{"id":12263,"date":"2007-08-22T14:57:20","date_gmt":"2007-08-22T14:57:20","guid":{"rendered":".\/?p=12263"},"modified":"2007-08-22T14:57:20","modified_gmt":"2007-08-22T14:57:20","slug":"12263","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12263\/","title":{"rendered":"Berlin: Senat zeigt H&#228;rte"},"content":{"rendered":"<p>  Kein Angebot f&#252;r Einkommenserh&#246;hungen bei Landesbesch&#228;ftigten. Statt   dessen Ausweitung des &#220;berwachungsstaats<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-22\/060.php\">jungen   Welt, 22.8.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Der Berliner Senat zeigt gegen&#252;ber seinen Bediensteten weiter H&#228;rte. Bei   seiner Sitzung am Dienstag beschlossen die Regierungsmitglieder von SPD   und Die Linke, den Gewerkschaften kein Angebot zur von ihnen geforderten   Erh&#246;hung der L&#246;hne und Geh&#228;lter im &#246;ffentlichen Dienst vorzulegen.   Lediglich &#252;ber eine &#187;kostenneutrale &#220;bernahme&#171; des bundesweit geltenden   Tarifrechts wolle man verhandeln, erkl&#228;rte Innensenator Ehrhart K&#246;rting   (SPD) im Anschlu&#223; an die Sitzung.<\/p>\n<p>  H&#228;rte zeigt &#187;rot-rot&#171; auch in puncto &#187;Innere Sicherheit&#171;. Es wurde eine   Reihe von Gesetzes&#228;nderungen verabschiedet, die eine Ausweitung der   &#220;berwachungsm&#246;glichkeiten durch die &#187;Sicherheitsbeh&#246;rden&#171; der Hauptstadt   zur Folge haben. Insbesondere in den Fahrzeugen der BVG soll die   Video&#252;berwachung ausgeweitet werden.<\/p>\n<p>  Am Dienstag morgen waren die Senatoren &#8211; nicht alle, einige benutzten   den Hintereingang &#8211; auf ihrem Weg ins Rote Rathaus von mehreren hundert   Personalr&#228;ten mit einem gellenden Pfeifkonzert empfangen worden. Damit   wollten die Besch&#228;ftigtenvertreter der Gewerkschaftsforderung nach   &#220;bernahme der bundesweit erfolgten Einkommenssteigerungen &#8211; konkret will   die Tarifgemeinschaft aus ver.di, GEW, GdP und IG BAU drei   Einmalzahlungen von jeweils 300 Euro durchsetzen &#8211; Nachdruck verleihen.<\/p>\n<p>  Im Anschlu&#223; an die Aktion versammelten sie sich zu einer   Personalr&#228;tekonferenz in einem der S&#228;le des Regierungsgeb&#228;udes. Thema   hier: ein vorliegender Entwurf f&#252;r ein neues   Landespersonalvertretungsgesetz, das eine weitereichende Einschr&#228;nkung   der Mitbestimmungsrechte im Landesdienst vorsieht (Siehe Interview Seite   8). Entgegen K&#246;rtings urspr&#252;nglicher Planung kam das Thema bei der   Senatssitzung zwar nicht zur Sprache, zur Frage der Tarifforderung   &#252;bernahm die Landesregierung jedoch die harte Haltung ihres   Innensenators.<\/p>\n<p>  Nach der Sitzung k&#252;ndigte dieser an, den Gewerkschaften in den kommenden   Tagen ein &#187;Angebot&#171; zukommen zu lassen. &#187;Wir werden die &#220;bernahme des   neuen Tarifrechts f&#252;r den &#246;ffentlichen Dienst, TV&#214;D bzw TV-L, anbieten&#171;,   konkretisierte K&#246;rting die Offerte und betonte, damit sei das Land   bereit, sich &#187;beim Tarifrecht wieder in den Geleitzug mit den &#252;brigen   L&#228;ndern zu begeben&#171;. 2003 hatte der Senat die Gewerkschaften mit seinem   Ausstieg aus dem Arbeitgeberverband zum Abschlu&#223; eines   &#187;Anwendungstarifvertrags&#171; bewegt, der Einkommensk&#252;rzungen zwischen acht   und zw&#246;lf Prozent bei gleichzeitiger Arbeitszeitreduzierung vorsieht.   Zus&#228;tzlich m&#252;ssen die Landesbediensteten in der Hauptstadt &#8211; anders als   in fast allen anderen L&#228;ndern und Kommunen &#8211;seither auf jegliche   Lohnsteigerungen verzichten. Dennoch werde man der   Gewerkschaftsforderung nach Einkommenserh&#246;hungen nicht nachkommen,   betonte K&#246;rting. &#187;Die finanzielle Situation des Landes ist nach wie vor   angespannt&#171;, begr&#252;ndete der Senator dies. Die g&#252;nstigeren   Haushaltszahlen im kommenden Jahr seien ausschlie&#223;lich auf den Verkauf   der Landesanteile an der Bankgesellschaft zur&#252;ckzuf&#252;hren und m&#252;&#223;ten zum   Schuldenabbau verwendet werden.<\/p>\n<p>  Ohnehin sieht sich der Senat nicht in der Pflicht, die bundesweite   Tarifentwicklung nachzuvollziehen. Die Gewerkschaften h&#228;tten den   &#187;Anwendungstarifvertrag&#171; schlie&#223;lich unterschrieben, &#187;wohl wissend, da&#223;   es sehr schwierig werden w&#252;rde, davon noch einmal etwas zu &#228;ndern&#171;, so   K&#246;rting. Das Abkommen sehe lediglich eine &#187;winzige &#214;ffnungsklausel&#171; vor,   die die Regierung dazu verpflichte, die &#220;bernahme anderswo vereinbarter   Tarifregelungen &#187;zu pr&#252;fen&#171;. &#187;Wenn wir dieser Verpflichtung nachkommen,   dann gehe ich davon aus, da&#223; in diesem Punkt kein Streikrecht besteht&#171;,   erkl&#228;rte er auf jW-Nachfrage nach einem m&#246;glichen Arbeitskampf.<\/p>\n<p>  Bei Gewerkschaftern und Personalvertretern sorgen diese &#196;u&#223;erungen   naturgem&#228;&#223; f&#252;r Emp&#246;rung. &#187;Den TV&#214;D ohne die entsprechende Tariferh&#246;hung   vereinbaren zu wollen &#8211; das ist doch wohl ein Witz&#171;, sagte Uwe   Januszewski, Vorsitzender des Hauptpersonalrats, gegen&#252;ber jW. Auch die   Berliner Landesbediensteten h&#228;tten einen Anspruch auf Ausgleich der   Preissteigerungen, betonte er. &#187;Die Forderung nach Lohnerh&#246;hungen ist   f&#252;r uns zentral, das brennt den Kolleginnen und Kollegen auf den   N&#228;geln&#171;, hob auch die Verhandlungsf&#252;hrerin der Gewerkschaften und   stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Astrid Westhoff auf   jW-Nachfrage hervor. Selbstverst&#228;ndlich h&#228;tten die Besch&#228;ftigten das   Recht, dies auch mit einem Streik durchzusetzen. Westhoff widersprach   auch der Argumentation K&#246;rtings, f&#252;r Lohnerh&#246;hungen fehle das Geld:   &#187;Erstens hat das Land mit dem Anwendungstarifvertrag wesentlich mehr   eingespart, als urspr&#252;nglich geplant: insgesamt 500 Millionen Euro.   Zweitens ist die Einnahmeentwicklung des Landes viel besser als   erwartet, und drittens hat Berlin durch den massiven Personalabbau in   den letzten Jahren die Kosten enorm verringert.&#171; Die Tarifkommission der   beteiligten Gewerkschaften wird am Freitag &#252;ber das weitere Vorgehen   beraten. &#187;Wenn es tats&#228;chlich kein Lohnangebot gibt, gehe ich davon aus,   da&#223; sich die Auseinandersetzung versch&#228;rfen wird&#171;, drohte Westhoff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Kein Angebot f&#252;r Einkommenserh&#246;hungen bei Landesbesch&#228;ftigten. 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