{"id":12148,"date":"2007-05-31T00:11:46","date_gmt":"2007-05-31T00:11:46","guid":{"rendered":".\/?p=12148"},"modified":"2007-05-31T00:11:46","modified_gmt":"2007-05-31T00:11:46","slug":"12148","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12148\/","title":{"rendered":"US-Imperialismus ger&#228;t an seine Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img src=\"\/media\/2007\/Bush.jpg\" align=\"left\">  Bericht vom <a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/?swid=2\">9.Weltkongress   des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a> , Januar   2007, Teil 7<\/i><br \/>Ein wichtiger Schwerpunkt des Weltkongresses des CWI   im Januar 2007, war die Debatte um Weltbeziehungen. Peter Taafe,   Generalsekret&#228;r der Socialist Party in England und wales und Mitglied im   Internationalen Sekretariat des CWI, stellte in seiner Einleitung dar,   von welchen Ver&#228;nderungen und Entwicklungen seit dem letzten Kongress im   Jahre 2002 wir Zeugen wurden.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Toufan Azadi<\/i><\/p>\n<p>  2002 griff die st&#228;rkste Milit&#228;rmacht der Welt den Irak an mit dem Ziel   den arabischen Raum neu zu ordnen. Heute, einige Jahre sp&#228;ter, ist der   Irak in ein blutiges Chaos abgeglitten und die US-Armee unf&#228;hig   Stabilit&#228;t herzustellen und ihre strategischen Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>  Auch in weiteren Regionen der Welt ist die Bev&#246;lkerung konfrontiert mit   brutalen milit&#228;rischen Konflikten oder B&#252;rgerkriegen, wie zum Beispiel   in Sudan, Pal&#228;stina und Somalia.<\/p>\n<p>  Einige Regierungen haben aufgeh&#246;rt sich den Interessen des westlichen   Imperialismus zu f&#252;gen und gehen zunehmend eigene Wege, wie zum Beispiel   Venezuela und andere Regierungen des lateinamerikanischen Kontinents, wo   insgesamt eine Linksverschiebung stattfindet und die Frage nach einer   sozialistischen Alternative zu Imperialismus und Kapitalismus auf die   Tagesordnung gekommen sind. Auf andere Weise haben auch nicht-linke   Regierungen auf Grundlage der momentanen Schw&#228;che des US-Imperialismus   begonnen die Gro&#223;macht herauszufordern und zunehmend ihre Position auf   Kosten der USA auszubauen, wie zum Beispiel der Iran unter   Ahmadinedschad.<\/p>\n<p>  In entwickelten kapitalistischen L&#228;ndern wurden wir in den letzten   Jahren Zeuge davon, dass die Regierungen mit zunehmender Instabilit&#228;t   konfrontiert wurden. Das gilt f&#252;r die ehemalige Regierung Schr&#246;der in   Deutschland, die jetzt ersetzt wurde von einer gro&#223;en &#8222;Koalition der   Verlierer&#8220;. Das gilt aber auch f&#252;r Kanada, Italien und die Regierung von   Tony Blair, die an ihr Ende gelangt ist.<\/p>\n<p>  Hintergrund ist, dass die Klasse der Kapitalisten weltweit f&#252;r die   zunehmenden Probleme keine L&#246;sung anzubieten haben. Ob es die   milit&#228;rischen Konflikte sind oder die sozialen. Die Schere zwischen arm   und reich ist weiter gewachsen.<\/p>\n<h4>  Irak<\/h4>\n<p>  Im Vordergrund bei dieser Diskussion stand die Lage im Irak und im Nahen   Osten insgesamt, aber auch die Stimmung und die Situation in den USA   selbst. Mehrere Delegierte machten auf das Debakel aufmerksam, in das   sich die Bush-Regierung im Irak man&#246;vriert hat. Nicht nur, dass der   ganze Horror im Irak in der Masse der Bev&#246;lkerung den Hass auf die   Besatzungsm&#228;chte verst&#228;rkt. Neben unz&#228;hligen Opfern unter der   Zivilbev&#246;lkerung &#8211; Sch&#228;tzungen gehen von Zahlen von mindestens 650 000   Toten aus &#8211; ist auch die soziale Situation eine einzige Katastrophe.   Noch immer funktioniert die Infrastruktur nicht. Selbst in den   Gro&#223;st&#228;dten Bagdad und Basra gibt es immer wieder Stromausf&#228;lle.   DieArbeitslosenrate liegt bei 50 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit eines   B&#252;rgerkrieg w&#228;chst von Tag zu Tag.<\/p>\n<p>  Die Konflikte zwischen den verschiedenen ethnischen und religi&#246;sen   Gruppierungen nehmen zu und erfassen immer mehr Menschen. Eine   Aufsplitterung des Landes in drei Teile &#8211; einen schiitischen, einen   sunnitischen und einen kurdischen &#8211; ist eine m&#246;gliche Entwicklung. Ein   solches Szenario w&#252;rde aber keineswegs zu Frieden und Ruhe f&#252;hren. Ganz   im Gegenteil. Ein dauerhafter milit&#228;rischer Konflikt w&#228;re die Folge, der   auch andere M&#228;chte in der Region erfassen k&#246;nnte. Schlie&#223;lich f&#252;rchten   die sunnitischen Kr&#228;fte in der Region, zum Beispiel in Saudi-Arabien,   den wachsenden schiitischen Einfluss, bei dem die iranischen Machthaber   ihre Finger im Spiel haben. Auch bei einer Beibehaltung der staatlichen   Einheit des Irak k&#246;nnten sich andere M&#228;chte in n&#228;chster Zeit gen&#246;tigt   sehen, sich in die irakischen Machtk&#228;mpfe einzumischen, um den   iranischen Einfluss zur&#252;ck zu dr&#228;ngen. Zunehmendes Chaos und mehr Gewalt   w&#252;rden die Folge sein.<\/p>\n<h4>  Krieg f&#252;hrt zu Terror<\/h4>\n<p>  Sozialistinnen und Sozialisten hatten vor der Invasion gewarnt, dass ein   Einmarsch der USA und anderer imperialistischer M&#228;chte in den Irak zu   Chaos, Terror und der Zunahme sektiererischer Gewalt f&#252;hren w&#252;rde.   Leider hat sich diese Perspektive vollst&#228;ndig best&#228;tigt.<\/p>\n<p>  Die US-Armee sieht sich einer unl&#246;sbaren Aufgabe gegen&#252;ber. Auch die   erneute Aufstockung der Truppenst&#228;rke und die wiederholten Versuche   Bagdad mit Hilfe milit&#228;rischer Interventionen, unter Kontrolle zu   bekommen, sind bisher gescheitert. In den Auseinandersetzungen mit der   Mahdi-Armee des radikalen Schiitenpredigers Muktada-Al-Sadr, ist in   erster Linie die Popularit&#228;t des Radikal-Islamisten gewachsen und damit   auch seine Truppenst&#228;rke auf jetzt gesch&#228;tzte 100.000 K&#228;mpfer. <\/p>\n<h4>  Bush in USA geschw&#228;cht<\/h4>\n<p>  Die Position der Bush-Administration innerhalb der herrschenden Klasse   in den USA ist mittlerweile isoliert. Wichtige Kr&#228;fte setzen auf   drastische Truppenreduzierungen und sogar auf einen vollst&#228;ndigen Abzug   im Jahre 2008. Nicht nur Demokraten, sondern auch Politiker mit Rang und   Namen aus der republikanischen Partei attackieren die Politik Bushs   zunehmend. Auch die Vorschl&#228;ge der Baker-Kommission, die die Haltung   eines Teils der US-amerikanischen &#214;l-Lobby repr&#228;sentieren, bedeuten   einen v&#246;llig anderen Kurs, als der bisher offizielle Kurs der Regierung.   Auch in der US-amerikanischen Bev&#246;lkerung ist die Zustimmung f&#252;r den   Krieg mittlerweile nur noch eine Minderheitenmeinung. Nicht mal mehr 30   Prozent geben ihre Zustimmung f&#252;r den Krieg. Selbst unter den   US-SoldatInnen stimmen gerade mal 44 Prozent der Aussage zu, dass der   Krieg gegen den Irak gerechtfertigt sei. Insgesamt ist der   US-Imperialismus damit angeschlagen und die Grenzen seiner Macht f&#252;r   alle sichtbar geworden.<\/p>\n<h4>  Angriff auf Iran?<\/h4>\n<p>  Vor dem Hintergrund, so waren sich die Delegierten einig, ist ein Krieg   gegen den Iran unwahrscheinlich. Ein Kurs f&#252;r eine weitere   Eskalationsstrategie hat innerhalb der herrschenden Klasse in den USA   keine Zustimmung. Au&#223;erdem ist unter den jetzigen Bedingungen, wo die   US-Armee Schwierigkeiten hat, die n&#246;tige Infrastruktur f&#252;r den Irak- und   Afghanistankrieg aufrecht zu erhalten, nicht m&#246;glich eine weitere   Bodeninvasion zu starten. Eine solche w&#228;re aber eine notwendige   Voraussetzung f&#252;r einen Regimewechsel im Iran. Trotzdem ist es nicht   auszuschlie&#223;en, dass die USA oder stellvertretend Israel durch   Luftangriffe die Atomanlagen im Iran bombardieren.<\/p>\n<h4>  Libanon<\/h4>\n<p>  Weiterer Gegenstand der Diskussion war die Situation in Israel nach dem   Libanon-Krieg. Die Olmert-Regierung ist nach der Niederlage im Libanon   in eine tiefe Krise gest&#252;rzt. Im Januar unterst&#252;tzten gerade mal sieben   Prozent Olmert und seine Minister. Aus dieser Krise ist die Regierung   nach einer Lawine von Vergewaltigungs-, Sex- und Korruptionsaff&#228;ren bis   heute nicht wieder herausgekommen.<\/p>\n<p>  Die libanesische Bev&#246;lkerung hat dem aggressiven Angriff des   israelischen Imperialismus im Juli 2006 standgehalten und der   israelischen Armee eine Niederlage bereitet. Die Hisbollah hat dabei   eine wichtige Rolle gespielt und konnte angesichts der Passivit&#228;t der   libanesischen Regierung die Rolle der &#8222;Landesverteidiger&#8220; f&#252;r sich   beanspruchen. Dabei spielte eine Rolle, dass die Hisbollah vom Ziel   abr&#252;ckte einen islamischen Staat zu errichten und den Versuch unternahm   die verschiedenen Volksgruppen unter ihrem Banner zu vereinigen. Das   gelang w&#228;hrend des Krieges und in den ersten Monaten danach brachte ihr   das eine Massenpopularit&#228;t auch unter Christen ein. Jedoch wird die   nicht lange halten. Die Hisbollah hat ihren grundlegenden Charakter als   konfessionelle Organisation nicht ge&#228;ndert. Unter der Zunahme von   ethnischen Konflikten wird sie sich wieder auf die schiitische   Bev&#246;lkerung zur&#252;ckziehen. Das zeigt auch die Tatsache, dass sie neutral   bleibt, w&#228;hrend die libanesische Armee versucht die Selbstverwaltung in   den pal&#228;stinensischen Fl&#252;chtlingslagern mit brutaler Gewalt auszumerzen.   Auch in Klassenauseinandersetzungen wird die Hisbollah keine   fortschrittliche Rolle spielen, da sie in ihren Reihen ArbeiterInnen und   Kapitalisten zusammen bringt und von ihrer Natur her nicht konsequent   auf der Seite der Arbeiterklasse stehen kann. So war sie ja auch Teil   der neoliberalen libanesischen Regierung.<\/p>\n<h4>  Afghanistan<\/h4>\n<p>  Auch die Lage in Afghanistan war Bestandteil einiger Redebeitr&#228;ge. Nach   dem erkl&#228;rten Sturz der Taliban vor f&#252;nf Jahren, sind diese vor allem im   S&#252;den des Landes, wo sie einen erbitterten Guerillakrieg mit den   Besatzungstruppen f&#252;hren, wieder gest&#228;rkt. Auch hier ist von Stabilit&#228;t   keine Spur zu sehen. 93 Prozent der Bev&#246;lkerung sind auf t&#228;glicher   Grundlage mit Stromausf&#228;llen konfrontiert und fast 80 Prozent haben   nicht einmal regelm&#228;&#223;ig Zugang zu sauberem Wasser.<\/p>\n<p>  Das alles zeigt, dass der Kapitalismus mit jedem Tag seiner weiteren   Existenz diese Welt ins Chaos st&#252;rzt. Deswegen ist es umso dringender   weltweit eine marxistische Internationale aufzubauen, die mit diesem   System ein f&#252;r allemal Schluss macht. Dieser Aufgabe stellen sich   Mitglieder des CWI weltweit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      <i><img src=\"\/media\/2007\/Bush.jpg\" align=\"left\"><br \/>\n      Bericht vom <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.info\/?swid=2\">9.Weltkongress<br \/>\n      des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a> , Januar<br \/>\n      2007, Teil 7<\/i><br \/>Ein wichtiger Schwerpunkt des Weltkongresses des CWI<br \/>\n      im Januar 2007, war die Debatte um Weltbeziehungen. Peter Taafe,<br \/>\n      Generalsekret&#228;r der Socialist Party in England und wales und Mitglied im<br \/>\n      Internationalen Sekretariat des CWI, stellte in seiner Einleitung dar,<br \/>\n      von welchen Ver&#228;nderungen und Entwicklungen seit dem letzten Kongress im<br \/>\n      Jahre 2002 wir Zeugen wurden.\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[103,64],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12148"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12148"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12148\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}