{"id":12042,"date":"2007-03-22T15:20:42","date_gmt":"2007-03-22T15:20:42","guid":{"rendered":".\/?p=12042"},"modified":"2007-03-22T15:20:42","modified_gmt":"2007-03-22T15:20:42","slug":"12042","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/03\/12042\/","title":{"rendered":"ERA: Zorn bei Daimler in Stuttgart und Berlin"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/DC-Stuttgart_Protest_2007-03.jpg\">  <\/i>Das von der IG Metall 2003 ausgehandelte Entgeltrahmen-Abkommen   (ERA) sorgt weiter f&#252;r Konflikte. Am Montag legten knapp 500   Besch&#228;ftigte im DaimlerChrysler-Werk Untert&#252;rkheim die Arbeit   vor&#252;bergehend nieder, um gegen mit dem neuen Verg&#252;tungssystem   einhergehende Lohnk&#252;rzungen zu protestieren.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Daniel Behruzi, zuerst ver&#246;ffentlicht in der <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2007\/03-21\/052.php\"> jungen Welt, 21.3.07<\/a><\/i><\/p>\n<p>  Am Berliner Standort des Autobauers wird das Thema auf einer heute   stattfindenden Betriebsversammlung in Marienfelde ebenfalls die zentrale   Rolle spielen.<\/p>\n<p>  &#187;&#220;berall im Land versuchen die Arbeitgeber mit der Einf&#252;hrung der   ERA-Tarifvertrags die Einkommen zu senken. Massenhaft zu niedrige   Eingruppierungen sind dabei die Regel.&#171; So hei&#223;t es in der   Betriebszeitung der Oppositionsgruppe &#187;alternative&#171;, die den Ausstand im   DaimlerChrysler-Werk Untert&#252;rkheim am Montag organisiert hatte. Tausende   Reklamationen, mit denen Besch&#228;ftigte gegen ihre vom Unternehmen   vorgenommene Zuteilung zu den Lohngruppen Widerspruch einlegen, seien   weiterhin offen. Deshalb m&#252;sse &#187;der Zorn in wirkungsvolle Aktionen&#171;   gegen die Einsparpl&#228;ne verwandelt werden.<\/p>\n<p>  Zornig sind auch die Daimler-Arbeiter in Berlin-Marienfelde &#8211; und das   nicht nur auf die Unternehmensleitung. Auch die &#246;rtliche   Betriebsratsspitze steht in der Kritik, da sie der schriftlichen   Aufforderung durch 974 Besch&#228;ftigte, eine au&#223;erordentliche   Betriebsversammlung zu der Frage zu organisieren, nicht nachgekommen   ist. Bereits am 1. Februar hatten linke Aktivisten die Petition &#8211; die   von mehr als einem Viertel der Besch&#228;ftigten unterzeichnet und damit   rechtlich bindend ist &#8211; an den Betriebsrat &#252;bergeben (jW berichtete).   Doch dieser ignorierte das Votum einfach und lie&#223; sich auch durch   rechtsanwaltliche Aufforderung nicht dazu bewegen, eine entsprechende   Versammlung einzuberufen.<\/p>\n<p>  &#187;Statt juristische Schritte zu ergreifen, beschlossen wir, uns mit einem   Schreiben an unsere Gewerkschaft, die IG Metall, zu wenden&#171;, berichtete   Mustafa Efe, Betriebsrat und Mitinitiator der Unterschriftenaktion, am   Dienstag gegen&#252;ber jW. &#187;Es mu&#223; im Interesse unserer Gewerkschaft sein,   da&#223; die ohnehin beschr&#228;nkten demokratischen Rechte des   Betriebsverfassungsgesetzes eingehalten und genutzt werden, um die   Kollegen zu informieren und mit ihnen eine Grundsatzdiskussion &#252;ber die   Einf&#252;hrung von ERA zu f&#252;hren&#171;, hei&#223;t es in dem jW vorliegenden Brief.   Die Entscheidung der Besch&#228;ftigtenvertretung habe dazu gef&#252;hrt, da&#223; &#187;die   Konflikte mit dem Arbeitgeber um die ERA-Einf&#252;hrung in den Betriebsrat   und in die Gewerkschaft selbst&#171; verlagert worden seien. Die Berliner   IG-Metall-Spitze zeigte dennoch keine Reaktion und antwortete den mehr   als 30 Vertrauensleuten und Mitgliedern, die den Brief unterschrieben   hatten, nicht einmal. &#187;Mir ist v&#246;llig unverst&#228;ndlich, warum   Betriebsrats- und IG-Metall-F&#252;hrung die vorhandene Stimmung nicht   genutzt haben, um bei ERA endlich in die Offensive zu kommen&#171;,   kritisierte Efe. &#187;Wir brauchen eine starke Gewerkschaft und einen   starken Betriebsrat &#8211; aber diese m&#252;ssen die Interessen der Kollegen   vertreten und das Potential f&#252;r Widerstand nutzen&#171;, sagte er.<\/p>\n<p>  Ob die heute in allen drei Schichten des Berliner Werks stattfindenden   Betriebsversammlungen hierf&#252;r genutzt werden, ist allerdings offen. Die   Besch&#228;ftigtenvertretung will jedenfalls &#252;ber den Umgang der   Gesch&#228;ftsleitung mit den etwa 1000 eingereichten Reklamationen   informieren. Konzernweit sollen gar 46000 Besch&#228;ftigte ihrer   Eingruppierung widersprochen haben. &#187;Der Lohnraub durch ERA trifft   insbesondere Neueingestellte, &#196;ltere und Einsatzeingeschr&#228;nkte &#8211; diese   Schlechterstellung und Spaltung der Belegschaften d&#252;rfen wir nicht   zulassen&#171;, betonte Efe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/DC-Stuttgart_Protest_2007-03.jpg\"><br \/>\n      <\/i>Das von der IG Metall 2003 ausgehandelte Entgeltrahmen-Abkommen<br \/>\n      (ERA) sorgt weiter f&#252;r Konflikte. 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