{"id":12132,"date":"2007-05-22T00:46:41","date_gmt":"2007-05-22T00:46:41","guid":{"rendered":".\/?p=12132"},"modified":"2007-05-22T00:46:41","modified_gmt":"2007-05-22T00:46:41","slug":"12132","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12132\/","title":{"rendered":"Bau-Abschluss: &#214;ffnungen im Fl&#228;chentarif"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/IGBauStreik.jpg\">  Lange Laufzeit sowie M&#246;glichkeiten betrieblicher Abweichungen und   regionaler Sonderregelungen machen Bauunternehmern erzieltes   Schlichtungsergebnis schmackhaft. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-21\/015.php\"> jungen Welt, 21.5.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Der Tarifkonflikt im Baugewerbe ist nun offenbar endg&#252;ltig beigelegt.   Nach gut 22st&#252;ndigen Verhandlungen pr&#228;sentierte der zum Schlichter   berufene Exwirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) am Samstag in   Berlin eine Einigung. Diese sieht bei 24monatiger Laufzeit   Lohnerh&#246;hungen in drei Stufen vor: Nach zwei Nullmonaten steigen die   Einkommen demnach zum 1. Juni dieses Jahres um 3,1 Prozent, erg&#228;nzt   durch einen nicht tabellenwirksamen Festbetrag im Volumen von 0,4   Prozent. Zum 1. April 2008 erh&#246;hen sich die Entgelte dann um 1,5 Prozent   (plus 0,5 Prozent Festbetrag) und zum 1. September 2008 um weitere 1,6   Prozent (plus 0,5 Prozent Festbetrag).<\/p>\n<p>  Urspr&#252;nglich hatten Unternehmerverband und Industriegewerkschaft Bauen,   Agrar, Umwelt (IG BAU) eine Lohnerh&#246;hung von 3,5 Prozent ab dem 1. Mai   2007 bei einer Laufzeit von zw&#246;lf Monaten vereinbart. Die Verb&#228;nde des   Baugewerbes in Ostdeutschland, Hessen und Westfalen sowie   Schleswig-Holstein hatten jedoch ihre Zustimmung zu dem Kompromi&#223;   innerhalb der Erkl&#228;rungsfrist verweigert. Die IG BAU hatte daraufhin die   Schlichtung angerufen. &#187;Die Lohnerh&#246;hung bis zum 31. M&#228;rz 2008   entspricht dem in den Tarifverhandlungen gefundenen Tarifkompromi&#223;&#171;,   behauptete die Baugewerkschaft am Samstag in einer Pressemitteilung. Das   ist aber h&#246;chstens die halbe Wahrheit, denn auf die gesamte Laufzeit   gerechnet liegt der Anstieg der Einkommen im Jahresvergleich deutlich   niedriger. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie gibt die   &#187;Kostenbelastung&#171; der tabellenwirksamen Lohnerh&#246;hungen f&#252;r das erste   Jahr mit lediglich 2,58 Prozent und f&#252;r das zweite Jahr mit 2,43 Prozent   an.<\/p>\n<p>  Es sind aber vor allem &#214;ffnungsklauseln und regionale Sonderregelungen,   die den Unternehmern das Tarifergebnis schmackhaft machen. So k&#246;nnen die   L&#246;hne und Geh&#228;lter im Westen per Haustarifvertrag um bis zu acht Prozent   abgesenkt werden, &#187;um auf wirtschaftlich schwierige Situationen   reagieren zu k&#246;nnen&#171;. Im ostdeutschen Baugewerbe besteht bereits nach   dem bisherigen Tarifvertrag die M&#246;glichkeit, die Verg&#252;tungen um maximal   zehn Prozent zu k&#252;rzen. W&#228;hrend die Auszubildenden in Westdeutschland   durch den Tarifvertrag zum 1. Juni dieses Jahres 3,1 Prozent mehr Geld   erhalten, gehen die Azubis im Osten leer aus. Statt dessen haben sich   die Unternehmer dort nach eigenen Angaben zur Schaffung von 300   Lehrstellen verpflichtet. Und auch bei den tariflichen Mindestl&#246;hnen   gibt es Unterschiede zwischen alten und neuen Bundesl&#228;ndern: Im   Tarifgebiet West steigen diese am 1. September 2008 auf 10,70 bzw. auf   12,85 Euro. F&#252;r den Osten wurde hingegen lediglich vereinbart, die   Mindestl&#246;hne bis zum 31. M&#228;rz 2008 neu festzusetzen. Die Erkl&#228;rungsfrist   &#8211; mit der das Schlichtungsergebnis in Kraft tritt, falls keine der   Parteien ihm widerspricht &#8211; endet am 4. Juni.<\/p>\n<p>  IG-BAU-Chef Klaus Wieseh&#252;gel erkl&#228;rte im Anschlu&#223; an die Verhandlungen,   jeder habe bei dem Schlichtungsergebnis &#252;ber seinen Schatten springen   m&#252;ssen. &#187;Es ist eine Branche, die eine harte Krise hinter sich hat&#171;,   betonte er. Thomas Bauer, Vizepr&#228;sident des Hauptverbandes der Deutschen   Bauindustrie, nannte den Vertrag einen &#187;tragf&#228;higen Kompromi&#223;&#171;, dem alle   zustimmen k&#246;nnten. Die Laufzeit von zwei Jahren bringe den Unternehmen   Kalkulationssicherheit. &#187;In der Summe sind wir mit dem Ergebnis   zufrieden&#171;, so Bauer.<\/p>\n<p>  Schlichter Clement &#8211; dem SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler zu seiner   &#187;ger&#228;uschlos und effizient gef&#252;hrten Schlichtung&#171; gratulierte &#8211; sagte:   &#187;Ich freue mich sehr, da&#223; es gelungen ist, am Fl&#228;chentarifvertrag   festzuhalten.&#171; Der Preis hierf&#252;r ist aus Gewerkschaftssicht allerdings   recht hoch, er&#246;ffnet die Vereinbarung doch neue M&#246;glichkeiten   betrieblicher Abweichungen und regionaler Differenzierungen. Nicht ohne   Grund freute sich der Vizepr&#228;sident des Zentralverbandes des Deutschen   Baugewerbes Frank Dupr&#233; deshalb, man habe &#187;den modernsten   Fl&#228;chentarifvertrag Deutschlands erreicht&#171;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/IGBauStreik.jpg\"><br \/>\n      Lange Laufzeit sowie M&#246;glichkeiten betrieblicher Abweichungen und<br \/>\n      regionaler Sonderregelungen machen Bauunternehmern erzieltes<br \/>\n      Schlichtungsergebnis schmackhaft.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12132"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12132\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}