{"id":12254,"date":"2007-08-24T00:33:57","date_gmt":"2007-08-24T00:33:57","guid":{"rendered":".\/?p=12254"},"modified":"2007-08-24T00:33:57","modified_gmt":"2007-08-24T00:33:57","slug":"12254","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12254\/","title":{"rendered":"Bahn-Verkauf: Die Regierung hat es eilig"},"content":{"rendered":"<p>  Auf der Kabinettssitzung am 24. Juli wurde im Bundeskanzleramt der   Gesetzentwurf zur Bahn-Privatisierung, der aus dem   Bundesverkehrsministerium stammt, beschlossen. Geplant ist, dass bis zu   49,9 Prozent der Bahn-Aktien in die H&#228;nde von privaten Investoren   &#252;bergehen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Unmittelbar nach der Sommerpause steht das Thema im Bundestag auf der   Tagesordnung.<\/p>\n<p>  Schon im n&#228;chsten Jahr soll ein erstes Anteilspaket an der Deutschen   Bahn AG verkauft werden, in einer Gr&#246;&#223;enordnung von 25 Prozent. Die   Merkel\/M&#252;ntefering-Regierung &#8222;sch&#228;tzt&#8220; den Wert des Unternehmens auf 20   Milliarden Euro und m&#246;chte deshalb mit einem ersten Teilverkauf f&#252;nf   Milliarden Euro erl&#246;sen.<\/p>\n<p>  Der Wert des Bruttoanlageverm&#246;gens der Deutschen Bahn AG, das sich in   der Geschichte der Bahn herausbildete, liegt jedoch bei 181.403.000.000   oder bei 181,4 Milliarden Euro. Allein f&#252;r den Fahrweg &#8211; f&#252;r die 40.000   Kilometer Schienennetz &#8211; nennt die von Bundesverkehrsminister Wolfgang   Tiefensee (SPD) pers&#246;nlich unterzeichnete Statistik &#8222;Verkehr in Zahlen&#8220;   einen Wert von 126 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>  Zwar redet Tiefensee davon, dass das Netz beim Bund bleiben w&#252;rde. Aber   das stimmt faktisch nicht. Nach den Gesetzespl&#228;nen soll die   teilprivatisierte Deutsche Bahn AG die Infrastruktur 15 Jahre lang   &#8222;betreiben und bilanzieren&#8220; k&#246;nnen. Sie wird einem Eigent&#252;mer gleich   &#252;ber das Schienennetz und &#252;ber die mehr als 5.000 Bahnh&#246;fe bestimmen   k&#246;nnen. Die Verf&#252;gung &#252;ber das Netz soll nach dieser Zeit zwar an den   Bund zur&#252;ckgehen. Doch daf&#252;r m&#252;sste die privatisierte Deutsche Bahn AG   einen so genannten Wertausgleich in zweistelliger Milliardenh&#246;he   erhalten. Diese Konstruktion macht es extrem unwahrscheinlich, dass der   Bund jemals wieder die reale Verf&#252;gung &#252;ber den Verkehrsweg bekommt. <\/p>\n<p>  Im &#220;brigen kommen allein in diesen 15 Jahren &#252;berwiegend gesetzlich   garantierte Subventionen von mehr als 100 Milliarden Euro der dann   teilprivatisierten Deutschen Bahn AG zu Gute: jeweils j&#228;hrlich 2,5   Milliarden Euro f&#252;r den Erhalt der Infrastruktur, rund eine Milliarde   f&#252;r den Ausbau des Schienennetzes, rund 4,5 Milliarden Euro jeweils in   Form von Regionalisierungsgeldern f&#252;r den Nahverkehr.<\/p>\n<p>  Aus unterschiedlichen Gr&#252;nden wird auf Ebene der Bundesl&#228;nder und in der   SPD Unmut laut. In den SPD-Landesverb&#228;nden Bayern, Baden-W&#252;rttemberg,   Brandenburg und Berlin wurden jedenfalls in den vergangenen Wochen   Beschl&#252;sse gegen eine Bahn-Privatisierung gefasst.<\/p>\n<p>  Von daher macht der knallharte Fahrplan der Gro&#223;en Koalition Sinn. Der   Regierungsentwurf soll schon in der ersten Sitzungswoche nach der   Sommerpause &#8211; die eigentlich den Beratungen des Haushalts 2008   vorbehalten ist &#8211; zur ersten Lesung eingebracht werden. Damit best&#252;nde   die M&#246;glichkeit, das gesamte Projekt in Bundestag und Bundesrat vor Ende   Oktober durchzupeitschen &#8211; und damit vor dem SPD-Bundesparteitag am 26.   bis 28. Oktober.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Auf der Kabinettssitzung am 24. Juli wurde im Bundeskanzleramt der<br \/>\n      Gesetzentwurf zur Bahn-Privatisierung, der aus dem<br \/>\n      Bundesverkehrsministerium stammt, beschlossen. 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