{"id":12191,"date":"2007-07-09T00:04:53","date_gmt":"2007-07-09T00:04:53","guid":{"rendered":".\/?p=12191"},"modified":"2007-07-09T00:04:53","modified_gmt":"2007-07-09T00:04:53","slug":"12191","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/07\/12191\/","title":{"rendered":"Hat von der Leyen ein Herz f&#252;r Kinder?"},"content":{"rendered":"<p>  Familienministerin als verl&#228;ngerter Arm der Wirtschaftsverb&#228;nde<\/i><br \/> Ursula von der Leyen ist eine der beliebtesten Politiker. Mit der Einf&#252;hrung   von Elterngeld und der Forderung nach mehr Pl&#228;tzen f&#252;r Kinder unter drei   Jahren konnte die CDUlerin in der Bev&#246;lkerung punkten.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Mar&#233;n Wiese, Rostock<\/i><\/p>\n<p>  Doch was bringt eine CDU-Ministerin dazu, scheinbar so progressive   Vorschl&#228;ge zu machen? Sie sagt von sich selbst, dass sie f&#252;r das   traditionelle Familienbild steht. Da passt irgendetwas nicht zusammen.<\/p>\n<h4>  Elterngeld<\/h4>\n<p>  Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass mit der Abl&#246;sung des   Erziehungsgeldes durch das Elterngeld die Ungleichheit vertieft wird. Es   wird nicht mehr in gleicher H&#246;he an alle gezahlt, sondern prozentual an   den vorherigen Verdienst gekoppelt. Frauen mit geringem Einkommen und   ALG-II-Empf&#228;nger bekommen weniger Geld als vorher. Der Mindestbetrag von   300 Euro ist zwar geblieben, wurde aber von zwei auf ein Jahr gek&#252;rzt. <\/p>\n<p>  Was ist das anderes, als ein Schritt in Richtung versteckter   Geburtenkontrolle? Damit nicht noch mehr Kinder in armen Familien   geboren werden, daf&#252;r aber in der gehobenen Mittelschicht ein weiterer   Anreiz zum Kinderkriegen geschaffen wird.<\/p>\n<h4>  Krippenpl&#228;tze<\/h4>\n<p>  Der Krippenplan (dessen Finanzierung weiter ungekl&#228;rt ist) sieht vor,   die Krippenpl&#228;tze auf 750.000 bis zum Jahr 2013 zu verdreifachen. Damit   sollen f&#252;r 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Pl&#228;tze angeboten   werden. Das entspricht Forderungen der Wirtschaftsverb&#228;nde nach mehr   qualifiziertem, billigen und f&#252;r sie verf&#252;gbaren Fachpersonal, darunter   mehr jungen Frauen. Zudem verlangen die Unternehmer mehr Flexibilit&#228;t   und m&#246;glichst kurze Ausfallzeiten durch Mutterschaft oder Elternzeit.   Sie sind aufgeschreckt durch Studien, wonach unter den Akademikerinnen   nur noch 60 Prozent Kinder bekommen und viele Hochschulabsolventen ins   Ausland abwandern.<\/p>\n<p>  Egal, ob f&#252;r zehn oder 30 Prozent der Kinder ein Kita-Platz da ist, es   w&#228;ren immer noch viel zu wenige. Die Kosten f&#252;r diese Pl&#228;tze sollen dann   auch die Eltern noch selbst &#252;bernehmen. Wer selber Kinder hat, wei&#223; dass   sie nicht nur Nerven kosten. Nein, Kinder kosten den Eltern in dieser   Gesellschaft viel, viel Geld. Wer kann sich schon einen Krippenplatz von   300 Euro oder mehr leisten? Eine qualitative Verbesserung der   Kinderbetreuung ist nicht geplant. Wenn Frau von der Leyen das Wohl der   J&#252;ngsten am Herzen liegen w&#252;rde, dann m&#252;sste sie sofort mehr Geld   einsetzen, damit sich mehr Erzieher-Innen in kleineren Gruppen um die   Kinder k&#252;mmern k&#246;nnten.<\/p>\n<p>  Die &#8222;Wirtschaft&#8220; braucht Nachwuchs an gut ausgebildeten Fachkr&#228;ften.   Allerdings braucht sie diese nicht millionenfach. Der Rest kann und soll   sich dann mit Handlangert&#228;tigkeiten zufrieden geben &#8211; und weniger Kinder   in die Welt setzen. Die Armen w&#228;hlen sowieso nicht CDU. Mit ihren Pl&#228;nen   beweist von der Leyen, dass sie keine Vork&#228;mpferin f&#252;r Chancengleichheit   und Gleichberechtigung ist, sondern f&#252;r die Unternehmer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Familienministerin als verl&#228;ngerter Arm der Wirtschaftsverb&#228;nde<\/i><br \/>\nUrsula von der Leyen ist eine der beliebtesten Politiker. 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