{"id":12011,"date":"2007-03-10T00:00:02","date_gmt":"2007-03-10T00:00:02","guid":{"rendered":".\/?p=12011"},"modified":"2007-03-10T00:00:02","modified_gmt":"2007-03-10T00:00:02","slug":"12011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/03\/12011\/","title":{"rendered":"G8: Die Vorbereitung der Proteste gegen G8 l&#228;uft auf Hochtouren &#8211; n&#246;tig \r\n      ist aber mehr &#214;ffentlichkeitsarbeit und Druck auf die Gewerkschaften"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/G8-Edinburgh.jpg\">  Anfang Juni wird die Stadt Rostock und Umgebung einer belagerten Festung   gleichen. Auf der einen Seite sollen bis zu 18.000 Polizisten die &#8222;hohen   G&#228;ste&#8220; des Gipfels selbst, nebst ihrer Journaille, &#8222;sch&#252;tzen&#8220; und auf   der anderen Seite werden bis zu hunderttausend DemonstrantInnen dagegen   protestieren.<br \/><i>von Ren&#233; Henze, Rostock<\/i><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Bei den Vorbereitungen des Protestes in den verschiedenen Gruppen   bundesweit und in Rostock, als auch in den diversen Diskussionsforen im   Internet, wird viel von der Demo am 2. Juni, der Organisierung des   Protestcamps und von Blockaden gesprochen. Das ist alles gut und   richtig. Aber diese Pl&#228;ne beziehen sich leider fast ausschlie&#223;lich auf   die &#8222;Protestszene&#8220;. Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs), attac, linke   (zumeist studentische) Gruppen&#8230; diskutieren &#252;berwiegend untereinander. <\/p>\n<p>  Es gibt viel zu wenig Versuche, Schritte hin zu den Besch&#228;ftigten, den   Arbeitslosen und zu den Jugendlichen zu machen. Dabei sind sie es   gerade, die am meisten unter dem gnadenlosen globalen Wettbewerb und der   neoliberalen Politik leiden. Wenn man sich in den Betrieben, in den   Fluren der Arbeits&#228;mter und ARGEn, sowie in den Schulen oder im Viertel   umhorcht, sieht und h&#246;rt man den Unmut &#252;ber Merkel, Bush und &#8222;die ganze   Politik&#8220;. Das spiegelt sich viel zu wenig in der   globalisierungskritischen Bewegung wider.<\/p>\n<h4>  Das Geheimnis von Seattle 1999 und Genua 2001<\/h4>\n<p>  Im November 1999 tagte in Seattle die Welthandelsorganisation WTO &#8211; und   auf den Stra&#223;en protestierten StudentInnen, NGOs, Umweltsch&#252;tzer,   indische Bauern&#8230; Doch erst mit den Zehntausenden von ArbeiterInnen,   darunter ein gro&#223;es Kontingent von Stahlarbeitern, war die Blockade   &#8222;perfekt&#8220;. Die insgesamt 50.000 DemonstrantInnen sorgten daf&#252;r, dass   sich der Beginn der Konferenz um Stunden verz&#246;gerte.<\/p>\n<p>  Beim Protest gegen den G8-Gipfel in Genua gingen am 21. Juli 2001   300.000 auf die Stra&#223;e &#8211; und es war gerade der hohe Anteil von   Besch&#228;ftigten, Arbeitslosen und Jugendlichen, der den Protest so massiv   werden lie&#223;. Entscheidend war, dass die Basisgewerkschaften (Cobas), die   Metallgewerkschaft FIOM und die Partei Rifondazione Comunista (die eine   nicht unerhebliche Basis unter ArbeitnehmerInnen und Arbeitslosen hat)   die Proteste ma&#223;geblich organisierten und daf&#252;r auch mobilisierten. <\/p>\n<p>  Von einer derartigen breiten Mobilisierung ist in Deutschland und in   Rostock noch nichts zu sp&#252;ren. Im Gegenteil: Einer der Organisatoren der   Demo am 2. Juni berichtete uns, dass es eine Initiative des   DGB-Vorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern, Peter Deutschland, beim   Bundes-DGB gab, wonach der DGB und seine Einzelgewerkschaften bundesweit   zum Protest gegen den G8-Gipfel aufrufen und mobilisieren soll. Doch das   wurde abgelehnt.<\/p>\n<h4>  Demonstrieren, blockieren, streiken<\/h4>\n<p>  Um den G8-Gipfel zum Scheitern zu bringen &#8211; und ebenso eine   Polizeieskalation zu verhindern &#8211; werden die Demo am 2. Juni und die   nachfolgenden Blockaden der Zufahrtsstra&#223;en nach Heiligendamm nicht   ausreichen. Aber wenn die gesamte Region durch eine allgemeine   Arbeitsniederlegung lahmgelegt wird &#8211; dann w&#252;rde nicht nur die Logistik   des Gipfels selbst unterbrochen, sondern es w&#228;re auch ein scharfes   Signal an die Vertreter von Politik und Wirtschaft, dass wir uns eben   nicht mehr alles stillschweigend gefallen lassen.<\/p>\n<p>  Genau diese Diskussionen f&#252;hren Mitglieder von SAV (einschlie&#223;lich der   B&#252;rgerschaftsabgeordneten Christine Lehnert) und widerstand   international! gerade in Rostock mit verschiedenen Betriebs- und   Personalr&#228;ten, mit Gewerkschaftssekret&#228;ren und Besch&#228;ftigten in der   Stadt. Zudem gibt es &#220;berlegungen, auf einen Sch&#252;lerstreik hinzuarbeiten. <\/p>\n<p>  Ein erster Schritt, um in diese Richtung gehen zu k&#246;nnen, sind   Diskussionen in den Schulen, an den Unis, in Betrieben. Wichtig sind   jetzt Veranstaltungen, &#214;ffentlichkeitsarbeit und Stadtteilversammlungen.   N&#246;tig ist es, bei der bundesweiten Mobilisierung gegen den G8-Gipfel den   Zusammenhang zwischen der Politik der acht m&#228;chtigsten Staats- und   Regierungschefs und dem sozialen Kahlschlag in der Bundesrepublik   herzustellen. Es gilt, an VertreterInnen in Betrieben und Gewerkschaften   heranzutreten &#8211; mit dem Ziel, die Proteste bekannt zu machen, zu   unterst&#252;tzen und aktiv zu werden. Und auch die Bundestagsfraktion der   Linken k&#246;nnte mehr machen. Es reicht nicht, nur die Demo am 2. Juni zu   unterst&#252;tzen. Auftritte im Bundestag oder in Talkshows sollten genutzt   werden, um &#246;ffentlich f&#252;r die Proteste gegen G8 aufzurufen. Gleichzeitig   muss die Mitglied- und W&#228;hlerschaft mobilisiert werden.<\/p>\n<p>  Die Stadtregierung von Rostock, die Landr&#228;te von Bad Doberan und die   Landesregierung denken im Augenblick, dass im Juni 2007 der normale   Alltag in Rostock und Umgebung weiter l&#228;uft wie bisher, dass   Besch&#228;ftigte ganz normal zur Arbeit gehen, dass die Stra&#223;enbahnen   fahren, die Stadtverwaltung l&#228;uft, Schiffe gebaut werden und   Sch&#252;lerInnen brav in der Schule sitzen&#8230; Machen wir ihnen einen Strich   durch die Rechnung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/G8-Edinburgh.jpg\"><br \/>\n      Anfang Juni wird die Stadt Rostock und Umgebung einer belagerten Festung<br \/>\n      gleichen. 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