{"id":12087,"date":"2007-04-28T00:55:21","date_gmt":"2007-04-28T00:55:21","guid":{"rendered":".\/?p=12087"},"modified":"2007-04-28T00:55:21","modified_gmt":"2007-04-28T00:55:21","slug":"12087","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/04\/12087\/","title":{"rendered":"US-Wirtschaft auf Crashkurs"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/WallStreet.jpg\">  Krisensignale mehren sich<\/i><br \/>  Ende M&#228;rz beschlossen die USA Strafz&#246;lle gegen Papierimporte aus China.   Die Wirtschaftspolitiker in Washington haben dabei bestimmt nicht daran   gedacht, dass vor f&#252;nfzig Jahren der chinesische Staatschef Mao Tse-tung   meinte, die USA seien nur ein Papiertiger. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Das ist sicher nur eine kleine Ironie der Geschichte. Aber diese   Strafz&#246;lle, die ersten der USA gegen China seit den achtziger Jahren,   sind ein Symptom f&#252;r tiefer liegende Probleme der US-Wirtschaft.<\/b><i>  <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>von Tommy Lindquist, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Probleme, die Auswirkungen auf die ganze Welt haben k&#246;nnen. Denn die   Weltwirtschaft konnte bisher immer auf die Importe der USA bauen. Die   Vereinigten Staaten waren in den letzten Jahren die zugkr&#228;ftigste   Lokomotive der Weltwirtschaft. Eine Lokomotive, die gerade Bremsspuren   zeigt.<\/p>\n<h4>  Handels- und Haushaltsdefizit<\/h4>\n<p>  Die US-Wirtschaft steht auf keiner soliden Basis. Das spiegelt sich vor   allem im riesigen Handelsbilanzdefizit wider. Statistisch gesehen werden   f&#252;r zwei Waren, die von den USA exportiert werden, drei Waren   importiert. 2006 betrug das Defizit im Au&#223;enhandel 764 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>  Auch die &#246;ffentlichen Kassen und die privaten Haushalte sind hoch   verschuldet. Eine Zeit lang konnte eine Spekulationsblase, vor allem im   Immobiliensektor, den Konsumaufschwung k&#252;nstlich verl&#228;ngern. Private   Verbraucher nahmen hohe Kredite auf, als &#8222;Sicherheit&#8220; dienten ihre   &#252;berbewerteten Eigenheime. Das wird jetzt zum Bumerang.<\/p>\n<h4>  Immobilienblase<\/h4>\n<p>  &#8222;Wir hatten es wie vor sieben Jahren mit einer zerplatzenden Blase an   den M&#228;rkten f&#252;r Verm&#246;genswerte zu tun. Damals waren es Aktien, diesmal   sind es Immobilien&#8220;, so Stephen Roach, Chefvolkswirt der Investmentbank   Morgan Stanley (FAZ vom 19. M&#228;rz). &#8222;Und wenn diese St&#252;tze der Wirtschaft   bricht, kann das ganz gewiss eine Rezession ausl&#246;sen.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Hauspreise, die beispielsweise 2005 um 15 Prozent stiegen, sind   zuletzt gesunken. Das hat Auswirkungen auf den Finanzm&#228;rkten. Anfang   M&#228;rz musste die Hypothekenbank New Century, eine der ganz gro&#223;en in   diesem Gesch&#228;ft, Insolvenz beantragen. In den zwei Monaten davor hatten   bereits mehr als 20 unabh&#228;ngige Immobilienfinanzierer Konkurs angemeldet.<\/p>\n<p>  In diesem Fr&#252;hjahr kam es in vier Wochen zweimal zu Turbulenzen an den   Weltb&#246;rsen. Bevor die Zahlungsunf&#228;higkeit der Hypothekenbank New Century   f&#252;r Unruhen sorgte, hatten die Aktien Ende Februar, Anfang M&#228;rz 1,5   Billionen Dollar an Wert verloren. Dabei kam es zum gr&#246;&#223;ten Kursverlust   an der Wall Street seit dem 11. September 2001. Auch in diesem Fall   waren die Krisentendenzen in den USA ein wichtiger Faktor. So orakelte   der ehemalige US-Notenbankchef Alan Greenspan von einer m&#246;glichen   Rezession in den USA.<\/p>\n<h4>  Windb&#246;en vor dem Sturm?<\/h4>\n<p>  In den USA kam es wie in anderen Teilen der kapitalistischen   Weltwirtschaft zu einer Schatzbildung durch versch&#228;rfte Ausbeutung. Auf   dieser Basis konnten die Profite saniert werden. K&#252;nstlich verl&#228;ngert   wurde der Aufschwung durch die Verschuldung der privaten Haushalte.   Hierbei spielte die Aufbl&#228;hung der Immobilienpreise eine gro&#223;e Rolle.   Die Folge: Durchgehend negative Sparraten der privaten Haushalte seit   April 2005, vier Billionen Dollar offene Konsumentenkredite, 13   Billionen Dollar Hypothekenschulden (84 Prozent aller Immobilien sind   belastet). Mittlerweile hat auch die Gewinndynamik an der Wall Street   kr&#228;ftig nachgelassen.<\/p>\n<p>  Die Probleme der US-Wirtschaft sind strukturell. Sie gehen einher mit   den Problemen des US-Imperialismus international: Das Fiasko in   Afghanistan und Irak, die Konflikte mit Iran, die &#214;lpreise, die drei mal   so hoch sind wie vor dem 11. September.<\/p>\n<p>  Nat&#252;rlich werden protektionistische Ma&#223;nahmen der USA, wie die   Strafz&#246;lle gegen China, von den konkurrierenden Wirtschaftsm&#228;chten nicht   schweigend hingenommen, sondern fr&#252;her oder sp&#228;ter mit Gegenma&#223;nahmen   beantwortet werden.<\/p>\n<p>  Eine tiefere Krise in den USA w&#252;rde die Instabilit&#228;t weltweit   versch&#228;rfen. Niemand kann sagen, ob das, was wir jetzt an   wirtschaftlichen Problemen in den USA sehen, der Anfang einer tieferen,   unmittelbar bevorstehenden Krise ist. Oder ob sich eine schwere   wirtschaftliche Rezession erst in den n&#228;chsten Jahren entfalten wird.   Eine dritte Alternative gibt es aber nicht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/WallStreet.jpg\"><br \/>\n      Krisensignale mehren sich<\/i><\/p>\n<p>\n      Ende M&#228;rz beschlossen die USA Strafz&#246;lle gegen Papierimporte aus China.<br \/>\n      Die Wirtschaftspolitiker in Washington haben dabei bestimmt nicht daran<br \/>\n      gedacht, dass vor f&#252;nfzig Jahren der chinesische Staatschef Mao Tse-tung<br \/>\n      meinte, die USA seien nur ein Papiertiger.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[127],"tags":[192],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12087"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12087"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12087\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12087"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12087"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12087"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}