{"id":12142,"date":"2007-05-27T00:27:49","date_gmt":"2007-05-27T00:27:49","guid":{"rendered":".\/?p=12142"},"modified":"2007-05-27T00:27:49","modified_gmt":"2007-05-27T00:27:49","slug":"12142","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12142\/","title":{"rendered":"Telekom r&#252;ckverstaatlichen"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/T-Streik-4.jpg\">  <i>Es gibt eine Alternative zur Zerschlagung der Telekom<\/i><br \/>  Gegen den Widerstand der Belegschaft wurde die Privatisierung der   Bundespost Ende der achtziger Jahre unter der Kohl-Regierung   durchgezogen. Viele standen dem ablehnend gegen&#252;ber, konnten sich aber   nicht ausmalen, wie es danach aussehen w&#252;rde. Heute ist klar: Die   schlimmsten Bef&#252;rchtungen wurden &#252;bertroffen! <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Gaetan Kayitare, Aachen<\/i><\/p>\n<p>  Allein 1988 wurden bei der Bundespost noch 20 Milliarden Mark investiert   &#8211; ein Viertel aller Investitionen in der westdeutschen Industrie. Mit   550.000 Besch&#228;ftigten war die Post der gr&#246;&#223;te Arbeitgeber in der   Bundesrepublik und mit 17.000 Azubis pro Jahrgang der gr&#246;&#223;te Ausbilder.   Im Durchschnitt lieferten Post und Telekom mehr als sechs Milliarden   Mark j&#228;hrlich an den Bundeshaushalt. Seit 1995 sind 150.000 Stellen bei   der Post und 120.000 bei der Telekom abgebaut worden.<\/p>\n<p>  Trotz riesiger Gewinne geht der Arbeitsplatz- und Lohnabbau bei   schlechterem Service f&#252;r Otto-Normalkunden weiter. Nicht nur bei der   Telekom.<\/p>\n<p>  F&#228;llt das Briefmonopol, gehen nicht nur weitere Arbeitspl&#228;tze verloren.   Auch der Druck auf die L&#246;hne wird fatal sein.<\/p>\n<h4>  Was m&#246;glich w&#228;re<\/h4>\n<p>  Um diese Entwicklung zu stoppen, ist die R&#252;ckverstaatlichung der   Telekom, der gesamten Telekommunikationsbranche und aller ehemaligen   Postbetriebe n&#246;tig. Die verstaatlichten Unternehmen d&#252;rfen dann aber   nicht als Steigb&#252;gelhalter f&#252;r die Profite der Kapitalisten oder als   Selbstbedienungsladen f&#252;r &#252;berbezahlte Manager dienen.<\/p>\n<p>  Staatliche Betriebe m&#252;ssen dem Gemeinwohl verpflichtet sein, deshalb   auch von gew&#228;hlten VertreterInnen der Belegschaft und der arbeitenden   Bev&#246;lkerung kontrolliert und verwaltet werden.<\/p>\n<p>  Die gew&#228;hlten VertreterInnen in Leitungsfunktionen m&#252;ssen jederzeit   abw&#228;hlbar sein und d&#252;rfen nicht mehr als den durchschnittlichen Lohn im   Unternehmen verdienen. Nur so kann vermieden werden, dass wieder eine   abgehobene B&#252;rokratie entsteht.<\/p>\n<p>  Die Produktivit&#228;tsfortschritte k&#246;nnten dann ein Hebel sein zur   Kostensenkung f&#252;r Privathaushalte und f&#252;r Arbeitszeitverk&#252;rzung bei   vollem Lohn- und Personalausgleich. <\/p>\n<p>  Die &#252;ppigen Gewinne lie&#223;en sich f&#252;r Geb&#252;hrensenkungen und f&#252;r n&#246;tige   Investitionen im Umweltbereich verwenden.<\/p>\n<p>  Der Konkurrenzdruck verursacht eine Menge Verschwendung. Beispiel eins:   Werbung (daf&#252;r sah die Telekom zwei Milliarden Euro allein f&#252;r 2006 vor).<\/p>\n<p>  Beispiel zwei: Vier parallele Mobilfunknetze. Die Wiederherstellung der   Bundespost als ein einheitliches staatliches Unternehmen k&#246;nnte dies   beseitigen.<\/p>\n<p>  Genauso w&#252;rde die unn&#246;tige Lauferei der Kundschaft der Vergangenheit   angeh&#246;ren. Bei ausreichenden Post- und Telekomstellen k&#246;nnten dann die   VerbraucherInnen an der gleichen Stelle Briefmarken kaufen, Geld abheben   und ein Telefon beantragen.<\/p>\n<h4>  Die Besch&#228;ftigten wissen es besser<\/h4>\n<p>  Mit Angst und Stress w&#228;re es f&#252;r die Besch&#228;ftigten vorbei. Sie k&#246;nnten   endlich ihr kreatives Potenzial zu entfalten.<\/p>\n<p>  &#8222;Ideen haben wir genug, Motivation auch! Wir kennen die Kunden und die   Firma und wir wissen, wo es knackt im Geb&#228;lk! Wir wissen auch, wo viel   zu viel Geld verschwendet wird, wo Personal falsch eingesetzt wird und   Wissen sinnlos verpufft oder Prozesse angepasst werden m&#252;ssten.&#8220; So weit   der Kollege Lutz Paege in seinem Offenen Brief an die Telekom-Manager.<\/p>\n<p>  Um die R&#252;ckverstaatlichung durchsetzen zu k&#246;nnen, m&#252;ssen die KollegInnen   erreichen, dass ver.di nicht mehr vom &#8222;fairen Wettbewerb&#8220; tr&#228;umt,   sondern offensiv diese Forderung aufstellt und den Kampf daf&#252;r aufnimmt.<\/p>\n<p>  Nicht nur Post und Telekom, alle Gro&#223;unternehmen, Banken und   Versicherungen geh&#246;ren in Gemeineigentum &#252;berf&#252;hrt und demokratisch   kontrolliert und verwaltet durch gew&#228;hlte VertreterInnen der Belegschaft   und der arbeitenden Bev&#246;lkerung. Die heutigen Kommunikationstechniken   w&#252;rden es kinderleicht machen, sekundenschnell die Bed&#252;rfnisse der   KonsumentInnen und alle wirtschaftlichen Daten zu ermitteln. Die   Wirtschaft k&#246;nnte demokratisch geplant werden &#8211; im Interesse von Mensch   und Umwelt.<\/p>\n<\/p>\n<h5>  <i>&#8222;Ob Telekommunikation, Wasser oder andere Versorgungsbereiche &#8211; das   hat f&#252;r mich alles nichts in privaten H&#228;nden verloren.&#8220; <\/i>    <\/h5>\n<p>  <i>Sabine Schleickmann, T-Com-Streikende in Berlin<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/T-Streik-4.jpg\"><br \/>\n      <i>Es gibt eine Alternative zur Zerschlagung der Telekom<\/i><\/p>\n<p>\n      Gegen den Widerstand der Belegschaft wurde die Privatisierung der<br \/>\n      Bundespost Ende der achtziger Jahre unter der Kohl-Regierung<br \/>\n      durchgezogen. Viele standen dem ablehnend gegen&#252;ber, konnten sich aber<br \/>\n      nicht ausmalen, wie es danach aussehen w&#252;rde. 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