{"id":11992,"date":"2007-03-07T00:53:53","date_gmt":"2007-03-07T00:53:53","guid":{"rendered":".\/?p=11992"},"modified":"2007-03-07T00:53:53","modified_gmt":"2007-03-07T00:53:53","slug":"11992","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/03\/11992\/","title":{"rendered":"Telekom verstaatlichen statt zerschlagen"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/TelekomProtest.jpg\">  Profite steigen, L&#246;hne sinken, Jobs fallen weg&#8230; Es reicht!<\/i><br \/>  80.000 Besch&#228;ftigte der Telekom sind von Ausgr&#252;ndungen, Verk&#228;ufen und   Arbeitsplatzverlust bedroht. Allen KollegInnen geht es an den Lohn und   an die Arbeitszeit. Die Ank&#252;ndigungen des Telekom-Vorstands sind eine   Kriegserkl&#228;rung an alle Besch&#228;ftigten. Aber Belegschaften sind nicht   machtlos. Auch bei der Telekom gilt: Alle R&#228;der stehen still, wenn dein   starker Arm es will. Mit einem gemeinsamen Streik, der an die Profite   geht, k&#246;nnen Obermann und Co. in die Knie gezwungen werden.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Ursel Beck, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Bei den von der Telekom geplanten Ausgr&#252;ndungen geht es nicht um die   Verbesserung des Kundenservice und nicht um Qualit&#228;tsverbesserungen. Es   geht um eine Absenkung der L&#246;hne um 30 bis 50 Prozent, um   Flexibilisierung, Arbeitszeitverl&#228;ngerung, um noch perfidere Methoden,   die Besch&#228;ftigten fertig zu machen. Es geht darum, dass sich bei der   Telekom das wiederholen kann, was die Besch&#228;ftigten bei BenQ hinter sich   und deshalb Hartz IV vor sich haben.<\/p>\n<h4>  Gemeineigentum<\/h4>\n<p>  Wenn der Telekom-Vorstand sagt, der Konkurrenzkampf zwinge sie zum   weiteren Stellenabbau und zur weiteren Senkung der Personalkosten, dann   spricht das nicht f&#252;r Arbeitsplatzvernichtung und Lohnsenkung, sondern   gegen das Konkurrenzsystem. Wenn das Privateigentum an   Produktionsmitteln dazu f&#252;hrt, dass uns die Existenzgrundlage geraubt   wird, dann muss das Privateigentum in Gemeineigentum &#252;berf&#252;hrt werden.   Dann m&#252;ssen endlich diejenigen bestimmen, die den gesamten   gesellschaftlichen Reichtum produzieren. Die Diktatur der Banken und   Konzerne muss abgeschafft und durch eine echte Demokratie in Wirtschaft   und Gesellschaft ersetzt werden.<\/p>\n<h4>  Gemeinsam streiken<\/h4>\n<p>  Die von ver.di-Funktion&#228;ren ausgesprochene Streikdrohung muss   schnellstens wahrgemacht werden. Streikziel muss sein, Ausgr&#252;ndungen,   Verkauf, Arbeitsplatzvernichtung und Arbeitszeitverl&#228;ngerung zu stoppen.   Die ver.di-F&#252;hrung darf sich nicht wie beim Verkauf von Vivento Customer   Services (VCS) an die Walter-Telemedien-Gruppe von vorne herein auf   Verhandlungen einlassen, die abgesenkte Tarifvertr&#228;ge zur Grundlage   haben. Ein Streik bei der Telekom sollte begleitet werden von einer   politischen Kampagne gegen die Abzocke bei der Telekom, gegen den   Konkurrenzkampf im Telekombereich zu Lasten der Besch&#228;ftigten und der   Masse der Nutzer. Die Angriffe auf die Postbesch&#228;ftigten, die Tarifrunde   im Einzelhandel, der Widerstand gegen Abgruppierungen in den   Metallbetrieben und die kommende Tarifrunde der IG Metall k&#246;nnten   genutzt werden, um einen betriebs- und branchen&#252;bergreifenden Streik   gegen Stellenstreichungen, Lohnraub und Privatisierung zu f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Die Besch&#228;ftigten k&#246;nnten dadurch verloren gegangenes Vertrauen in die   eigene St&#228;rke zur&#252;ckgewinnen. Die Gewerkschaften k&#246;nnten endlich aus   ihrer Defensive herauskommen.<\/p>\n<p>  Die WASG sollte den Angriff auf die Telekom-Besch&#228;ftigten zum Anlass f&#252;r   eine politische Kampagne zur R&#252;ckverstaatlichung der Telekom nutzen.   Oskar Lafontaine und die Fraktion der Linken sollten im Bundestag eine   Debatte &#252;ber die Bilanz der Privatisierung einfordern, sich mit dem   Kampf der Telekom-KollegInnen solidarisch erkl&#228;ren und einen Antrag   stellen, wonach der Bund keine weiteren Telekom-Aktien mehr verkauft und   die ehemaligen Postbetriebe wieder verstaatlicht werden.<\/p>\n<h4>  ver.di braucht Opposition<\/h4>\n<p>  Nach allen Erfahrungen in den letzten Jahren bei der Telekom und mit   ver.di insgesamt k&#246;nnen sich die Besch&#228;ftigten in der anstehenden   Auseinandersetzung nicht auf die ver.di-Spitze verlassen. Bsirske,   Schr&#246;der und Co. akzeptieren das Profitsystem und den Konkurrenzkampf.   Statt die Solidarit&#228;t unter den Besch&#228;ftigten der verschiedenen   Telekom-Gesellschaften zu organisieren, &#252;bernehmen sie die Argumente der   Arbeitgeber. Wegen der Verzichtspolitik von ver.di schlittern die   Telekom-Besch&#228;ftigten von einer Niederlage in die n&#228;chste.<\/p>\n<p>  Um die Fortsetzung dessen im Kampf gegen die Zerschlagung der Telekom zu   verhindern, m&#252;ssen sich k&#228;mpferische KollegInnen zusammenschlie&#223;en, der   Politik der ver.di-F&#252;hrung Paroli bieten, Kampfvorschl&#228;ge entwickeln und   sich damit entschlossen in die Gremien und Belegschaften einbringen. An   Standorten, in denen ver.di-Betriebsgruppen sich als unf&#228;hig oder nicht   willens erweisen, den Kampf zu organisieren, k&#246;nnten ver.di-unabh&#228;ngige   Aktionskomitees gebildet werden. Kritische und k&#228;mpferische KollegInnen   sollten sich bundesweit vernetzen. Das Netzwerk f&#252;r eine k&#228;mpferische   und demokratische ver.di und die Telekom-Betriebszeitung Magentat sind   daf&#252;r Ans&#228;tze, die weiterentwickelt werden sollten.<\/p>\n<p>  <i>Ursel Beck ist gewerkschaftspolitische Sprecherin der SAV<\/i><\/p>\n<h5>  Profite der Telekom: 2004: 4,6 Milliarden Euro &gt;&gt; 2005: 5,6 Milliarden   Euro<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/TelekomProtest.jpg\"><br \/>\n      Profite steigen, L&#246;hne sinken, Jobs fallen weg&#8230; Es reicht!<\/i><br \/>\n      80.000 Besch&#228;ftigte der Telekom sind von Ausgr&#252;ndungen, Verk&#228;ufen und<br \/>\n      Arbeitsplatzverlust bedroht. Allen KollegInnen geht es an den Lohn und<br \/>\n      an die Arbeitszeit. Die Ank&#252;ndigungen des Telekom-Vorstands sind eine<br \/>\n      Kriegserkl&#228;rung an alle Besch&#228;ftigten. Aber Belegschaften sind nicht<br \/>\n      machtlos. 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