{"id":12133,"date":"2007-05-22T14:54:18","date_gmt":"2007-05-22T14:54:18","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=12133"},"modified":"2012-08-21T14:13:07","modified_gmt":"2012-08-21T12:13:07","slug":"12133","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12133\/","title":{"rendered":"Telekom macht Druck auf Streikende"},"content":{"rendered":"<p><img src=\"\/media\/2007\/TelekomStreik.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/> Je l\u00e4nger der Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom andauert, desto offensichtlicher ist: Obermann und Co. pfeifen auf Recht und Gesetz. Und die Bundesregierung, mit mehr als 30 Prozent der Aktien gr\u00f6\u00dfter Anteilseigner des Konzerns, scheint das nicht zu interessieren.<!--more--><br \/> \u00a0<\/p>\n<p><strong>Im Gegenteil, die Herren wurden schlie\u00dflich daf\u00fcr eingestellt, Bezahlung auf \u00bbMarktniveau\u00ab \u2013 sprich: etwa f\u00fcnf Euro die Stunde \u2013 in dem ehemaligen Staatsunternehmen durchzusetzen.<\/strong><em> <\/em><\/p>\n<p><em>von Daniel Behruzi, zuerst erschienen in <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-22\/041.php\"> junge Welt, 22.5.07<\/a><\/em><\/p>\n<p>Am Montag flatterte einem Teil der Streikenden \u2013 manchen schon zum zweiten Mal \u2013 ein Einschreiben des Telekom-Vorstands ins Haus, mit dem diese zur Ableistung von \u00bbNotdiensten\u00ab aufgefordert wurden. Gemeint war damit aber nicht die Instandhaltung der Netze in Krankenh\u00e4usern und bei der Feuerwehr, sondern die Vorbereitung des G-8-Gipfels in Heiligendamm. Vor dem Hintergrund, da\u00df ver.di und die Telekom eine Notdienstvereinbarung mit eindeutigen Regelungen unterschrieben haben, kommt das Vorgehen des Managements schlicht einer N\u00f6tigung gleich. Gleicherma\u00dfen illegal ist der aus verschiedenen Streikregionen gemeldete Einsatz von Leiharbeitern als Streikbrecher. Dieser ist sowohl laut Tarifvertrag als auch dem Arbeitnehmer-\u00dcberlassungsgesetz (A\u00dcG) zufolge verboten.<\/p>\n<p>Legal, illegal, schei\u00dfegal \u2013 das scheint das Motto der Telekom-Spitze in diesem Konflikt zu sein. Offenbar meint allein ver.di, sich streng an die Buchstaben des Gesetzes halten zu m\u00fcssen. So gehen Telekom-Beamte, die ebenso von den Auslagerungspl\u00e4nen betroffen sind wie ihre angestellten Kollegen, weiter brav ihrer Arbeit nach. Gleiches gilt f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten von T-Systems, die nur mittelbar unter der Zerschlagung des Konzerns zu leiden haben. Folge der legalistischen Haltung der Dienstleistungsgewerkschaft ist, da\u00df jede Besch\u00e4ftigtengruppe einzeln zur Schlachtbank gef\u00fchrt und die (noch) vorhandene Kraft nicht genutzt wird. Dabei haben die Gewerkschaften \u2013 die IG Metall bei der Auseinandersetzung um die Rente mit 67 und ver.di in den Krankenh\u00e4usern \u2013 k\u00fcrzlich gezeigt, da\u00df es auch hierzulande Mittel und Wege gibt, Besch\u00e4ftigte au\u00dferhalb regul\u00e4rer Tarifrunden zu Arbeitsniederlegungen zu mobilisieren. Wann, wenn nicht bei einem derart symboltr\u00e4chtigen Gro\u00dfkonflikt, w\u00e4re es angebracht, hier nachzulegen? Denn Regierung und Unternehmer betrachten den Arbeitskampf bei der Telekom ganz offenbar als Schlacht, deren Ausgang weitreichende Auswirkungen auf andere Bereiche und Branchen haben wird.<\/p>\n<p>Den G-8-Gipfel \u2013 Symbol des neoliberalen Kahlschlags, f\u00fcr den die Telekom das derzeit eklatanteste Beispiel abgibt \u2013 k\u00f6nnte ein von seiten der Gewerkschaft entsprechend entschlossen gef\u00fchrter Arbeitskampf ernsthaft beeintr\u00e4chtigen. Die euphorische Unterst\u00fctzung und Solidarit\u00e4t der globalisierungskritischen Bewegung w\u00e4re den Streikenden in diesem Fall gewi\u00df.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Je l\u00e4nger der Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom andauert, desto offensichtlicher ist: Obermann und Co. pfeifen auf Recht und Gesetz.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17,19],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12133"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12133"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12133\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}