{"id":12110,"date":"2007-05-04T08:51:32","date_gmt":"2007-05-04T08:51:32","guid":{"rendered":".\/?p=12110"},"modified":"2007-05-04T08:51:32","modified_gmt":"2007-05-04T08:51:32","slug":"12110","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12110\/","title":{"rendered":"Metall-Warnstreik DC Marienfelde: &quot;Es geht ums Prinzip&quot;"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/DC-Marienfelde_Warnstreik.jpg\">  In den Metallbetrieben hat sich viel Wut angestaut. Lohnerh&#246;hung nicht   das einzige Thema. Warnstreik in Berlin-Marienfelde bei DaimlerChrysler. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  von Daniel Behruzi; dieser Artikel erschien zun&#228;chst in der<a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/05-03\/038.php\">  jungen Welt, 3.5.07<\/a><\/p>\n<p>  Es ist Mittwoch fr&#252;h, neun Uhr, vor dem DaimlerChrysler-Werk in   Berlin-Marienfelde. Wie &#252;berall in der Republik hat die IG Metall auch   hier zum Warnstreik aufgerufen, um f&#252;r die Tarifforderung von 6,5   Prozent Druck zu machen. Gr&#252;ppchenweise verlassen die Arbeiter das Werk   und versammeln sich vor dem Tor. Kerstin Tomis ist eine von ihnen.   &#187;Jung-Facharbeiterin&#171; nennt sich die 20j&#228;hrige selbst. Mit roter   IG-Metall-M&#252;tze und Trillerpfeife im Mund steht sie neben ihrem Vater.   Der arbeitet schon mehr als 25 Jahre hier. Doch da&#223; sich in dieser Zeit   einiges ge&#228;ndert hat, bekommt vor allem Kerstin zu sp&#252;ren. Nach Abschlu&#223;   ihrer Lehre kam sie zur konzerninternen Personaldrehscheibe &#187;DC Move&#171;.   &#187;Obwohl ich die gleiche Arbeit mache wie die &#228;lteren Kollegen, verdiene   ich 20 Prozent weniger &#8211; das ist ungerecht&#171;, sagt Kerstin und schaut   trotzig. &#187;Wir m&#252;ssen uns gemeinsam wehren, nicht allein&#171;, begr&#252;ndet die   junge Frau ihre Teilnahme am Gewerkschaftsprotest. Ihre Kollegen sehen   das offenbar genauso &#8211; fast die gesamte Schicht hat die Arbeit   niedergelegt und ist rausgekommen, so da&#223; Betriebsratschefin Ute Hass   sp&#228;ter verk&#252;nden kann: &#187;Der Betrieb steht.&#171;<\/p>\n<p>  &#187;Eigentlich sind die 6,5 Prozent noch zu wenig.&#171; Diesen Satz h&#246;rt man   immer wieder. &#187;Regierung und Arbeitgeber prahlen mit dem gro&#223;en Wachstum   &#8211; jetzt wollen wir auch unseren Teil davon abbekommen&#171;, erkl&#228;rt Michael   Kutz. Er ist Vertrauensmann der IG Metall bei Gillette. Seine   Belegschaft ist diese Woche bereits zum zweiten Mal im Warnstreik und   hat sich dem Demonstrationszug der Daimler-Kollegen angeschlossen. Vom   bislang vorliegenden Angebot der Unternehmer h&#228;lt Kutz &#252;berhaupt nichts.   Vor allem deren Vorschlag, einen Teil der Lohnerh&#246;hung als Einmalzahlung   zu vereinbaren, &#228;rgert ihn. &#187;Von so einem Konjunkturbonus h&#228;tten wir gar   nichts, den Unternehmen wird es dann angeblich immer ganz schlecht   gehen, damit sie ihn nicht zahlen m&#252;ssen&#171;, ist sich der 49j&#228;hrige   sicher. Zudem gehe es in dieser Auseinandersetzung nicht nur um die   gro&#223;en Betriebe der Metall- und Elektroindustrie. &#187;Wir m&#252;ssen einen   guten Abschlu&#223; machen, damit die anderen auch etwas bekommen&#171;, sagt Kutz. <\/p>\n<p>  Aber es geht nicht nur ums Geld. &#187;Es geht ums Prinzip&#171;, meint eine Frau   mit kurzen blonden Haaren und roter IG-Metall-Fahne in der Hand. In den   elf Jahren, die sie im Daimler-Werk arbeitet, sei vieles schlechter   geworden. &#187;Jetzt wollen wir uns ein bi&#223;chen was zur&#252;ckholen&#171;, sagt sie.   Besonders w&#252;tend ist sie &#252;ber die Umsetzung des Entgeltrahmen-Abkommens   (ERA), der Neugestaltung der Entgeltgruppen in der Metallindustrie.   &#187;Viele Facharbeiter werden dadurch zu Hilfsarbeitern degradiert &#8211; mit   Verlusten von bis zu 600 Euro&#171;, berichtet die 27j&#228;hrige. Auch f&#252;r andere   ist ERA offenbar das Hauptthema. &#187;ERA ohne Lohnraub&#171; und &#187;Entgelt   Richtig Aushandeln&#171; steht auf selbstgemalten Schildern. &#187;Wir brauchen   kr&#228;ftigte Lohnerh&#246;hungen&#171;, so DaimlerChrysler-Betriebsrat Mustafa Efe,   &#187;aber wenn diese sp&#228;ter durch ERA wieder kassiert werden, dann haben wir   nicht viel davon.&#171;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/DC-Marienfelde_Warnstreik.jpg\"><br \/>\n      In den Metallbetrieben hat sich viel Wut angestaut. Lohnerh&#246;hung nicht<br \/>\n      das einzige Thema. 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