{"id":12136,"date":"2007-05-24T13:42:36","date_gmt":"2007-05-24T13:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12136"},"modified":"2012-08-21T14:12:23","modified_gmt":"2012-08-21T12:12:23","slug":"12136","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12136\/","title":{"rendered":"T-Streik: Streit um \u00bbNotdienste\u00ab"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"\/media\/2007\/T-Streik-1.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/> Telekom-Spitze erteilt Abmahnungen gegen Streikende. Ver.di spricht von \u00bbrechtswidrigen Aktionen\u00ab. Politiker \u00fcberbringen \u00bbsolidarische Gr\u00fc\u00dfe\u00ab.<\/p>\n<p><!--more--><br \/> \u00a0<\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi, zuerst ver\u00f6ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-24\/018.php\"> jungen Welt, 24.5.07<\/a><\/em><\/p>\n<p>Der Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom geht unvermindert weiter. Am Mittwoch legten erneut rund 15000 Besch\u00e4ftigte die Arbeit nieder, um gegen die Pl\u00e4ne des Konzerns zu protestieren, etwa 50000 Servicemitarbeiter auszugliedern und f\u00fcr weniger Geld l\u00e4nger arbeiten zu lassen. Unter dem Motto \u00bbF\u00fcnf nach zw\u00f6lf \u2013 die Telekom mu\u00df sich bewegen\u00ab kamen Streikende in Berlin, Duisburg, Frankfurt\/Main, Mainz, N\u00fcrnberg, Oldenburg, Ravensburg und Schwerin zu Kundgebungen und Demonstrationen zusammen. Der Bundestag besch\u00e4ftigte sich am Mittwoch nachmittag in einer von der Linksfraktion beantragten Aktuellen Stunde mit dem Konflikt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unmut sorgen weiterhin Einsch\u00fcchterungsversuche des Telekom-Vorstands. Dieser hatte nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen 1200 Mitarbeiter zum Notdienst aufgerufen, \u00bbum unter anderem die Versorgung von Krankenh\u00e4usern und Polizei sicherzustellen\u00ab. Ver.di habe die Besch\u00e4ftigten aber aufgefordert, keinen Notdienst zu leisten, behauptete eine Konzernsprecherin. Ganz anders die Darstellung der Gewerkschaft: Es gebe eine unterschriebene Notdienstvereinbarung, an die sich die Telekom-Spitze jedoch nicht halte, so der Berliner ver.di-Landesfachbereichsleiter Mike D\u00f6ding im jW-Gespr\u00e4ch. Ado Wilhelm, Streikleiter der Gewerkschaft, berichtete, der Konzern habe gegen eine Reihe von Besch\u00e4ftigten Abmahnungen ausgesprochen, weil diese sich geweigert h\u00e4tten, an Notdiensteins\u00e4tzen teilzunehmen. Bei den Eins\u00e4tzen handele es sich aber eindeutig um rechtswidrige Aktionen, betonte Wilhelm. Die Leiterin des ver.di-Landesbezirks Berlin-Brandenburg, Susanne Stumpenhusen, forderte die Streikenden auf einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus in Berlin auf, sich keine angst machen zu lassen. \u00bbDiese unw\u00fcrdigen Versuche, euch einzusch\u00fcchtern, sind eine Riesensauerei\u00ab, kritisierte sie.<\/p>\n<p>Auch Vertreter von Linkspartei.PDS, SPD und WASG traten auf der Berliner Kundgebung als Redner auf. Bodo Ramelow von der Bundestagsfraktion Die Linke, erkl\u00e4rte, der Streik der Telekom-Besch\u00e4ftigten sei \u00bbNotwehr\u00ab und habe die Unterst\u00fctzung seiner Partei. \u00bbWer will, da\u00df die Marktwirtschaft sozial ist, der mu\u00df um das Soziale in der Marktwirtschaft k\u00e4mpfen\u00ab, lie\u00df der Politiker wissen. Auch der SPD-Abgeordnete Klaus Barthel scheute sich nicht, den Streikenden die \u00bbsolidarischen Gr\u00fc\u00dfe\u00ab seiner Bundestagsfraktion zu \u00fcberbringen. \u00bbEs ist unsere gemeinsame Aufgabe, den Herrn Obermann auf den richtigen Weg zu bringen\u00ab, meinte der Sozialdemokrat. Er betonte, da\u00df die Regierung, die mit \u00fcber 30 Prozent der Aktien gr\u00f6\u00dfter Anteilseigner der Telekom ist, \u00bbja nicht die Mehrheit der Aktien hat\u00ab und deshalb keinen entscheidenden Einflu\u00df auf den Vorstand um Ren\u00e9 Obermann aus\u00fcben k\u00f6nne. Eine \u00f6ffentliche Intervention des Bundesfinanzministers in den Konflikt sei ausgeschlossen, weil die B\u00f6rse negativ darauf reagieren w\u00fcrde, argumentierte Barthel. \u00bbDie Bundesregierung h\u00e4tte alle M\u00f6glichkeiten, diese Angriffe zu stoppen\u00ab, konterte Lucy Redler von der Berliner WASG. So h\u00e4tten die zwei SPD-Politiker im Telekom-Aufsichtsrat die Vorstandspl\u00e4ne zusammen mit den Vertretern der Belegschaft zur\u00fcckweisen k\u00f6nnen. Redler schlug vor, der DGB solle eine bundesweite Solidarit\u00e4tsdemonstration organisieren, \u00bbum den drohenden Dammbruch bei der Telekom gemeinsam abzuwenden\u00ab.<\/p>\n<p>Die ganze Wut der Streikenden brachte indes ein Mitarbeiter aus Berlin auf den Punkt. \u00bbDies ist kein lumpiger Tarifkonflikt, sondern Ziel ist die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums zugunsten weniger gieriger Besitzender, die ohnehin schon die Taschen voll haben\u00ab, rief er unter dem Applaus seiner Kollegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Telekom-Spitze erteilt Abmahnungen gegen Streikende. Ver.di spricht von \u00bbrechtswidrigen Aktionen\u00ab. 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