{"id":12104,"date":"2007-05-10T00:11:18","date_gmt":"2007-05-10T00:11:18","guid":{"rendered":".\/?p=12104"},"modified":"2007-05-10T00:11:18","modified_gmt":"2007-05-10T00:11:18","slug":"12104","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/05\/12104\/","title":{"rendered":"Gewerkschaften: Mit SPD brechen!"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Sommer-Schroeder.jpg\">  Nach wie vor hat die Sozialdemokratie Kontrolle &#252;ber die Gewerkschaften<\/i> <br \/>  In Bayern entschied der DGB, SPD-Politiker, die am 1. Mai als Redner   vorgesehen waren, wieder auszuladen. Ein richtiger Schritt. Wobei sich   die Frage stellt, was SPD-Politiker &#252;berhaupt noch bei   Gewerkschaftsveranstaltungen zu suchen haben. Schlie&#223;lich ist die   ehemalige Arbeiterpartei l&#228;ngst zu einer Unternehmerpartei geworden. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Die SPD hat durch Agenda 2010 und die Zerschlagung des staatlichen   Renten- und Gesundheitswesens das Gesch&#228;ft des Kapitals erledigt. Sie   hat dazu beigetragen, dass die Arbeiterklasse ideologisch entwaffnet   wurde. Durch die Dominanz sozialdemokratischer Positionen in den   Gewerkschaften wird effektive Gegenwehr blockiert.<\/p>\n<h4>  Abkehr von der SPD<\/h4>\n<p>  Doch die Zeiten &#228;ndern sich. Der SPD laufen in Scharen W&#228;hlerInnen und   Mitglieder davon. Seit der Riester-Rente h&#228;ufen sich die Bruchpunkte   zwischen Gewerkschaftsbasis und SPD. Die Protestwelle gegen Hartz IV war   der letzte Ansto&#223; zur Gr&#252;ndung der WASG. Eine Schicht von   Gewerkschaftsfunktion&#228;ren der mittleren Ebene hatte dazu die Initiative   ergriffen. Seitdem f&#252;rchtete die SPD die WASG als potenziellen   politischen Bezugspunkt f&#252;r die Gewerkschaften. 2005 zogen   WASG-Mitglieder auf der Liste der Linkspartei in den Bundestag ein.<\/p>\n<p>  Der Konflikt zwischen DGB und SPD ist aber auch ein Konflikt in den   Gewerkschaften selbst. St&#228;ndig blockt die heutige DGB-Spitze Gegenwehr   ab. Wobei ein Teil des Apparates versucht, die Wut in den Betrieben zu   kanalisieren, um begrenzt, unter eigener Kontrolle Proteste zu   organisieren. Spitzenfunktion&#228;re wechseln heute vom Betriebsrat auf den   Sessel des Arbeitsdirektors oder vom Gewerkschaftsvorsitzenden ins   Ministeramt. Walter Riester, der die Teilprivatisierung der gesetzlichen   Rente eingef&#252;hrt hat, war fr&#252;her im Vorstand der IGM Metall. Die   DGB-B&#252;rokraten sind politisch in der Profitlogik des Kapitalismus und   pers&#246;nlich in der Gehaltsklasse des Establishments angekommen. Ihr   Motto: Wir machen fast alles mit &#8211; Hauptsache, wir werden nach unserer   Unterschrift gefragt.<\/p>\n<p>  Anstatt die betrieblichen Proteste gegen die Rente mit 67 zu steigern,   bem&#252;hten sich DGB-Chef Michael Sommer und Co., die SPD f&#252;r eine flexible   Ausstiegsregelung der Besch&#228;ftigten aus den Betrieben zu gewinnen. Damit   soll die SPD dann &#8211; unterst&#252;tzt von der Gewerkschaftsspitze &#8211; bei der   n&#228;chsten Wahl auf Stimmenfang gehen k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Vor dem 1. Mai hat die SPD eine Unterschriftensammlung f&#252;r einen   Mindestlohn gestartet. Weder das Wort &#8222;gesetzlich&#8220; noch eine konkrete   Zahl tauchen darin auf. Aber Sommer, Peters und Bsirske hatten kein   Problem, sich als Erstunterzeichner daf&#252;r herzugeben.<\/p>\n<h4>  DIE LINKE<\/h4>\n<p>  Mit einer neuen Partei, die konsequent die Arbeitnehmerinteressen   vertritt, und einer k&#228;mpferischen innergewerkschaftlichen Opposition   kann der politische Einfluss der Sozialdemokratie in der Arbeiterklasse   gestoppt werden. Die WASG-Gr&#252;ndung war daf&#252;r ein Ansatz. Leider wird es   im Juni zur Fusion mit der Linkspartei.PDS kommen. Die neue Partei soll   DIE LINKE hei&#223;en. Diese Partei wird voller Widerspr&#252;che sein. So   unterst&#252;tzt sie zwar h&#228;ufig betriebliche Proteste, Oskar Lafontaine   fordert das Recht auf Generalstreik. Grundlegend wird sie jedoch dem   Kurs der bisherigen L.PDS folgen: Anbiederung an die sozialdemokratische   Gewerkschaftsf&#252;hrung, Regierungsbeteiligungen statt auf   au&#223;erparlamentarischen und betrieblichen Widerstand zu setzen. Gregor   Gysi, Klaus Ernst und andere Abgeordnete der Linksfraktion haben die   SPD-Unterschriftenliste f&#252;r einen Mindestlohn unterschrieben, statt die   Heuchelei zu entlarven.<\/p>\n<p>  Ein Kampf gegen sozialdemokratischen Einfluss im DGB macht den Kampf f&#252;r   eine programmatische und personelle Alternative in den Gewerkschaften   n&#246;tig &#8211; gegen Co-Management und Verzichtspolitik, f&#252;r k&#228;mpferische und   demokratische Gewerkschaften.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Sommer-Schroeder.jpg\"><br \/>\n      Nach wie vor hat die Sozialdemokratie Kontrolle &#252;ber die Gewerkschaften<\/i><\/p>\n<p>\n      In Bayern entschied der DGB, SPD-Politiker, die am 1. Mai als Redner<br \/>\n      vorgesehen waren, wieder auszuladen. Ein richtiger Schritt. Wobei sich<br \/>\n      die Frage stellt, was SPD-Politiker &#252;berhaupt noch bei<br \/>\n      Gewerkschaftsveranstaltungen zu suchen haben. 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