{"id":12111,"date":"2007-05-09T08:57:28","date_gmt":"2007-05-09T08:57:28","guid":{"rendered":".\/?p=12111"},"modified":"2007-05-09T08:57:28","modified_gmt":"2007-05-09T08:57:28","slug":"12111","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12111\/","title":{"rendered":"Tarifabschluss in der Metallindustrie: Sicherheitsspieler"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Metall-6Komma5.jpg\">  Die diesj&#228;hrige Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist   erwartungsgem&#228;&#223; schnell zu Ende gegangen.<br \/>  <i>von Daniel Behruzi<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>zuerst ver&#246;ffentlicht in <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-05\/053.php\"> junge Welt, 5.5.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  IG Metall und Unternehmerverband einigten sich am letzten Freitag nach   kurzen aber heftige Warnstreiks und 20st&#252;ndigen Verhandlungen in   Sindelfingen. Baden-W&#252;rttemberg ist wohl auch deshalb zum Pilotbezirk   erkl&#228;rt worden, weil dessen IG-Metall-Chef J&#246;rg Hofmann keine Ambitionen   auf eines der Spitzen&#228;mter hat, die beim Gewerkschaftstag im Herbst   vergeben werden.<\/p>\n<p>  Auf den ersten Blick erweckt das Ergebnis, das die Metallergewerkschaft   flugs auf &#187;einen Gesamtzuwachs von 5,8 Prozent&#171; hochgerechnet hat, den   Eindruck eines gro&#223;en Erfolges. Bei genauerem Hinsehen erscheint Hofmann   allerdings eher als Skatspieler, der mit vier Assen keinen Grand,   sondern ein sicheres Karo spielt. Denn die Gewerkschaftsseite hatte in   dieser Tarifrunde so ziemlich alle Tr&#252;mpfe in der Hand. Die B&#228;nder und   Maschinen der Metallbetriebe laufen auf Hochtouren &#8211; und kommen der   gro&#223;en Nachfrage dennoch kaum nach. Auch nur kurze   Produktionsunterbrechungen wollten die Unternehmern deshalb im Moment   unbedingt vermeiden &#8211; f&#252;r die Gewerkschaft ein hervorragendes   Druckmittel. Da&#223; die Besch&#228;ftigten&#8211; ermutigt durch die   Aufschwungseuphorie und zugleich sauer wegen fortgesetztem Stellenabbau,   Lohnklau durch die &#187;Tarifreform&#171; ERA und die Verzichtsorgien der   vergangenen Jahre &#8211; bereit sind, f&#252;r mehr Geld auf die Stra&#223;e zu gehen,   haben sie in den vergangenen Tagen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.<\/p>\n<p>  Ein wenig Sch&#246;nrechnerei ist schon dabei, wenn Hofmann den Abschlu&#223; mit   den Worten preist: &#187;Wir haben dauerhaft eine ordentliche Vier vor dem   Komma.&#171; Denn durch die lange Laufzeit von 19 Monaten und die im zweiten   Schritt (nach 4,1 Prozent zum 1. Juni 2007) erfolgende tabellenwirksame   Erh&#246;hung von lediglich 1,7 Prozent liegt die Einkommenserh&#246;hung aufs   Jahr gerechnet bei etwa 3,7 Prozent. Das ist zwar deutlich besser als   die Resultate der vergangenen Jahre, vor dem Hintergrund der genannten   Rahmenbedingungen w&#228;re aber sicherlich mehr drin gewesen. Den hierf&#252;r   n&#246;tigen Erzwingungsstreik wollte aber auch die IG-Metall-Spitze   vermeiden &#8211; daf&#252;r nimmt sie ihre Rolle als &#187;Sozialpartner&#171; und die   &#187;Befriedungsfunktion&#171; des Tarifsystems viel zu ernst.<\/p>\n<p>  Aus gewerkschaftlicher Sicht problematisch ist, da&#223; der von Gesamtmetall   geforderte &#187;Konjunkturbonus&#171;, der das Risiko der Wirtschaftsentwicklung   auf die Besch&#228;ftigten verlagern soll, zumindest in der zweiten Stufe   realisiert wurde. Zudem kann die zum 1. Juni 2008 anstehende   Lohnerh&#246;hung von den Betrieben um bis zu vier Monate verschoben werden.   Mit ihren vielen Tr&#252;mpfen auf der Hand h&#228;tte die IG Metall diese weitere   Verlagerung von Tarifregelungen auf die Betriebsebene nicht akzeptieren   m&#252;ssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Metall-6Komma5.jpg\"><br \/>\n      Die diesj&#228;hrige Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist<br \/>\n      erwartungsgem&#228;&#223; schnell zu Ende gegangen.<\/p>\n<p>\n      <i>von Daniel Behruzi<\/i><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12111"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12111"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12111\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12111"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12111"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12111"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}