollegen in anderen L&#228;ndern und Kommunen gleich doppelt   benachteiligt: zum einen durch die Lohnk&#252;rzungen von acht bis zw&#246;lf   Prozent durch den Anwendungstarifvertrag 2003, zum anderen durch die   Verweigerung des Inflationsausgleichs.<\/h5>\n<p>  Dennoch bin ich sehr skeptisch, ob Lohnerh&#246;hungen so ohne weiteres   m&#246;glich sein werden. Wir sehen das eher perspektivisch und gehen davon   aus, da&#223; wir vern&#252;nftige und nicht &#252;bereilte Verhandlungen f&#252;r eine   Regelung nach Auslaufen des Anwendungstarifvertrags f&#252;hren. Inwieweit   wir noch w&#228;hrend der Vertragslaufzeit Verbesserungen vornehmen k&#246;nnen,   werden die Verhandlungen zeigen.<\/p>\n<h5>  Als politische Partei stellt Die Linke selbstverst&#228;ndlich die Forderung   auf, da&#223; es im &#246;ffentlichen Dienst eine vern&#252;nftige Bezahlung geben mu&#223;.   Die Besch&#228;ftigten leisten schlie&#223;lich eine wichtige Arbeit f&#252;r das   Gemeinwohl. Das Problem ist aber, da&#223; die Partei hier nicht die   Verhandlungen f&#252;hrt. Da&#223; der Senat nun &#252;berhaupt seine   Verhandlungsbereitschaft erkl&#228;rt hat, ist doch schon einmal positiv. Das   hatte ich von seiten der SPD zuvor noch anders wahrgenommen.<\/h5>\n<p>  Zur Finanzsituation des Landes: Die Gewerkschaften argumentieren, da&#223;   sich diese gegen&#252;ber 2003 deutlich gebessert hat. Ist das nicht korrekt?<\/p>\n<p>  Wir zahlen immer noch jedes Jahr eine Milliardensumme an Zinsen &#8211; und   hier geht es um das Geld der Berliner Steuerzahler.<\/p>\n<h5>  Im vergangenen Jahr hat das Land eine Milliarde Euro mehr eingenommen   als erwartet. Und in diesem Jahr ist die Steuersch&#228;tzung bereits zweimal   nach oben korrigiert worden. Sollte man den Besch&#228;ftigten davon nicht   ihren Anteil zugestehen?<\/h5>\n<p>  Ich verstehe die Haltung der Gewerkschaften voll und ganz &#8211; das ist   keine Frage. Aber das hei&#223;t nicht, da&#223; ich deren Positionen immer eins   zu eins &#252;bernehmen kann. Schlie&#223;lich gibt es f&#252;r das Land noch andere   Schwerpunkte, die auch den Gewerkschaften durchaus am Herzen liegen.   Beispielsweise wollen wir die Situation im Bildungsbereich deutlich   verbessern, wof&#252;r wir neue, junge Lehrer einstellen m&#252;ssen.<\/p>\n<h5>  Wie soll sich die Situation im Bildungsbereich verbessern, wenn gerade   junge Lehrer in andere Bundesl&#228;nder abwandern, weil sie dort deutlich   mehr verdienen als in Berlin?<\/h5>\n<p>  Das ist tats&#228;chlich ein Problem. Deswegen werden wir wohl nicht   umhinkommen, uns nach Auslaufen des Anwendungstarifvertrages wieder in   die bundesweiten Regelungen einzuklinken &#8211; auch, was die Gehalts- und   Arbeitszeitbestandteile anbelangt.<\/p>\n<h5>  Bis 2009 soll demnach nichts passieren?<\/h5>\n<p>  Das wei&#223; ich nicht. Ich finde es wichtig, da&#223; jetzt erst einmal das   Gespr&#228;ch gesucht wird. Es liegt die Maximalforderung nach   Einmalzahlungen von insgesamt 900 Euro auf dem Tisch. Vielleicht geht   etwas in diese Richtung, aber wie gesagt: Das mu&#223; man genau ausloten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Berliner Linksfraktion sieht kaum Spielraum f&#252;r Lohnerh&#246;hungen im<br \/>\n      &#246;ffentlichen Dienst. Die Partei DIE LINKE rechtfertigt im Berliner Senat<br \/>\n      nach wie vor den &quot;Anwendungstarifvertrag&quot; mit Lohneinbu&#223;en von 8 bis 12<br \/>\n      Prozent f&#252;r die Besch&#228;ftigten und stimmte im Senat zu, auch die jetzt<br \/>\n      von ver.di geforderten Einmalzahlungen zu verweigern. 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