{"id":12248,"date":"2007-08-08T12:38:35","date_gmt":"2007-08-08T12:38:35","guid":{"rendered":".\/?p=12248"},"modified":"2007-08-08T12:38:35","modified_gmt":"2007-08-08T12:38:35","slug":"12248","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12248\/","title":{"rendered":"Lokf&#252;hrer auf Streikkurs: Egoisten oder Eisbrecher?"},"content":{"rendered":"<p>  Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf&#252;hrer (GDL) lehnt den von den   Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarten Tarifabschluss f&#252;r die   Bahn-Besch&#228;ftigten ab, fordert mehr und will daf&#252;r streiken. Ist Kritik   oder Solidarit&#228;t angebracht?<\/p>\n<p> <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Spitzenfunktion&#228;re wie Frank Bsirske und Michael Sommer schieben im   Monat 13.500 Euro und mehr ein. Aber den Lokf&#252;hrern, die ein   bescheidenes Anfangsgehalt von brutto 2.500 Euro (statt bisher 1.970   Euro) und eine Stunde Arbeitszeitverk&#252;rzung fordern, wird aus den Reihen   der DGB-Spitze vorgeworfen, sie seien egoistisch.<\/p>\n<h4>  Provokation f&#252;r DGB-F&#252;hrung<\/h4>\n<p>  Um was geht es wirklich? Hohe Tarifforderungen gepaart mit   Entschlossenheit und Streik zur Durchsetzung sind eine Bedrohung f&#252;r die   Politik des Verzichts und der Streikvermeidung der DGB-Gewerkschaften.   Mit den politischen Argumenten, die dabei aufgefahren werden, entlarven   sich unsere Spitzenfunktion&#228;re offen als Handlanger der Arbeitgeber. So   wird gegen&#252;ber den Lokf&#252;hrern argumentiert, ihre Forderungen w&#252;rden   Arbeitspl&#228;tze vernichten. Es ist auch heuchlerisch, wenn Bsirske und   Co., die seit Jahren mit Spartentarifvertr&#228;gen, &#214;ffnungsklauseln und der   Verbetrieblichung der Tarifpolitik die Spaltung der Besch&#228;ftigten   betreiben, die GDL mit dem Vorwurf der Entsolidarisierung konfrontieren.<\/p>\n<p>  Allein das offensive Auftreten der GDL setzte Transnet unter Druck, 7,5   Prozent zu fordern. Selbst der Warnstreik von Transnet war ein   Aufspringen auf einen Warnstreik der GDL. Die erzielten 4,5 Prozent f&#252;r   19 Monate nennt Transnet den &#8222;historisch besten Abschluss&#8220;. Allerdings   entspricht das einer j&#228;hrlichen Erh&#246;hung von 2,6 Prozent. Gleichzeitig   wird f&#252;r 2007 und 2008 eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent   erwartet.<\/p>\n<h4>  Lokf&#252;hrer unterst&#252;tzen<\/h4>\n<p>  Es gibt mit den Lokf&#252;hrern eine sehr hohe Identifikation in der   Bev&#246;lkerung, weil sie &#8222;Normalverdiener&#8220; sind. Selbst diejenigen, die   durch ein Lahmlegen des Berufsverkehrs direkt von den Warnstreiks der   Lokf&#252;hrer betroffen waren, zeigten Verst&#228;ndnis. Und mehr noch. Es gibt   das Bewusstsein, dass sie stellvertretend f&#252;r Millionen einen l&#228;ngst   &#252;berf&#228;lligen Kampf gegen Bonzen wie Hartmut Mehdorn f&#252;hren. Ein   erfolgreicher Streik der Lokf&#252;hrer w&#228;re eine Ermutigung f&#252;r alle   abh&#228;ngig Besch&#228;ftigten und w&#252;rde in den DGB-Gewerkschaften den Druck auf   die B&#252;rokratie erh&#246;hen.<\/p>\n<hr>\n<h5>  <i>Was Mehdorn kassiert <\/i><\/h5>\n<p>  <i>Bahn-Chef Mehdorn bezog letztes Jahr 3,18 Millionen Euro. Das ist pro   Tag etwa dreimal so viel wie das von den Lokf&#252;hrern geforderte   Monatsgehalt. <\/i><\/p>\n<p>  Hamburger Abendblatt vom 30. M&#228;rz<\/p>\n<hr>\n<h4>  GDL<\/h4>\n<p>  Der &#220;bertritt der Mehrheit der Lokf&#252;hrer und zunehmend aus dem anderen   Fahrpersonal in die GDL liegt einzig und allein in der Verantwortung der   Transnet-F&#252;hrung um Norbert Hansen. Die GDL tritt radikaler auf.   Allerdings hat die GDL-F&#252;hrung jahrelang die Politik des Lohnverzichts   durch Transnet mitgemacht. Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell ist   CDU-Mitglied. Die GDL-Spitze betonte in den letzten Wochen, sie sei   gegen die Privatisierung der Bahn. Die offizielle Position ist jedoch,   dass man die Bahn derzeit nicht f&#252;r b&#246;rsenf&#228;hig h&#228;lt. Ein politischer   Streik gegen die Privatisierung kommt f&#252;r die GDL nicht in Frage.<\/p>\n<p>  Genauso wie in den DGB-Gewerkschaften stellt sich f&#252;r die Lokf&#252;hrer die   Notwendigkeit, die demokratische Kontrolle &#252;ber den Streik und &#252;ber die   GDL herzustellen und einen konsequenten Kurs durchzusetzen.<\/p>\n<p>  Der Streik der Lokf&#252;hrer in der GDL kann aktuell einen tats&#228;chlichen   Beitrag zur Verbesserung der Lage der Besch&#228;ftigten leisten und muss   deshalb von allen Linken und GewerkschafterInnen unterst&#252;tzt werden. Die   DGB-F&#252;hrung muss unter Druck gesetzt werden, den Lokf&#252;hrern den R&#252;cken   zu st&#228;rken, statt sie zu bek&#228;mpfen. Gleichzeitig sollten GDL-Aktive den   Mitgliedern von Transnet eine Zusammenarbeit anbieten und klar machen,   dass sie die Bedingungen f&#252;r alle Bahn-Besch&#228;ftigten verbessert sehen   und Einheit im Kampf erreichen wollen.<\/p>\n<p>  <i>Ursel Beck ist gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf&#252;hrer (GDL) lehnt den von den<br \/>\n      Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarten Tarifabschluss f&#252;r die<br \/>\n      Bahn-Besch&#228;ftigten ab, fordert mehr und will daf&#252;r streiken. 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