{"id":12240,"date":"2007-08-15T11:55:28","date_gmt":"2007-08-15T11:55:28","guid":{"rendered":".\/?p=12240"},"modified":"2007-08-15T11:55:28","modified_gmt":"2007-08-15T11:55:28","slug":"12240","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/08\/12240\/","title":{"rendered":"DIE LINKE \/ NRW: H&#228;lt die &#187;solide Feindschaft&#171;?"},"content":{"rendered":"<p>  Die Linke in Nordrhein-Westfalen sieht sich im Aufwind. Spekulation &#252;ber   Regierungsbeteiligung nach 2010. SPD gibt sich sozialpolitisch engagiert<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/08-14\/031.php\"> junge Welt, 14.8.07<\/a><\/p>\n<p>  Die Linke in Nordrhein-Westfalen sieht sich im Aufwind. Auf sechs   Prozent der W&#228;hlerstimmen kommt der gr&#246;&#223;te westdeutsche Landesverband   der Partei in einer aktuellen, vom WDR-Magazin Westpol in Auftrag   gegebenen Umfrage &#8211; und schafft damit erstmals in einer Prognose den   Sprung &#252;ber die F&#252;nfprozenth&#252;rde. Seither stellen nicht nur die Medien   Vermutungen an &#252;ber die M&#246;glichkeit eines B&#252;ndnisses aus SPD, Gr&#252;nen und   Linken, das nach der Landtagswahl 2010 die unionsgef&#252;hrte Koalition   abl&#246;sen k&#246;nnte. Befl&#252;gelt werden derartige Spekulationen durch Aussagen   der SPD-Landeschefin Hannelore Kraft, die Koalitionsaussagen ablehnt und   erkl&#228;rt, man d&#252;rfe die Linke nicht &#187;in die Schmuddelecke&#171; stellen. <\/p>\n<p>  &#187;In den Zeitungen wird viel &#252;ber die M&#246;glichkeit von Rot-rot-gr&#252;n   geschrieben, in der Partei selbst spielt diese Debatte aber bislang kaum   eine Rolle&#171;, erkl&#228;rt Thies Gleiss aus K&#246;ln, der im bundesweiten   Parteivorstand sitzt, gegen&#252;ber jW. Er selbst habe als Linker zwar   &#187;jederzeit die Machtfrage im Auge&#171;, aber der Begriff   Regierungsbeteiligung suggeriere, da&#223; es einen Partner gebe, mit dem   eine Koalition m&#246;glich sei. &#187;Den gibt es aber weit und breit nicht &#8211;   auch nicht mit Hannelore Kraft&#171;, betont Gleiss. In Nordrhein-Westfalen,   wo sowohl Linkspartei als auch WASG von Str&#246;mungen dominiert w&#252;rden, die   im bundesweiten Vergleich eher links st&#252;nden, bestehe bei beiden   Partnern eine &#187;solide Feindschaft&#171; zur Sozialdemokratie.<\/p>\n<p>  Diese Haltung wird derzeit allerdings auf eine gewisse Probe gestellt.   Versucht sich die SPD in der Opposition zu Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen   R&#252;ttgers (CDU) doch als linke, sozialpolitisch engagierte Kraft zu   positionieren. &#187;Im Moment lehnt die NRW-SPD die Novellierung des   Landespersonalvertretungsgesetzes ab, die eine drastische Einschr&#228;nkung   der Mitbestimmungsrechte im &#246;ffentlichen Dienst bedeuten w&#252;rde. Sie   spricht sich gegen Privatisierungen und gegen die Aufl&#246;sung der   Versorgungs&#228;mter aus &#8211; alles sehr vern&#252;nftige Positionen. Allerdings   haben wir mit der SPD als Regierungspartei ganz andere Erfahrungen   gemacht&#171;, so Wolfgang Zimmermann, Sprecher der Partei Die Linke in dem   Bundesland. Die SPD-Gr&#252;nen-Koalition habe 2004 beispielsweise die   Arbeitszeiten der Beamten per Dekret verl&#228;ngert und deren Weihnachts-   sowie Urlaubsgeld gek&#252;rzt.<\/p>\n<p>  V&#246;llig ausschlie&#223;en mochte Zimmermann ein B&#252;ndnis mit den   Sozialdemokraten bei einem k&#252;rzlich von Welt online moderierten   Streitgespr&#228;ch mit SPD-Chefin Kraft dennoch nicht. &#187;Eine Zusammenarbeit   von SPD, Gr&#252;nen und uns sehe ich nur, wenn bestimmte Bedingungen erf&#252;llt   sind&#171;, hatte Zimmermann dabei erkl&#228;rt. Voraussetzung sei, da&#223; SPD und   Gr&#252;ne sich mit einem grundlegenden politischen Richtungswechsel in   Nordrhein-Westfalen einverstanden erkl&#228;ren, erl&#228;uterte er auf   jW-Nachfrage. Das hie&#223;e u.a. die Ablehnung von Sozialabbau,   Privatisierungen, Tarifflucht, Arbeitszeitverl&#228;ngerung und Stellenabbau   im &#246;ffentlichen Dienst. &#187;Das sind Grunds&#228;tze, die man als Linke auch in   der Regierung nicht verlassen darf&#171;, betonte Zimmermann.<\/p>\n<p>  Andere in der NRW-Linken vertreten in dieser Frage einen strikteren Kurs   als ihr Landessprecher. So erteilt beispielsweise Claus Ludwig,   stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken im K&#246;lner Stadtrat,   Gedankenspielen &#252;ber ein B&#252;ndnis mit Sozialdemokraten und Gr&#252;nen eine   klare Absage: &#187;SPD und Gr&#252;ne unterscheiden sich nicht qualitativ von CDU   und FDP. Da&#223; sich die SPD in der Opposition ein wenig sozialer gibt, ist   zum einen Folge des Drucks der Linken, zum anderen vor dem Hintergrund   der offen reaktion&#228;ren Politik der R&#252;ttgers-Regierung nicht sonderlich   schwer.&#171; Konsequenz dieser Analyse sei, da&#223; Die Linke die SPD wom&#246;glich   vor sich hertreiben und gemeinsam mit ihr bestimmte Beschl&#252;sse in den   Parlamenten durchsetzen k&#246;nne, Teil eines gemeinsamen Lagers sei man   deshalb aber nicht. Ludwig verweist in diesem Zusammenhang auf die   einstige Satzung der WASG, die Regierungsbeteiligungen, die nicht zu   einem grundlegenden Politikwechsel im Interesse der arbeitenden und   erwerbslosen Menschen f&#252;hren, ablehnt. Abschreckendes Beispiel sei die   Politik der Privatisierung und des Sozialabbaus durch den Berliner   SPD-Linke-Senat. Auch in NRW seien Mehrheiten f&#252;r einen mehr als nur   kosmetischen Politikwechsel aber ganz und gar nicht in Sicht. Ludwigs   Fazit: &#187;Statt Debatten &#252;ber Regierungsbeteiligung brauchen wir eine   fl&#228;chendeckende Vertretung der linken Opposition in den   Kommunalparlamenten und im Landtag &#8211; und zwar als Hebel, die sozialen   K&#228;mpfe voranzubringen.&#171;<\/p>\n<p>  Zumindest in NRW scheint die aus der Fusion von Linkspartei und WASG   hervorgegangene Partei das Potential hierf&#252;r zu haben. Daf&#252;r sprechen   nicht nur die Umfragewerte. Mehr als 900 Mitglieder habe der   Landesverband in den vergangenen zwei Monaten hinzugewinnen k&#246;nnen,   berichtet Zimmermann. Insgesamt kommt Die Linke in NRW damit auf   gesch&#228;tzte 5500 Mitglieder. &#187;Den genauen &#220;berblick haben wir nicht, die   Listen sind noch nicht vollst&#228;ndig bereinigt&#171;, sagt Zimmermann.   Sp&#228;testens bis zur offiziellen Gr&#252;ndung der Landerspartei am 20.\/21.   Oktober in Gladbeck d&#252;rfte sich das ge&#228;ndert haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Die Linke in Nordrhein-Westfalen sieht sich im Aufwind. Spekulation &#252;ber<br \/>\n      Regierungsbeteiligung nach 2010. 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