{"id":12251,"date":"2007-08-14T12:50:29","date_gmt":"2007-08-14T12:50:29","guid":{"rendered":".\/?p=12251"},"modified":"2007-08-14T12:50:29","modified_gmt":"2007-08-14T12:50:29","slug":"12251","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12251\/","title":{"rendered":"Berliner LPersVG: K&#246;rting dr&#252;ckt aufs Tempo"},"content":{"rendered":"<p>  Berlins Innensenator will Mitbestimmungsrechte im &#246;ffentlichen Dienst   drastisch einschr&#228;nken. Kritik von Gewerkschaften und Personalr&#228;ten<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-13\/053.php\"> junge Welt, 13.8.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Berlins Innensenator Ehrhart K&#246;rting (SPD) dr&#252;ckt bei der Novellierung   des Landespersonalvertretungsgesetzes (LPersVG) aufs Tempo. Die   Gewerkschaften sollen bis Freitag dieser Woche eine Stellungnahme zum   vorliegenden Gesetzentwurf abgeben, der eine drastische Einschr&#228;nkung   der Mitbestimmungsrechte im &#246;ffentlichen Dienst der Hauptstadt vorsieht.   Und bereits bei der Senatssitzung am 21. August soll das Thema nach   Informationen der Besch&#228;ftigtenvertreter auf der Tagesordnung stehen. <\/p>\n<p>  Zentraler Streitpunkt sind die im Gesetzentwurf vorgesehenen &#196;nderungen   zur Einigungsstelle, die bei strittigen Fragen zwischen Dienststelle und   Besch&#228;ftigtenvertretung angerufen wird. Das &#252;blicherweise von einem   Arbeitsrichter geleitete Gremium soll k&#252;nftig keine bindenden Beschl&#252;sse   mehr treffen, sondern lediglich noch &#187;Empfehlungen&#171; aussprechen k&#246;nnen.   &#187;Wenn dies so beschlossen w&#252;rde, w&#228;re das faktisch das Ende der   Mitbestimmung &#8211; und das unter einem rot-roten Senat&#171;, kritisiert   Eberhard Sch&#246;nberg, Landeschef der Polizeigewerkschaft GdP, gegen&#252;ber   jW. Eine solche Entscheidung w&#228;re auch ein Signal an die   Privatwirtschaft, der die Mitbestimmung schon lange ein Dorn im Auge   sei, glaubt er. Die stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiterin Astrid   Westhoff sieht das genauso. &#187;Aus unserer Sicht ist es v&#246;llig unn&#246;tig, da   ranzugehen&#171;, betonte sie im jW-Gespr&#228;ch.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaften &#252;berrascht<\/h4>\n<p>  Westhoff hat aber noch weitere Kritikpunkte. &#187;Sie wollen die   Mitbestimmungsrechte der Personalr&#228;te beim Umgang mit Ein-Euro-Jobbern   ausdr&#252;cklich ausschlie&#223;en &#8211; das ist skandal&#246;s&#171;, erkl&#228;rte sie. Obwohl die   Mitbestimmungsrechte von Betriebs- und Personalr&#228;ten in diesem Punkt   k&#252;rzlich gerichtlich best&#228;tigt wurden, will K&#246;rting den   Besch&#228;ftigtenvertretern lediglich &#187;Mitwirkungsrechte&#171; zugestehen. eine   tats&#228;chliche Einflu&#223;nahme w&#228;re damit nicht m&#246;glich. Auch die Rechte der   Frauenvertretungen sollen Westhoff zufolge eingegrenzt werden.<\/p>\n<p>  &#220;berrascht sind Berlins Gewerkschafter und Personalr&#228;te von dem   Zeitdruck, der vom Innensenat aufgebaut wird. &#187;Wenn wir bis zum 17. eine   Stellungnahme vorlegen sollen und der Senat schon am 21. dar&#252;ber ber&#228;t,   dann wird damit signalisiert: Man will sich mit unseren Positionen nicht   ernsthaft auseinandersetzen&#171;, meinte Westhoff. Zwar verwies K&#246;rtings   Sprecherin Nicola Rothermel, die sich inhaltlich nicht &#228;u&#223;ern wollte,   auf jW-Nachfrage darauf, da&#223; die Tagesordnung der Sitzung erst am   Dienstag definitiv festgelegt werde und eine Debatte &#252;ber das LPersVG   &#187;eher unwahrscheinlich&#171; sei. Die Gewerkschaften geben dennoch keine   Entwarnung. &#187;Es gibt Gespr&#228;che dar&#252;ber, das Thema wieder von der   Tagesordnung zu nehmen, uns ist aber weder offiziell noch inoffiziell   mitgeteilt worden, da&#223; dies so sein wird&#171;, betonte Westhoff.<\/p>\n<p>  Die Skepsis der Besch&#228;ftigtenvertreter ist berechtigt, hatten sich die   Koalitionsfraktionen SPD und Die Linke in Gespr&#228;chen doch kritisch zum   Gesetzentwurf ge&#228;u&#223;ert und versichert, es werde nichts &#252;bers Knie   gebrochen. Die widerspr&#252;chlichen Signale aus der Landesregierung f&#252;hrt   Uwe &#173;Januszewski, Vorsitzender des Hauptpersonalrats, auf die Existenz   zweier Str&#246;mungen in der Koalition zur&#252;ck: &#187;Die einen um K&#246;rting wollen   offenbar durchziehen und die Einschr&#228;nkung der Mitbestimmung noch in   diesem Jahr durchsetzen. Die Linksfraktion und ein Teil der SPD setzen   hingegen auf Gespr&#228;che mit uns, um zu einvernehmlichen L&#246;sungen zu   kommen.&#171; In einigen Fragen, wie der Anpassung des LPersVG an das neue   Tarifrecht im &#246;ffentlichen Dienst, sieht der Personalrat auch durchaus   &#196;nderungsbedarf. Um diesen zu diskutieren, werden Arbeitsgruppen mit   Vertretern der Fraktionen, der Gewerkschaften und Personalvertretungen   eingerichtet, die im September ihre Arbeit aufnehmen sollen. Vor dem   Hintergrund dieser Vereinbarung sehen die Gewerkschafter K&#246;rtings   Vorpreschen nicht nur als Affront gegen sich, sondern auch gegen die   Abgeordneten.<\/p>\n<h4>  Personalr&#228;te entsetzt<\/h4>\n<p>  Vom Personalrat vehement abgelehnt werden nicht nur die &#196;nderungen zur   Einigungsstelle, sondern auch beispielsweise die geplante Einschr&#228;nkung   von Mitbestimmungsrechten im Umgang mit betrieblichen IT-Systemen. &#187;Wir   werden alles daransetzen, da&#223; insbesondere K&#246;rtings Pl&#228;ne zur   Einigungsstelle nicht durchkommen&#171;, betonte Januszewski gegen&#252;ber jW.   Die Personalr&#228;te des gesamten &#246;ffentlichen Dienstes seien &#187;entsetzt&#171;   &#252;ber dieses Vorhaben, weshalb sie f&#252;r den 21. August zu einer   gemeinsamen &#246;ffentlichen Personalratssitzung im Roten Rathaus   mobilisieren.<\/p>\n<p>  Unterst&#252;tzung bekommen die Besch&#228;ftigtenvertreter auch vom DGB. &#187;An der   Mitbestimmung lassen wir nicht r&#252;tteln&#171;, erkl&#228;rte Dieter Scholz,   Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes in Berlin, gegen&#252;ber jW. Das Thema   habe schlie&#223;lich auch bundesweite Bedeutung. &#187;Wir erwarten von einem   rot-roten Senat, da&#223; er sich in die konservativen Angriffe auf die   Mitbestimmung nicht einreiht&#171;, forderte der DGB-Chef. Er vertraue   allerdings auf die Zusicherungen aus der Koalition, da&#223; man an einem   ernsthaften Dialogproze&#223; mit den Gewerkschaften interessiert sei und   &#252;ber den Sommer keine Fakten schaffen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Berlins Innensenator will Mitbestimmungsrechte im &#246;ffentlichen Dienst<br \/>\n      drastisch einschr&#228;nken. 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