{"id":12174,"date":"2007-06-22T00:00:00","date_gmt":"2007-06-22T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12174"},"modified":"2007-06-22T00:00:00","modified_gmt":"2007-06-22T00:00:00","slug":"12174","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/06\/12174\/","title":{"rendered":"Berliner Feuerwehr: Menschenrettung in Gefahr?"},"content":{"rendered":"<p>  In den letzten Jahren gab es bei Personal und Material der Berliner   Feuerwehr massive Einsparungen, welche mehr und mehr auch die   Notfall-Einsatzbereitschaft beeintr&#228;chtigen. Grund ist die Sparpolitik   des &#8222;rot-roten&#8220; Senats, welcher nach einer EU-Vorgabe, die Arbeitszeit   der Feuerwehrleute auf maximal 48 Stunden zu senken, kein neues Personal   einstellte, sondern im Gegensatz den Stellenabbau fortsetzte.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Johannes Ullrich, Berlin <\/i><\/p>\n<p>  In einem Schreiben an die Berliner BVV-Mitglieder teilte die Berliner   Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit, dass das sogenannte &#8222;EK 2006&#8220;, also   das neue Einsatzkonzept f&#252;r die Berliner Feuerwehr, dem tats&#228;chlichen   Einsatzgeschehen nicht gerecht wird, weil es auf einer abstrakten   &#8222;Wahrscheinlichkeitsrechnung&#8220; der Berliner Feuerwehrf&#252;hrung unter   Landesbranddirektor Wilfried Gr&#228;fling beruht. Die aus dem EK 2006   abgeleiteten Einsatzzeiten und Personalzahlen f&#252;hrten laut GdP zu einer   Situation, in der mindestens 300 Besch&#228;ftigte fehlen und in der   insbesondere im Nachtdienst nicht mehr sichergestellt sei, dass auch nur   der bisherige, minimale Sicherheitsstandard gehalten werden k&#246;nne.<\/p>\n<p>  Seit der Zusammenlegung der Feuerwehren Ost und West 1990 wurde die Zahl   der Besch&#228;ftigten von 5.500 auf aktuell nur noch rund 3.000 abgesenkt,   w&#228;hrend sich die j&#228;hrlich zu bew&#228;ltigenden Eins&#228;tze von 176.000 auf   292.000 erh&#246;hten.<\/p>\n<p>  &#196;hnlich drastisch geht es beim Material bergab: Derzeit sind 62   Einsatzfahrzeuge, 32 Drehleitern und 91 Rettungswagen rund um die Uhr im   Dienst. Zuk&#252;nftig sollen die Einsatzfahrzeuge auf 50 tags&#252;ber   beziehungsweise 45 nachts, die Drehleitern auf 25 und die Rettungswagen   auf 87 beziehungsweise 71 nachts reduziert werden. Es soll also fast ein   Viertel aller Fahrzeuge abgeschafft werden.<\/p>\n<p>  Was das f&#252;r die Sicherheit der Bev&#246;lkerung bedeutet, geht aus einer   weiteren Zahl der GdP hervor: Schon heute liegt die sogenannte   Eintreffzeit, nach der ein ausreichend gro&#223;es Team von 14   Feuerwehrleuten bei einem Brand eintrifft, bei 15 Minuten. Bei einer   medizinischen Notfallrettung liegt die Eintreffzeit derzeit bei 8   Minuten. Sollten die Einsparungen realisiert werden, lie&#223;en sich diese   Zeiten nicht aufrecht erhalten &#8211; die Gefahr, zur Rettung von   Menschenleben zu sp&#228;t zu kommen, w&#252;rde stark ansteigen.<\/p>\n<p>  In der Vergangenheit hat es wiederholt Appelle der Berliner Feuerwehr an   die Politiker gegeben, so zum Beispiel durch den damaligen   Landesbranddirektor Broemme nach einem verheerenden Gro&#223;brand in der   Ufnaustra&#223;e in Moabit am 8. August 2005. Diese stie&#223;en aber auf taube   Ohren &#8211; der Senat ist nicht vom &#8222;Minimalkonzept&#8220;, das faktisch ein   Notkonzept ist und nur &#252;bergangsweise f&#252;r die Berliner Feuerwehr gelten   d&#252;rfte, abger&#252;ckt.<\/p>\n<p>  Die GdP hat angek&#252;ndigt, &#246;ffentliche Kundgebungen durchzuf&#252;hren, und   fordert alle Berlinerinnen und Berliner auf, sich auch direkt mit   pers&#246;nlichem Protest an den Berliner Senat zu wenden.<\/p>\n<p>  N&#246;tig ist aber auch eine &#246;ffentliche Kampagne, in der die Sparma&#223;nahmen   bei der Feuerwehr mit dem in allen Bereichen betriebenen Sozialabbau in   Verbindung gebracht werden und durch die allen Berlinerinnen und   Berliner klar gemacht wird, da&#223; diese kapitalistische K&#252;rzungspolitik   nicht nur die Reichen immer reicher macht, sondern ganz konkret f&#252;r den   Tod vieler Menschen verantwortlich ist (wie zum Beispiel auch die   Todesf&#228;lle in Berliner Krankenh&#228;usern aufgrund der ungeheuren   Arbeitsdichte und -hetze durch die privaten Betreibergesellschaften).<\/p>\n<p>  Eine solche Kampagne, m&#246;glichst von den verschiedenen Gewerkschaften wie   ver.di, GEW, GdP und so weiter gemeinsam gef&#252;hrt, und mit der klaren   Perspektive, ihre Forderungen mit Streiks durchzusetzen, w&#252;rde deutlich   machen, dass sich die Besch&#228;ftigten nicht mit den Jahr f&#252;r Jahr   schlimmer werdenden K&#252;rzungen abfinden, sondern Gegenwehr organisieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      In den letzten Jahren gab es bei Personal und Material der Berliner<br \/>\n      Feuerwehr massive Einsparungen, welche mehr und mehr auch die<br \/>\n      Notfall-Einsatzbereitschaft beeintr&#228;chtigen. 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