{"id":12253,"date":"2007-08-16T00:57:14","date_gmt":"2007-08-16T00:57:14","guid":{"rendered":".\/?p=12253"},"modified":"2007-08-16T00:57:14","modified_gmt":"2007-08-16T00:57:14","slug":"12253","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12253\/","title":{"rendered":"Investivlohn: Profitieren Besch&#228;ftigte von &#8222;Gewinnbeteiligung&#8220;?"},"content":{"rendered":"<p>  Gro&#223;e Koalition versucht Lohnabh&#228;ngige zu locken<\/p>\n<p>  Mit verschiedenen Gewinnbeteiligungs-Modellen versuchen SPD und CDU\/CSU   die ArbeitnehmerInnen zu k&#246;dern. Der Tenor f&#252;r die &#214;ffentlichkeit: Die   Besch&#228;ftigten sollen am Unternehmenserfolg beteiligt werden. H&#246;rt sich   gut an, was steckt dahinter?<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Torsten Sting, Rostock<\/i><\/p>\n<p>  Eigentlich ist es ein alter Ladenh&#252;ter den die beiden &#8222;Volksparteien&#8220;   ausgepackt haben. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten wurde immer   wieder von &#8222;Arbeitnehmerbeteiligung am Produktivkapital&#8220; oder   &#8222;Investivl&#246;hnen&#8220; gesprochen. .<\/p>\n<h4>  Warum jetzt?<\/h4>\n<p>  Es d&#252;rfte kein Zufall sein, dass gerade zum jetzigen Zeitpunkt die   Parteien der Gro&#223;en Koalition wieder auf diese Gedanken kommen. Die   Konjunktur brummt mit Rekordgewinnen f&#252;r die Kapitalisten. Der Ruf nach   h&#246;heren L&#246;hnen wird lauter, die Besch&#228;ftigten wollen das wieder rein   holen was sie in den vergangenen Jahren verloren haben. Die Debatte um   Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer ist eine Reaktion auf diese   Entwicklung. Die SPD hat dabei nochmal das spezielle Interesse   -angesichts einbrechender Umfrageergebnisse und Wahlschlappen- sich als   vermeintliche Interessenvertretung der kleinen Leute aufzuspielen.<\/p>\n<h4>  Worum geht es?<\/h4>\n<p>  Wenn es den Vertretern des Kapitals wirklich darum gehen w&#252;rde, den   ArbeiterInnen &#8222;etwas gutes zu tun&#8220;, dann h&#228;tten sie bei den diesj&#228;hrigen   Tarifrunden tats&#228;chlich kr&#228;ftigen Lohnsteigerungen zustimmen k&#246;nnen. Das   Ziel ist es jedoch die Lohnkosten m&#246;glichst gering zu halten oder zu   dr&#252;cken. Ein wichtiger Hebel zum erreichen dieses Zieles ist es, dass   die fest vereinbarten Lohnsteigerungen bei den Tarifvertr&#228;gen gering   gehalten werden sollen. Stattdessen dr&#228;ngen die Unternehmer immer mehr   auf &#8222;Einmalzahlungen&#8220; oder &#8222;erfolgsabh&#228;ngige&#8220; Komponenten etwa beim   Weihnachtsgeld. In vielen Unternehmen gibt es mittlerweile neben einem   geringen Festgehalt einen st&#228;rker werdenden Anteil von Pr&#228;mien. Durch   verschiedene Formen vom Erfolg des Betriebes abh&#228;ngigen Bestandteilen,   sollen die Besch&#228;ftigten letzlich enger an das Unternehmen gebunden   werden, f&#252;r das sie arbeiten. Damit sollen die gegens&#228;tzlichen   Interessen verwischt und Arbeitnehmer dazu gebracht werden, an &#8222;ihren   Betrieb&#8220; zu denken nach dem Motto: &#8222;Geht es dem Betrieb gut, geht es uns   allen gut&#8220;.<\/p>\n<p>  Zwar haben tats&#228;chlich Besch&#228;ftigten in einigen Konzernen (z.B. Porsche,   BMW, Daimler) durch erfolgsabh&#228;ngige Zahlungen in Zeiten guter   Konjunktur ein paar Euro mehr in der Tasche. Dennoch ist die   Gewinnbeteiligung im Verh&#228;ltnis zu den astronomischen Profiten und   Gehaltssteigerungen der Manager ein Witz. Vor allem aber macht es die   Einkommen der abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten von den Konjunkturschwankungen der   kapitalistischen Gesellschaft abh&#228;ngig, f&#252;r deren Krisen nicht die   ArbeiterInnen, sondern der Charakter des Kapitalismus selber   verantwortlich sind. Kommt es zur Krise verdienen Besch&#228;ftigte bei   solchen Modellen also deutlich weniger und verlieren zudem h&#228;ufig ihren   Job.<\/p>\n<p>  Gewinnbeteiligung f&#252;hrt auch nicht dazu, dass der Anteil der   Arbeitnehmer-Einkommen am gesellschaftlichen Reichtum wieder steigt.   Dieser liegt auf einem historischen Tiefstand. Hier muss der Trend   umgedreht werden. Das geht nur durch Kampf f&#252;r h&#246;here L&#246;hne statt durch   Gewinnbeteiligung.<\/p>\n<h4>  Alternativen<\/h4>\n<p>  Die Pl&#228;ne zur &#8222;Gewinnbeteiligung&#8220; streuen Sand in die Augen. Es muss zum   einen darum gehen, die L&#246;hne und Sozialleistungen in den Betrieben   wieder dauerhaft anzuheben ohne sich an die jeweilige konjunkturelle   Lage anzupassen. Dies ist vorrangige Aufgabe der Gewerkschaften. Leider   haben sich auch in diesem Bereich die Gewerkschaftsspitzen total   angepasst und in Tarifvertr&#228;gen und betrieblichen Vereinbarungen   weitgehende Zugest&#228;ndnisse zugelassen.<\/p>\n<p>  Aufgabe der neuen Partei DIE LINKE sollte es sein, die Opposition in den   Gewerkschaften in ihrem Kampf gegen diese Entwicklung zu unterst&#252;tzen. <\/p>\n<p>  Letztlich erwirtschaften aber die Besch&#228;ftigten den gesamten Reichtum   der Gesellschaft. Der Kampf muss mit einer Perspektive verbunden werden,   wo die Arbeiter und Angestellten selber demokratisch dar&#252;ber befinden,   was mit dem erwirtschafteten Reichtum passiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Gro&#223;e Koalition versucht Lohnabh&#228;ngige zu locken\n    <\/p>\n<p>\n      Mit verschiedenen Gewinnbeteiligungs-Modellen versuchen SPD und CDU\/CSU<br \/>\n      die ArbeitnehmerInnen zu k&#246;dern. Der Tenor f&#252;r die &#214;ffentlichkeit: Die<br \/>\n      Besch&#228;ftigten sollen am Unternehmenserfolg beteiligt werden. 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