{"id":12008,"date":"2007-03-11T00:00:00","date_gmt":"2007-03-11T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=12008"},"modified":"2007-03-11T00:00:00","modified_gmt":"2007-03-11T00:00:00","slug":"12008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/03\/12008\/","title":{"rendered":"Imperialismus: Die Welt in Ketten"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Imperialismus.jpg\">  In Schulen und Hochschulen, in Zeitungen, im Fernsehen und in den Reden   von Politikern hei&#223;t es, dass es schon lange keinen &#8222;Imperialismus&#8220; mehr   gibt. Das sei etwas aus der Antike, aus dem Mittelalter; manchmal hei&#223;t   es, das h&#228;tte vielleicht noch vor hundert Jahren eine Rolle gespielt.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Wie sieht es wirklich aus? Gibt es heute noch imperialistische   Staaten? SozialistInnen sehen den Kampf gegen Imperialismus als   aktueller und dringender denn je an.<\/b><i> <\/i><\/p>\n<p>  <i>von Marcus Hesse, Aachen<\/i><\/p>\n<p>  Seit der Kapitalismus das Feudalsystem abgel&#246;st hat, geht es nicht mehr   vorrangig um Sklaven, L&#228;ndereien, Gold und Gew&#252;rze. Es geht um die   Profitbed&#252;rfnisse von Industriellen und Bankern, um M&#228;rkte f&#252;r   Fertigwaren, den Zugang zu Rohstoffen und um billige Arbeitskr&#228;fte.<\/p>\n<p>  Im 19. Jahrhundert wurden unz&#228;hlige kleine Unternehmen aus dem Rennen   geworfen. Monopole bildeten sich heraus. Trusts und Syndikate   entstanden, um den Wettbewerb zu beseitigen. Die herrschenden Klassen   stellten sicher, dass Staatsapparat und Regierung in ihrem Interesse auf   dem ganzen Erdball nach Bodensch&#228;tzen und billigen Agrarprodukten jagten   und neue Absatzm&#228;rkte suchten. Bis heute sind die &#8222;unterentwickelten   L&#228;nder&#8220; wirtschaftlich abh&#228;ngig von den Industriestaaten.<\/p>\n<h4>  Monopolkapitalismus<\/h4>\n<p>  Der russische Revolution&#228;r Lenin bezeichnete den Imperialismus, der sich   vor hundert Jahren durchgesetzt hatte, als &#8222;h&#246;chstes Stadium des   Kapitalismus&#8220;. In seinem gleichnamigen Buch von 1916 schrieb er: &#8222;Der   Imperialismus ist seinem innersten Wesen nach Monopolkapitalismus.&#8220;<\/p>\n<h5>  Der Imperialismus hat folgende Merkmale:<\/h5>\n<p>  1. Die Produktion konzentriert sich in immer gr&#246;&#223;eren Betrieben und   f&#252;hrt zur Entstehung von Monopolen, die an die Stelle der freien   Konkurrenz treten.<\/p>\n<p>  2. Die Banken verwandeln sich von blo&#223;en Vermittlern von Krediten zu   Leitern der Produktion. Es kommt zur Verschmelzung von Banken- und   Industriekapital zum Finanzkapital.<\/p>\n<p>  3. Banken und Monopole beherrschen den Staat, die nationalen Grenzen   werden f&#252;r den Expansionsdrang des Kapitals immer enger. Nicht nur   Waren, sondern auch Kapital wird exportiert. Es beginnt ein Wettlauf um   Einflusssph&#228;ren, Ressourcen und M&#228;rkte &#8211; die unvermeidliche Folge sind   Kriege.<\/p>\n<p>  Bis 1900 hatten Gro&#223;britannien, Frankreich und Deutschland 80 Prozent   der kolonialen Welt erobert. Die Welt war weitgehend aufgeteilt.   Rivalisierende imperialistische Staaten taten sich zusammen, um die Welt   neu aufzuteilen. Die Folge waren zwei Weltkriege.<\/p>\n<p>  Heute hat die Kapitalkonzentration nie geahnte Ausma&#223;e erreicht. Von den   100 gr&#246;&#223;ten Wirtschaftseinheiten der Welt sind 51 Banken und Konzerne   sowie 49 Nationalstaaten. Konzerne wie Wal-Mart besch&#228;ftigen eine Armee   von 1,8 Millionen ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>  Die zehn gr&#246;&#223;ten Konzerne verf&#252;gten im Jahr 2003 &#252;ber ein Gesamtverm&#246;gen   von 2,6 Billionen Dollar. Von den 100 gr&#246;&#223;ten Konzernen stammen 59 aus   Europa, 24 aus den USA und neun aus Japan.<\/p>\n<p>  1989 war auf der Liste der 50 gr&#246;&#223;ten Unternehmen &#252;brigens keine einzige   Bank zu finden, 2005 kamen dagegen 17 der 50 gr&#246;&#223;ten Unternehmen aus dem   Finanzbereich.<\/p>\n<h4>  Neues Wettr&#252;sten<\/h4>\n<p>  Auf das Ende des Zweiten Weltkrieges folgte eine Serie von kolonialen   Revolutionen. Immer wieder musste die Unabh&#228;ngigkeit zugestanden werden.   An die Stelle der direkten Beherrschung von Kolonien trat dann aber eine   indirekte. Mit IWF, Weltbank und Welthandelsorganisation (WTO) haben die   imperialistischen M&#228;chte sich wichtige Instrumente geschaffen. Die   Kreditpolitik und die &#8222;Strukturanpassungsprogramme&#8220; sind Ma&#223;nahmen im   Interesse der kapitalistischen Banken und Konzerne.<\/p>\n<p>  Mitte der siebziger Jahre ging die lange Aufschwungsperiode, die durch   den Verlauf des Zweiten Weltkrieges bedingt war, weltweit zu Ende. Trotz   konjunktureller Aufschw&#252;nge erleben wir heute Massenarbeitslosigkeit,   Schuldenberge, Wirtschafts- und Finanzkrisen. Vor diesem Hintergrund   versch&#228;rfte sich die Pl&#252;nderung und Unterjochung von L&#228;ndern in Afrika,   Asien und Lateinamerika sogar noch. Damit einher gehend gewinnen die   innerimperialistischen Konflikte &#8211; vor allem seit dem Zusammenbruch von   Ostblock und Sowjetunion &#8211; gewaltig an Sch&#228;rfe. Das explosionsartige   Ansteigen der Milit&#228;rausgaben ist ein schlagender Beweis daf&#252;r. So   erreichten die Milit&#228;rausgaben letztes Jahr 1.000 Milliarden Dollar &#8211;   155 Dollar pro Kopf. Allein in den letzten f&#252;nf Jahren sind die   R&#252;stungsausgaben und Kosten f&#252;r Milit&#228;reins&#228;tze um 18 Prozent   angestiegen. Davon stellen die USA die H&#228;lfte und europ&#228;ische Staaten   ein Viertel.<\/p>\n<p>  Auch in Deutschland wird kein Hehl mehr daraus gemacht, dass man den   &#8222;ungehinderten Zugang zu Rohstoffen&#8220; und die &#8222;Sicherung des freien   Welthandels&#8220; milit&#228;risch erzwingen will (so das aktuelle &#8222;Wei&#223;buch&#8220; der   Bundeswehr).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Imperialismus.jpg\"><br \/>\n      In Schulen und Hochschulen, in Zeitungen, im Fernsehen und in den Reden<br \/>\n      von Politikern hei&#223;t es, dass es schon lange keinen &#8222;Imperialismus&#8220; mehr<br \/>\n      gibt. 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