{"id":12066,"date":"2007-04-13T02:25:46","date_gmt":"2007-04-13T02:25:46","guid":{"rendered":".\/?p=12066"},"modified":"2007-04-13T02:25:46","modified_gmt":"2007-04-13T02:25:46","slug":"12066","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/04\/12066\/","title":{"rendered":"Metall-Tarifrunde: Gute Ausgangslage f&#252;r kr&#228;ftige Lohnerh&#246;hungen"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/MetallWarnstreik.jpg\">  Raus aus der Defensive!<\/i><br \/>Die Unternehmer haben ein Problem.   Gewinnrekorde und von den Medien gesch&#252;rte Aufschwungseuphorie haben   unter den Besch&#228;ftigten das Gef&#252;hl wachsen lassen: Jetzt reicht&#8217;s mit   Lohnverzicht &#8211; wir brauchen deutlich mehr Geld.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Auf Grundlage dieser Stimmung bietet sich IG Metall und ver.di die   M&#246;glichkeit, in den anlaufenden Tarifkonflikten endlich wieder aus der   Defensive zu kommen.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Die bedeutendste Tarifauseinandersetzung ist die in der Metall- und   Elektroindustrie. Was hier erk&#228;mpft wird, ist traditionell ein   Orientierungspunkt f&#252;r andere Branchen.<\/p>\n<p>  Vorstand und bezirkliche Tarifkommissionen haben die Forderung nach 6,5   Prozent mehr Lohn und Gehalt aufgestellt. Das ist reichlich bescheiden.   Schon der so genannte verteilungsneutrale Spielraum (Steigerung von   Preisen und Produktivit&#228;t) liegt bei diesem Wert. Wenn damit begonnen   werden soll, die jahrelange Umverteilung zugunsten des Kapitals   umzukehren, m&#252;sste die Lohnerh&#246;hung st&#228;rker ausfallen. Die 6,5 Prozent   sind also schon ein Kompromiss &#8211; deshalb gilt es, sie wenigstens voll   durchzusetzen. Dabei geht es nicht nur darum, ein &#8222;St&#252;ck vom Kuchen&#8220;   abzubekommen. Endlich mehr Geld in der Tasche zu haben, ist bittere   Notwendigkeit. Wie sollen Preissteigerungen, Mehrwertsteuererh&#246;hung und   wachsende Sozialabgaben sonst ausgeglichen werden?<\/p>\n<p>  Die Unternehmer w&#252;rden uns gerne mit hohen Einmalzahlungen &#8211; am liebsten   noch gewinnabh&#228;ngig &#8211; abspeisen, w&#228;hrend die tabellenwirksamen (also   dauerhaften) Lohnerh&#246;hungen gering ausfallen. Das darf die IG Metall auf   keinen Fall mitmachen!<\/p>\n<h4>  IG BCE kein Vorbild<\/h4>\n<p>  Der k&#252;rzlich f&#252;r die Chemieindustrie getroffene Tarifvertrag ist hier   ganz und gar kein Vorbild. Aufs Jahr gerechnet liegt die tats&#228;chliche   Lohnerh&#246;hung bei unter 3,1 Prozent. Die Einmalzahlung von 0,7 Prozent   ist nicht dauerhaft wirksam und kann sogar auf Betriebsebene &#8211; von   Unternehmern und Betriebsr&#228;ten, ohne Gewerkschaft &#8211; &#8222;aus   wirtschaftlichen Gr&#252;nden&#8220; gestrichen werden. So wird die Tarifpolitik   weiter an die Betriebsr&#228;te delegiert, die viel leichter erpressbar sind   und denen das Kampfmittel Streik nicht zur Verf&#252;gung steht. Auch die   Erfahrungen der IG Metall mit der in der vergangenen Tarifrunde   vereinbarten M&#246;glichkeit, von der Einmalzahlung &#252;ber 310 Euro nach oben   oder unten abzuweichen, sind nicht berauschend. Zwar haben sich nur   wenige Unternehmen (laut IGM sechs bis neun Prozent) getraut, diese zu   k&#252;rzen. Mehr gezahlt haben aber ebenfalls wenige (elf bis 14 Prozent).   Und diese d&#252;rften daf&#252;r die sonst wom&#246;glich h&#246;heren &#252;bertariflichen   Leistungen verwendet haben. Unterm Strich kommt also f&#252;r die gut   organisierten Belegschaften nichts raus &#8211; und die anderen werden   abgeh&#228;ngt.<\/p>\n<p>  Die Auftragsb&#252;cher sind voll, ein Gro&#223;teil der Unternehmen f&#228;hrt enorme   Profite ein. Vor diesem Hintergrund will die Kapitalseite einen   ernsthaften Arbeitskampf m&#246;glichst vermeiden. Die IG Metall wird deshalb   am meisten rausholen, wenn sie von Beginn an Druck macht. Statt lange   hinter den Kulissen zu verhandeln, sollte die Diskussion in den   Betrieben forciert und jetzt damit begonnen werden, Warnstreiks und &#8211;   falls die Unternehmer blockieren &#8211; einen Erzwingungsstreik vorzubereiten. <\/p>\n<h4>  Gemeinsam sind wir stark<\/h4>\n<p>  Ein Erfolg der IG Metall w&#252;rde allen Gewerkschaften helfen. Und   umgekehrt werden die Metaller gest&#228;rkt, wenn sie gemeinsam mit den   Kolleginnen und Kollegen der Druckindustrie und des Einzelhandels auf   die Stra&#223;e gehen. Letztere sehen sich mit der unversch&#228;mten Forderung   nach Streichung der Sp&#228;t-, Nacht und Wochenendzuschl&#228;ge konfrontiert und   brauchen jede Unterst&#252;tzung. Gleiches gilt f&#252;r die von   Arbeitsplatzvernichtung betroffenen Belegschaften der Telekom, bei   Airbus und in einer Vielzahl anderer Unternehmen. Eine Verbindung dieser   Auseinandersetzungen &#8211; die &#252;ber auf Papier gedruckte Resolutionen   hinausgeht &#8211; k&#228;me allen zugute.<\/p>\n<p>  F&#252;r die IG Metall bietet die Tarifrunde zudem die Chance, den Versuch   der Unternehmen abzuwehren, das Entgeltrahmenabkommen (ERA) zu massiven   Lohnk&#252;rzungen zu missbrauchen. Im Rahmen der Tarifbewegung kann die   dringend notwendige Neuverhandlung der &#8222;Tarifreform&#8220; durchgesetzt   werden, um jegliche Verschlechterungen im Entlohnungssystem &#8211; auch f&#252;r   Neueingestellte &#8211; zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/MetallWarnstreik.jpg\"><br \/>\n      Raus aus der Defensive!<\/i><br \/>Die Unternehmer haben ein Problem.<br \/>\n      Gewinnrekorde und von den Medien gesch&#252;rte Aufschwungseuphorie haben<br \/>\n      unter den Besch&#228;ftigten das Gef&#252;hl wachsen lassen: Jetzt reicht&#8217;s mit<br \/>\n      Lohnverzicht &#8211; wir brauchen deutlich mehr Geld.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[191],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12066"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12066"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12066\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}