{"id":12088,"date":"2007-04-26T10:32:28","date_gmt":"2007-04-26T10:32:28","guid":{"rendered":".\/?p=12088"},"modified":"2007-04-26T10:32:28","modified_gmt":"2007-04-26T10:32:28","slug":"12088","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/04\/12088\/","title":{"rendered":"G8-Aktion: Kein Hotel f&#252;r Umweltzerst&#246;rer, Kriegstreiber, Jobkiller!"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Kampinski.gif\">  Am Samstag, den 21. April, statteten wir dem Besitzer des G8-Hotels in   Heiligendamm einen Besuch ab. Jagdfeld, dem Hauptbesitzer, geh&#246;ren neben   dem G8-Hotel auch andere Luxus-Hotels, wie das Hotel Adlon in Berlin   oder der Quellenhof in Aachen. Am Samstag zogen wir vor seine Villa in   Aachen und trugen unsere Forderungen vor. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Christian Walter<\/i><\/p>\n<p>  Mit einer kleinen Gruppe von AktivistInnen zogen wir in einem   Demonstrationszug etwa 2 km zu seiner Villa. Dort hielten wir eine   Kundgebung ab und trugen ein kleines Theaterst&#252;ck vor. Dabei ging es   darum, die Lage der, vor allem von den G8-Staaten ausgebeuteten,   Arbeiterklasse zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>  Ein Aktivist spielte Murat Kurnaz, der unter falschem Verdacht wegen   seines Glaubens und seines Aussehens jahrelang im US-Gef&#228;ngnis   Guantanamo festgehalten und misshandelt wurde. Ein anderer stellte einen   Iraker dar, der infolge des Irak-Krieges gefoltert wurde.<\/p>\n<p>  Im Vorfeld der Aktion hatten wir Herrn Jagdfeld einen offenen Brief   geschickt, in dem wir ihn dazu aufforderten, die G8 aus seinem Hotel   wieder auszuladen und das Hotel kostenlos den GipfelgegnerInnen f&#252;r   einen Gegengipfel zur Verf&#252;gung zu stellen.<\/p>\n<p>  So hatten wir beispielsweise ein Transparent mit der Forderung &quot;Herr   Jagdfeld: verweigern sie den G8 ihr Hotel!&quot; und dem Slogan &quot;G8 =   Umweltzerst&#246;rer, Kriegstreiber, Jobkiller &#8211; Stop G8!&quot;. Um diesen   Forderungen Nachdruck zu verleihen und bessere &#214;ffentlichkeit f&#252;r diese   Ideen zu bekommen (Presse etc.), zogen wir vor seine Villa.<\/p>\n<p>  Nach dem Theaterst&#252;ck verlas Marc Treude, WASG-Ratsherr und   SAV-Mitglied, noch einmal den offenen Brief mit den Forderungen.   Jagdfeld lie&#223; sich w&#228;hrend der ganzen Aktion nicht blicken, vermutlich   war er gar nicht da. Begleitet wurde die Aktion von einem vollkommen   &#252;berzogenen Polizeiaufgebot; f&#252;r jedeN AktivistIn war mehr als einE   PolizistIn vor Ort.<\/p>\n<p>  Auch wenn Jagdfeld vermutlich nur m&#252;de l&#228;cheln wird, so war es dennoch   eine gute Aktion, denn durch die folgenden Zeitungsartikel haben wir   unsere Positionen und Ideen in der Bev&#246;lkerung ein St&#252;ck weiter   gebracht. Immer mehr Menschen wollen etwas gegen die verbrecherische   Politik der G8 machen, einige werden unsere Akzion als Aufforderung   verstehen, sich weiter zu informieren und zu engagieren.<\/p>\n<p>  Ein weiterer Schritt ist die <a href=\"\/?p=12051\"> Veranstaltungsreihe mit Jesse Lessinger aus den USA<\/a>, bei der es vor allem   um Anti-Kriegsproteste in den USA geht.<\/p>\n<h5>  Hier wird noch einmal der offene Brief dokumentiert:<\/h5>\n<p>  <i>Sehr geehrter Herr Jagdfeld, <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Vom 6. Juni bis zum 8. Juni wird in Ihrem &quot;Grandhotel Heiligendamm&quot;   der G8-Gipfel tagen. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Wie sie sicher wissen, wurde die Gruppe der Acht (G8) 1975 als G6   gegr&#252;ndet und hielt j&#228;hrlich ihre &quot;Weltwirtschaftsgipfel&quot; ab. Sp&#228;ter   stie&#223; Kanada, nach dem Zusammenbruch des Stalinismus auch Russland dazu.   Die Politik blieb dieselbe. Bis heute verfolgen die G8 die Interessen   der Superreichen und weltweit agierenden Konzerne, wie folgende Fakten   belegen: So leben in den G8-Staaten nur 13,5% der Menschheit, jedoch   konzentriert sich dort 50% des Welthandels und der weltweiten   Wirtschaftsleistung. Ausserdem findet dort 80% der weltweiten   Wirtschaftsproduktion statt. Auf jedem G8-Gipfel werden wohl klingende   Themen diskutiert: So sollte die Armut bek&#228;mpft werden, die Abr&#252;stung   vorangetrieben werden oder der Umweltzerst&#246;rung Einhalt geboten werden.   Doch das ist nichts weiter als Maskerade. Keiner dieser Ziele wurden   oder werden ernsthaft verfolgt. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Denn Fakt ist: 1970 hat die UNO gefordert, jedes Land solle 0,7%   ihres Bruttoinlandproduktes f&#252;r Entwicklungshilfe ausgeben. Kein G8-Land   hat dieses Ziel auch nur ann&#228;hernd erreicht. 1997 wurde das   Klimaschutzabkommen von Kyoto &#8211; das sogenannte Kyoto-Protokoll &#8211;   verabschiedet. Seitdem hat kein G8-Land seinen CO2- Ausstoss nennenswert   verringert, die USA haben das Kyoto-Protokoll noch nicht einmal   unterschrieben. Dabei sind die G8 immerhin f&#252;r 45% des weltweiten CO2-   Ausstosses verantwortlich. Sp&#228;testens seit dem Irak-Krieg und der   &quot;Umstrukturierung&quot; der deutschen Bundeswehr glaubt kein Mensch mehr,   dass Abr&#252;stung im Interesse der Machthaber ist. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Es ist Vorsatz, wenn die M&#228;chtigen dieser Welt (an deren Spitze die   G8 Staaten) im Jahr 2006 1 Milliarde Dollar weltweit f&#252;r R&#252;stung   ausgeben und gleichzeitig die n&#246;tigen 450 Millionen Dollar im Kampf   gegen Hunger verweigern. All diese Tatsachen zeigen: die G8 haben kein   Interesse an Beendigung von Armut, Krieg und Klimakatastrophe! Sie   kennen nur das Streben nach Profit. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i> <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Immer mehr der von der Politik der G8 Betroffene wehren sich gegen   Neoliberalismus und Kriegstreiberei. Hunderttausend werden im Sommer   nach Heiligendamm kommen um gegen die Politik der G8 zu demonstrieren   und den Versuch machen den G8 Gipfel zu verhindern. Auch ein meterhoher   und 12,5 Millionen (aus &#246;ffentlichen Steuergeldern bezahlter) teuer   Stacheldraht &#8211; Zaun um das Areal in Heiligendamm wird die   Protestierenden nicht aufhalten ihre Wut in friedlichen Demonstration zu   zeigen. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Im Interesse der Protestierenden fordern wir sie auf: <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8211; Laden sie die G8 wieder aus Ihrem Hotel aus! Stellen Sie diesen   Verbrechern nicht Ihr Hotel zur Verf&#252;gung! <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>&#8211; Stellen Sie stattdessen Ihr Hotel kostenlos TeilnehmerInnen der   Anti-G8 Konferenz und der Anti-G8 Proteste zur Verf&#252;gung. <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Wir &#8211; TeilnehmerInnen an den Protesten gegen die G8 &#8211; w&#252;rden gerne   pers&#246;nlich mit Ihnen dar&#252;ber sprechen. Dazu werden wir am 21. April um   15.00 Uhr zu ihrer Villa am Heidweg in Aachen kommen. Bitte schicken Sie   eine R&#252;ckantwort an: <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Marc Treude c\/o SAV Aachen, Eifelstrasse 13, 52068 Aachen <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Wir verbleiben <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Mit erwartungsvollen Gr&#252;ssen <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Marc Treude <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>Als Stadtrat f&#252;r die WASG Aachen und i.A. des Stadtverband der   Sozialistischen Alternative &#8211; SAV Aachen<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Kampinski.gif\"><br \/>\n      Am Samstag, den 21. April, statteten wir dem Besitzer des G8-Hotels in<br \/>\n      Heiligendamm einen Besuch ab. Jagdfeld, dem Hauptbesitzer, geh&#246;ren neben<br \/>\n      dem G8-Hotel auch andere Luxus-Hotels, wie das Hotel Adlon in Berlin<br \/>\n      oder der Quellenhof in Aachen. 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