{"id":12019,"date":"2007-03-17T00:49:42","date_gmt":"2007-03-17T00:49:42","guid":{"rendered":".\/?p=12019"},"modified":"2007-03-17T00:49:42","modified_gmt":"2007-03-17T00:49:42","slug":"12019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/03\/12019\/","title":{"rendered":"Sri Lanka: Auf dem Weg zum B&#252;rgerkrieg"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/SriLanka-Soldaten.jpg\">  Bericht vom <a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/?swid=2\">9.   Weltkongress des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a>  , Januar 2007, Teil 5<\/i><br \/>Siritunga Jayasuriya von der United   Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in   Sri Lanka) hielt das Einleitungsreferat zu dieser Sitzung &#252;ber die   j&#252;ngsten dramatischen Entwicklungen in Sri Lanka auf dem   CWI-Weltkongress. Mehrere andere GenossInnen beteiligten sich an der   Diskussion. So auch Srinath Perera, ebenfalls aus Sri Lanka, und   Jagadish Chandra, der h&#228;ufig Sri Lanka besucht, um an der Arbeit der USP   mitzuwirken.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Senan<\/i><\/p>\n<p>  Seit der letzten Pr&#228;sidentschaftswahl im November 2005 hat sich die   wirtschaftliche wie auch die politische Situation in Sri Lanka weiter   verschlechtert. Mahinda Rajapakse wurde mit Unterst&#252;tzung der   kommunalistischen (darunter wird eine auf die jeweilige nationale   Gemeinschaft, community, bezogene, chauvinistische Politik verstanden;   A.d.&#220;.), ehemals maoistischen Janatha Vimukhti Peramuna (JVP;   Volksbefreiungsfront), der reaktion&#228;ren und rassistischen Partei der   buddhistischen M&#246;nche, Jathika Hela Urumaya (JHU), der Kommunistischen   Partei und einiger anderer sogenannter linker Kr&#228;fte zum Pr&#228;sidenten   gew&#228;hlt.<\/p>\n<p>  Diese Pr&#228;sidentschaftswahl stellte einen Wendepunkt dar und sie spaltete   das Land in zwei Lager, die Kriegsbef&#252;rworter und die Kriegsgegner.   Rajapakses Wahlkampfleiter und Chef-Propagandist war eines der   bedeutendsten F&#252;hrungsmitglieder der JVP. Die beiden mischten gemeinsam   eine explosive Mixtur f&#252;r ihre Wahlkampagne. Ihre Wahlpropaganda   basierte auf antiimperialistischen, globalisierungskritischen und   antiamerikanischen Spr&#252;chen, die mit einer Rhetorik gegen die LTTE   (Liberation Tigers of Tamil Eelam) und die FriedensaktivistInnen   verbunden wurden. Es gelang ihnen damit, viele ArbeiterInnen und arme   Menschen in die Irre zu f&#252;hren und sie zur Stimmabgabe f&#252;r Mahinda   Rajapakse zu bewegen.<\/p>\n<p>  Sie erhielten sogar die Unterst&#252;tzung einer Mehrheit von   Gewerkschaftsf&#252;hrern des Landes. Im Norden des Landes entschied sich die   LTTE dazu, keine einzige der Parteien zu unterst&#252;tzen und hinderte die   tamilische Bev&#246;lkerung an der Stimmabgabe. Das steigerte die Siegchancen   Rajapakse massiv. Dennoch ging ein betr&#228;chtlicher Stimmanteil an Ranil   Wikramasinghe, den Vorsitzenden der kapitalistischen UNP (United   National Party), der mit einem Friedensprogramm antrat.<\/p>\n<h4>  Chauvinismus<\/h4>\n<p>  Bald nachdem Rajapakse zum Pr&#228;sidenten wurde, besetzte er die Regierung   mit buddhistischen Chauvinisten und Rassisten und mit seinen   Familienangeh&#246;rigen. Rajapakse, der anders als alle vorigen in der   Hauptstadt Colombo beheimateten Pr&#228;sidenten, aus dem tiefen S&#252;den des   Landes stammt, betrachtet sich selbst als &#8222;reinen&#8220; singhalesischen   Buddhisten. Seit der Unabh&#228;ngigkeit gab es in Sri Lanka keine offen als   &#8222;buddhistische&#8220; Kapitalisten auftretende Regierung mehr.<\/p>\n<p>  Um den kommunalistischen Gruppen JVP und JHU den Boden zu bereiten, hat   der Pr&#228;sident einfach alles getan. Beide traten schnell in Aktion und   begannen damit, den Friedensprozess zu sabotieren. Die Karuna-Gruppe,   eine Abspaltung der LTTE, die mit der Armee Sri Lankas kollaboriert,   begann ebenfalls mit ruchlosen Operationen im Osten und S&#252;den des Landes   mit Unterst&#252;tzung des Pr&#228;sidenten. In Colombo kam es beinahe t&#228;glich zu   Morden und mit L&#246;segeldforderungen einher gehenden Entf&#252;hrungen.   Abgesehen vom politischen Fl&#252;gel der LTTE, dem TNA (Tamil National   Alliance), wurden diese Geschehnisse von niemandem im Parlament   vorgebracht.<\/p>\n<p>  Die USP (United Socialist Party) ergriff die Initiative, Aktivit&#228;ten   dazu anzuf&#252;hren. Das war ein sehr gef&#228;hrliches Vorhaben und auch ein   belastendes, was die notwendigen Ressourcen und Kr&#228;fte angeht, die dies   verlangte.<\/p>\n<p>  In Colombo luden TamilInnen die USP zu einem von ihnen gemeinsam mit   anderen Oppositionsparteien abgehaltenen Treffen ein. Bei diesem &#252;ber   500 TeilnehmerInnen z&#228;hlenden Treffen wurde das Civil Monitoring   Committee (CMC) gegr&#252;ndet und Siritunga Jayasuriya, Generalsekret&#228;r der   USP, zu dessen Vorsitzendem ernannt. Seitdem stellt die USP eine   kraftvolle Stimme gegen Morde und Entf&#252;hrungen dar. Die USP trug dazu   bei, diese Thematik in die Massenmedien zu bringen. Eine breitere   &#214;ffentlichkeit wurde auf die unmittelbare Verwicklung der Regierung   aufmerksam gemacht. In einer hitzigen Debatte unter vier Augen mit dem   Pr&#228;sidenten machte Siritunga Jayasuriya diesen auf den Kommunalismus der   JVP aufmerksam und er brachte das Beispiel eines JVP-Mitglieds, das in   einer Milit&#228;rkaserne im Norden des Landes eine rassistische Rede halten   konnte. Ungl&#228;ubig rief der Pr&#228;sident daraufhin seinen Bruder, den   Verteidigungsminister, hinzu, der alles Gesagte best&#228;tigen musste! In   einem solchen Ausma&#223; ist der Kommunalismus au&#223;er Kontrolle geraten. <\/p>\n<h4>  Wiederaufnahme der Kriegshandlungen<\/h4>\n<p>  Der Krieg stand schnell wieder auf der Tagesordnung. Wie im Wahn   vollstreckte die Regierung ihre &#8222;Sicherheitsma&#223;nahmen&#8220;. Nach dem   Attentatsversuch auf den Verteidigungsminister im November letzten   Jahres wurde das ber&#252;chtigte &#8222;Gesetz zur Verhinderung des Terrorismus&#8220;   wieder hervorgeholt. Der Pr&#228;sident konnte diesmal jedoch nicht gen&#252;gend   Unterst&#252;tzung f&#252;r ein Verbot der LTTE gewinnen.<\/p>\n<p>  In Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, sind nun alle 100 Meter   Sicherheitsposten aufgestellt. Kontrollpunkte und bewaffnete Razzien   machen das Leben der Menschen zunehmend zur Qual.<\/p>\n<p>  Infolge internationalen Drucks beabsichtigt der Pr&#228;sident den status quo   bez&#252;glich der LTTE beizubehalten und eine neoliberale Politik   voranzutreiben. Das f&#252;hrte zu Verstimmungen mit der JVP. Rajapakse kann   sich auf keine parlamentarische Mehrheit verlassen und h&#228;ngt daher vom   Wohlwollen der JVP ab. Um dieses Problem zu l&#246;sen, nahm die Sri Lanka   Freedom Party (SLFP) Rajapakses zum ersten Mal in ihrer Geschichte   Gespr&#228;che mit der UNP auf. Obwohl die UNP hunderttausende Stimmen f&#252;r   ihr Friedensprogramm erhielt, ignoriert sie diese Frage vollkommen. Die   pazifistische Maske der UNP wurde ihr schnell vom Gesicht gerissen. SLFP   und UNP formulierten ein Verst&#228;ndigungserkl&#228;rung.<\/p>\n<p>  Die jetzige Regierung beendete nicht nur alle von der Vorg&#228;ngerregierung   ergriffenen Friedensinitiativen, sondern versucht auch die   Vereinbarungen des Rajiv -Jayawardene Pakts zunichte zu machen, der   zwischen den ehemaligen Machthabern Indiens und Sri Lanka im Juli 1987   geschlossen wurde.<\/p>\n<p>  Aufgrund der von der JVP im S&#252;den systematisch versch&#228;rften Spannungen   zwischen den Bev&#246;lkerungsgruppen wird die Situation weiter   verschlimmert. Die JVP ruft ebenfalls zu einem Verbot der LTTE auf. In   der EU, den USA und Indien ist die LTTE bereits verboten. Trotzdem   besteht internationaler Druck auf Sri Lanka, die LTTE nicht zu   verbieten, weil weitere Friedensinitiativen mit den Tigern dadurch   verkompliziert w&#252;rden. Ein LTTE-Verbot h&#228;tte sowieso keinen   nennenswerten Effekt, da ihre Operationen in den von der Regierung   kontrollierten Gebieten bereits effektiv verhindert werden und f&#252;r die   von den Tigern kontrollierten Gebiete ein Verbot rein gar nichts   bedeuten w&#252;rde. Dennoch forciert die JVP das Verbot, um ethnische   Spannungen heraufzubeschw&#246;ren oder diese erst zu schaffen.<\/p>\n<p>  Die Regierung Sri Lankas glaubt, dass die LTTE milit&#228;risch zu besiegen   ist. Seitdem der Friedensprozess 2002 begann, hat sie Millionen von   Dollar f&#252;r den Kauf milit&#228;rischer Ausr&#252;stung aus Pakistan und Israel   ausgegeben. K&#252;rzlich unterzeichnete die Regierung einen Waffenhandel mit   Pakistan im Wert von 250 Millionen US-Dollar. Die ver&#228;nderte   internationale Haltung gegen&#252;ber sogenannten Terroristen und den   nationalen Befreiungsbewegungen sowie die Billigung des einseitigen   Angriffs Israels auf den Libanon durch die kapitalistischen M&#228;chte im   vergangenen Jahr gaben vielen ex-kolonialen Herrschern das   Selbstvertrauen, solange mit ihrer brutalen Vorgehensweise   durchzukommen, wie sie den Imperialismus unterst&#252;tzen. Berichten zufolge   richteten die EU, s&#228;mtliche sogenannten Spender-L&#228;nder und die USA   Unterst&#252;tzungerkl&#228;rungen an die Regierung Sri Lankas.<\/p>\n<h4>  Nicht die bevorzugte L&#246;sung<\/h4>\n<p>  Eine milit&#228;rische L&#246;sung ist f&#252;r die genannten Staaten nicht die   bevorzugte M&#246;glichkeit zur Beruhigung der momentanen Situation, da sie   f&#252;r kapitalistische Investitionen ein relativ entspanntes Umfeld   ben&#246;tigen. Sie haben aber angek&#252;ndigt, dass sie sich aus dem Konflikt   heraushalten und es der Regierung Sri Lankas &#252;berlassen wollen, das   Problem zu &#8222;l&#246;sen&#8220;. Sogar Norwegen, das in der Vergangenheit   Friedensabkommen ausgehandelt hat, erkl&#228;rte, dass man in der jetzigen   Situation nicht eingreifen wolle. Die JVP f&#252;hrte wiederholt Propaganda   gegen die Norweger (sie wurden als &#8222;Lachs fressende Wichtigtuer&#8220;   bezeichnet!). Der Pr&#228;sident beschuldigte k&#252;rzlich einige NGOs, der LTTE   beizustehen. In der Vergangenheit beschuldigte die ehemalige Pr&#228;sidentin   Sri Lankas und vormalige SLFP-Vorsitzende Chandrika Kumaratunge auch   Norwegen daf&#252;r, die LTTE beim Aufbau eines Radiosenders unterst&#252;tzt zu   haben, welcher kurz nach Rajapakses Wahl dem Erdboden gleich gemacht   wurde.<\/p>\n<p>  Das weltweit und besonders in den USA praktizierte harte Durchgreifen   gegen Operationen der LTTE sowie die Unterst&#252;tzung der Karuna-Gruppe f&#252;r   die Regierung Sri Lankas verhelfen dem jetzigen Pr&#228;sidenten Rajapakse zu   gro&#223;em Selbstvertrauen. Trotz der ungeheuren Zuweisungen von &#252;ber 40   Prozent des letzten Staatshaushalts an das Verteidigungsministerium   steht f&#252;r einen Krieg einfach kein Geld zur Verf&#252;gung. Sri Lanka wurde   bereits als &#8222;gescheiterter&#8220; Staat erkl&#228;rt. Die Preise schie&#223;en in die   H&#246;he. Die Inflation liegt bei &#252;ber 21 Prozent, was wom&#246;glich die h&#246;chste   der Welt ist. Und weil sie nicht wei&#223;, wie sie mit der Situation umgehen   soll, fl&#252;chtet sich die Zentralbank Sri Lankas in den Druck von   Papiergeld. Eine Ma&#223;nahme, die selbst von den konservativsten &#214;konomen   und Medien verh&#246;hnt ist. Ausl&#228;ndische Investitionen gehen ebenfalls   rapide zur&#252;ck.<\/p>\n<p>  Die Regierung hat entscheiden, Geld im Bildungsbudget, bei der   Gesundheitsversorgung und anderen &#246;ffentlichen Diensten zu streichen,   was bereits heftige Auswirkungen auf arbeitende und arme Menschen hatte.   Eine Absenkung der Lebensbedingungen zur Finanzierung von Kriegen f&#252;hrt   naturgem&#228;&#223; zu gro&#223;er Wut und Unzufriedenheit.<\/p>\n<p>  Es ist eine v&#246;llige Fehleinsch&#228;tzung der Regierung, wenn sie meint, die   LTTE milit&#228;risch schlagen zu k&#246;nnen. Die LTTE ver&#252;bte verheerende   Angriffe auf die Armee Sri Lankas. Berichten zufolge ist sie im Besitz   von mehr Waffen als die Hisbollah. K&#252;rzlich kaperten die Tiger ein   jordanisches Schiff, das auf dem Weg nach S&#252;dafrika war. Sie ergatterten   14.000 Tonnen Lebensmittel und jegliche Ausr&#252;stung, die sie gebrauchen   k&#246;nnen. Das Schiff liegt vertaut an der von der LTTE kontrollierten   K&#252;ste und die Armee Sri Lankas wagt es bisher nicht, sich ihm zu n&#228;hern! <\/p>\n<h4>  Unbarmherzige Angriffe<\/h4>\n<p>  Die Tiger sind sich des Karuna-Faktors in dem Konflikt durchaus bewusst   und dieser k&#246;nnte durchaus einen gewissen Effekt haben. Die LTTE ist   noch nicht am Ende, wie die Regierung es Glauben machen will. LTTE-Chef   Velupillai Prabhakaran erkl&#228;rte in seiner Rede anl&#228;sslich des Tages des   M&#228;rtyrers, dass seine Bewegung zu den Forderungen f&#252;r Eelam   (eigenst&#228;ndige tamilische Regierung) zur&#252;ckkehren wird. Es wurde   ebenfalls angedeutet, dass der Krieg nicht derselbe sein wird wie   bisher. Sie k&#252;ndigten an, dass es auch zu Bombenanschl&#228;gen im S&#252;den des   Landes kommen werde, wenn der Krieg im Norden intensiviert wird. Letztes   Jahr bombardierte die Regierung eine Schule, wobei mehr als 60   unschuldige Menschen im Norden ums Leben kamen, und k&#252;rzlich wurde im   S&#252;den ein Bus bombardiert.<\/p>\n<p>  Sowohl die Regierung als auch die LTTE deuten an, dass sie darauf   vorbereitet sind, gewissenlose Attacken gegen ZivilistInnen   durchzuf&#252;hren, was einen Versuch darstellt, ethnische Spannungen weiter   zu versch&#228;rfen. Die Polarisierung entlang ethnischer &#8222;Grenzen&#8220; hat einen   historischen H&#246;hepunkt erreicht. Das wird weitere Menschenleben kosten.   Letztes Jahr wurden mehr als 3.500 Menschen get&#246;tet, was nahe an die   Zahl der Toten in Afghanistan herankommt.<\/p>\n<p>  TamilInnen im Norden leben mittlerweile in einem offenen Gef&#228;ngnis. Der   Hungertod ist ein weiteres neues Merkmal dort, das durch die   kriegsl&#252;sterne Regierung hervorgerufen wird. Mehr als eine halbe Million   TamilInnen im Norden sind ausgehungert. Die Kosten f&#252;r elementare Dinge   sind dort so hoch wie nie zuvor. Eine kleine Packung Kindermilch kostet   dort bereits mehr als f&#252;nf Mal soviel wie in Colombo. Ein Ei kostet   ungef&#228;hr sechzig Rupien (ca. 0,34 Euro-Cent; Anm. d. &#220;bers.). Eine   Kokosnuss kostet 120 Rupien. Der Lebenshaltungsindex ist im Norden um   700 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>  Die Regierung weigert sich weiterhin, die Autobahn A9 wieder frei zu   geben. Nur &#252;ber diese Strecke sind Lebensmitteltransporte in den Norden   des Landes m&#246;glich. Inzwischen stieg das Einkommen des Pr&#228;sidenten um   300 Prozent. Die Bez&#252;ge der Minister stiegen um 200 Prozent und die der   Abgeordneten um 150 Prozent. Noch schlimmer ist es, dass diese   Erh&#246;hungen r&#252;ckwirkend auf die letzten zwei Jahre vorgenommen werden!   S&#228;mtliche politischen Parteien im Parlament, einschlie&#223;lich der   sogenannten linken JVP, stimmten f&#252;r diese &#246;bsz&#246;nen Gehaltssteigerungen. <\/p>\n<p>  Hunger, milit&#228;rische Besatzung und die Kriegsangst treiben die   TamilInnen im Norden in den Ostteil des Landes und nach Indien. Ein   F&#252;nftel der Bev&#246;lkerung sind bereits vertrieben worden. Tausende   Fl&#252;chtlinge strandeten im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, wo die   tamilische Bev&#246;lkerung 60 Millionen Menschen umfasst. Die Wut und   Sympathie der TamilInnen in Indien er&#246;ffnet der herrschenden Klasse in   Tamil Nadu neue M&#246;glichkeiten, deren Repr&#228;sentanten in der indischen   Zentralregierung Manmohan Singhs eine Schl&#252;sselrolle spielen.<\/p>\n<h4>  Verhalten der indischen Regierung<\/h4>\n<p>  Indien sah sich nach den Milit&#228;roperationen der Regierung Sri Lankas im   Norden selbst einer &#228;hnlichen Situation gegen&#252;ber, was zur Gr&#252;ndung der   &#8222;Indian Peace-Keeping Force&#8220; (indische Friedenstruppe; Anm. d. &#220;bers.)   in den 1980ern f&#252;hrte. Diesmal erkl&#228;rte der indische Premierminister,   dass man sich trotz des Drucks der aus Tamil Nadu stammenden Politiker   einzugreifen, nicht auf diese Weise in den Konflikt einmischen wolle.   Dennoch will Indien nicht, dass irgendein anderer Staat in Sri Lanka   interveniert, da man die Vorherrschaft auf dem Subkontinent   aufrechterhalten will. Das Land hat eine ambivalente Rolle inne. W&#228;hrend   man versucht, starke wirtschaftliche Beziehungen zu Colombo aufzubauen,   ist man &#252;ber die m&#246;glicherweise wachsenden tamilischen nationalen   Gef&#252;hle in Tamil Nadu beunruhigt.<\/p>\n<p>  Als Rajapakse zu Gespr&#228;chen nach Neu Delhi fuhr, lehnte es der indische   Premierminister sichtbar ab, mit ihm fotografiert zu werden, um die   herrschende Klasse im s&#252;dindischen Tamil Nadu nicht zu verstimmen. Die   Gespr&#228;che wurden dennoch fortgesetzt und es kam nicht zu &#246;ffentlichen   Meinungsverschiedenheiten.<\/p>\n<p>  Die k&#252;rzlich erfolgte Ankunft eines mit Lebensmitteln beladenen   indischen Schiffs im Norden Sri Lankas bedeutet ein weiteres Signal an   die herrschende Klasse Sri Lankas, dass Indien seine regionalen   Interessen nicht aufgegeben hat. (Auch China traf mit Indien eine   Vereinbarung &#252;ber Wirtschaftspolitik und Sicherheitsfragen.)<\/p>\n<p>  Die MoslemInnen im Osten Sri Lankas sind die am meisten ausgebeuteten   Menschen im Land. Alle f&#252;hrenden politischen Parteien ignorieren ihre   Rechte. Der moslemische Kongress, der die F&#252;hrung der MoslemInnen im   Land f&#252;r sich beansprucht, besuchte j&#252;ngst Pakistan, um Hilfe zu   erbitten. Der gr&#246;&#223;te Teil der milit&#228;rischen Ausr&#252;stung Sri Lankas stammt   aus Pakistan. Das Land bildet auch die Armee Sri Lankas aus. Pakistans   Pr&#228;sident Musharraf versprach 400 Millionen US-Dollar an Hilfsleistungen   und ist an der Wahrung seiner Interessen in Sri Lanka und der Region   interessiert, auch als Gegengewicht zum indischen Imperialismus   lebhaftes Interesse haben. Auch begriff Pakistan, dass die Einrichtung   einer autonomen moslemischen Region im Osten Sri Lankas die explosive   nationale Frage in Pakistan zuspitzen w&#252;rde. Die Konsequenz daraus ist,   dass das pakistanische Regime &#8211; wie im Falle Indiens &#8211; nicht im   Interesse der armen Massen aktiv werden wird.<\/p>\n<h4>  Ausblick f&#252;r die Region<\/h4>\n<p>  Wenn der Konflikt in Sri Lanka weiter au&#223;er Kontrolle ger&#228;t, wird dies   eine heftige Wirkung auf die gesamte Region haben. Aus offensichtlichen   Gr&#252;nden ist niemand in der herrschenden Klasse dazu in der Lage, das   Selbstbestimmungsrecht der TamilInnen im Norden und der MoslemInnen im   Osten zu verteidigen. Die momentane Regierung Sri Lankas zieht nicht   einmal minimalste Autonomierechte f&#252;r TamilInnen in Betracht.<\/p>\n<p>  Als Land ist Sri Lanka polarisierter denn je. Wir sollten die ethnischen   Spaltungen, die w&#228;hrend der langen Phase der ethnischen Spannungen   geschaffen und zementiert wurden, nicht untersch&#228;tzen. Wir m&#252;ssen davon   ausgehen, dass dies aufgrund der momentanen Lage noch gr&#246;&#223;ereAusma&#223;e   annehmen wird.<\/p>\n<p>  Innerhalb des kapitalistischen Rahmens wird es keinerlei L&#246;sung daf&#252;r   geben. Der einzige Weg zur L&#246;sung des Problems liegt in der Vereinigung   der Arbeiterklasse und unterdr&#252;ckten Massen, um f&#252;r eine sozialistische   Transformation der Gesellschaft zu k&#228;mpfen; unter Bezug auf die besten   Traditionen der alten LSSP, eine trotzkistische Massenpartei in Sri   Lanka. Die USP k&#228;mpft f&#252;r alle Rechte der unterdr&#252;ckten Massen. Die USP   ruft zu voller Selbstverwaltung und gr&#246;&#223;erer Autonomie f&#252;r den Norden   und Osten auf, mit ausreichenden Sicherheitsma&#223;nahmen f&#252;r demokratische   Rechte der MoslemInnen im Osten. &#220;ber alle Vorschl&#228;ge zur nationalen   Frage und &#252;ber ein Programm zur sofortigen L&#246;sung sozialer Probleme muss   von den Massen auf tats&#228;chlich demokratischer Basis entschieden werden.   SozialistInnen m&#252;ssen an der Spitze dieses Kampfes stehen.<\/p>\n<p>  Als einzige linke Kraft im Land, die f&#252;r diese Position k&#228;mpft, sind die   United Socialist Party und im Besonderen ihr Generalsekret&#228;r   Todesgefahren ausgesetzt. RednerInnen bei der Diskussion auf dem   CWI-Weltkongress &#252;ber Sri Lanka sprachen von der gro&#223;en Wertsch&#228;tzung,   die den GenossInnen der USP in Sri Lanka entgegengebracht wird und   begr&#252;&#223;ten ihre mutige Arbeit.<\/p>\n<p>  Die internationale Protestkampagne gegen den erneuten Krieg der   Regierung Sri Lankas und ihre Attacken auf demokratische Rechte sowie   die Solidarit&#228;t, die der USP und der Arbeiterbewegung in Sri Lanka   entgegengebracht wurde, muss mit voller Kraft anhalten.<\/p>\n<p>  <i>Senan ist Tamile und Mitglied der Socialist Party in England und   Wales. <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/SriLanka-Soldaten.jpg\"><br \/>\n      Bericht vom <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.info\/?swid=2\">9.<br \/>\n      Weltkongress des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a><br \/>\n      , Januar 2007, Teil 5<\/i><br \/>Siritunga Jayasuriya von der United<br \/>\n      Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in<br \/>\n      Sri Lanka) hielt das Einleitungsreferat zu dieser Sitzung &#252;ber die<br \/>\n      j&#252;ngsten dramatischen Entwicklungen in Sri Lanka auf dem<br \/>\n      CWI-Weltkongress. Mehrere andere GenossInnen beteiligten sich an der<br \/>\n      Diskussion. So auch Srinath Perera, ebenfalls aus Sri Lanka, und<br \/>\n      Jagadish Chandra, der h&#228;ufig Sri Lanka besucht, um an der Arbeit der USP<br \/>\n      mitzuwirken.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38,103],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12019"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12019"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12019\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12019"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}