{"id":12176,"date":"2007-06-25T15:43:56","date_gmt":"2007-06-25T15:43:56","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12176"},"modified":"2012-08-21T14:10:37","modified_gmt":"2012-08-21T12:10:37","slug":"12176","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/06\/12176\/","title":{"rendered":"Gewerkschaften bei Bahn und Telekom: Verkommene F\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie verkommen gro\u00dfe Teile des Spitzenpersonals der Gewerkschaften mittlerweile sind. Das eine ist die Art und Weise, wie ver.di-Verhandlungsf\u00fchrer Ado Wilhelm versucht, die Besch\u00e4ftigten der Telekom nach dem dortigen katastrophalen Abschlu\u00df f\u00fcr dumm zu verkaufen. Das andere sind \u00c4u\u00dferungen von Transnet-Chef und Privatisierungsbef\u00fcrworter Norbert Hansen \u00fcber die Lohnforderung der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf\u00fchrer (GDL).<\/p>\n<p><!--more--><br \/> \u00a0<\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/06-25\/047.php\"> jungen Welt, 25.6.07<\/a><\/em><\/p>\n<p>Diese will Einkommenserh\u00f6hungen von bis zu 30 Prozent durchsetzen. Hansen dazu in der Berliner Zeitung vom Wochenende: \u00bbDas spaltet die Belegschaft, gef\u00e4hrdet die Unternehmensentwicklung und vernichtet damit Arbeitspl\u00e4tze.\u00ab<\/p>\n<p>Nun kann man durchaus der Meinung sein, da\u00df der Versuch diverser, besonders selbstbewu\u00dfter oder durchsetzungsf\u00e4higer Berufsgruppen, separate Tarifvertr\u00e4ge durchzusetzen, zu einer Spaltung und damit Schw\u00e4chung der Belegschaften insgesamt f\u00fchrt. Da\u00df ein Gewerkschafter aber Lohnforderungen mit der Vernichtung von Arbeitspl\u00e4tzen in Verbindung bringt, ist eine Steilvorlage f\u00fcr die Gegenseite \u2013und wendet sich auch gegen die eigene Organisation. Das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) warnte denn auch mit derselben Logik im Spiegel davor, die Sieben-Prozent-Forderung von Transnet in der laufenden Tarifrunde k\u00f6nne bis zu 9000 Arbeitspl\u00e4tze kosten. \u00dcbrigens hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ihren Streikbruch gegen die im Marburger Bund organisierten Klinik\u00e4rzte seinerzeit ganz \u00e4hnlich \u2013 und das auch noch schriftlich im Tarifvertrag Krankenh\u00e4user \u2013 begr\u00fcndet. Statt die Argumentation der \u00bbArbeitgeber\u00ab zu \u00fcbernehmen, t\u00e4ten beide Gewerkschaften gut daran, selbstkritisch zu hinterfragen, warum sich (nicht nur) bestimmte Besch\u00e4ftigtengruppen von den DGB-Organisationen nicht mehr vertreten f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Aber Selbstkritik ist ohnehin nicht gerade die St\u00e4rke unserer Gewerkschaftsf\u00fchrer. Das kennen wir schon von der Lobpreisung des Tarifvertrags f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst (TV\u00d6D) und des Entgeltrahmen-Abkommens (ERA) als \u00bbJahrhundertvertr\u00e4ge\u00ab. Obwohl beide Deals f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Besch\u00e4ftigten drastische Einschnitte zur Folge haben. Doch den Vogel schie\u00dft jetzt der ver.di-Funktion\u00e4r Wilhelm ab, der sich \u00fcber die \u00bbeinseitige Darstellung\u00ab des Telekom-Ergebnisses in den Medien beschwert. Es werde \u00bbkein einziger Telekom-Mitarbeiter bis 2011 einen einzigen Euro weniger verdienen\u00ab, behauptete er am Wochenende gegen\u00fcber AP. Wilhelm mu\u00df die Telekom-Kollegen, die durchaus wissen, da\u00df sich die Preise jedes Jahr erh\u00f6hen und auch eine zeitlich gestreckte Lohnk\u00fcrzung eine Lohnk\u00fcrzung bleibt \u2013 von der unbezahlten Arbeitszeitverl\u00e4ngerung, der Ausweitung des Anteils variabler Bezahlung und anderer Elemente einmal ganz abgesehen \u2013 tats\u00e4chlich f\u00fcr dumm halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei aktuelle Beispiele zeigen, wie verkommen gro\u00dfe Teile des Spitzenpersonals der Gewerkschaften mittlerweile sind. <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,19,20],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12176"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12176"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12176\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}