{"id":11983,"date":"2007-03-01T02:00:35","date_gmt":"2007-03-01T02:00:35","guid":{"rendered":".\/?p=11983"},"modified":"2007-03-01T02:00:35","modified_gmt":"2007-03-01T02:00:35","slug":"11983","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/03\/11983\/","title":{"rendered":"CWI: Sozialismus ist international oder er ist nichts &#8211; &#252;ber den Aufbau \r\n      des CWI"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Logo-CWI-CIO.gif\">  Bericht vom <a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/?swid=2\">9.   Weltkongress des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a>  , Januar 2007, Teil 3 <\/i><br \/>Der Internationalismus ist zutiefst in der   Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung verankert. Angesichts   der neoliberalen Globalisierung hat er an Aktualit&#228;t nichts verloren &#8211;   im Gegenteil. Wenn 500 weltweit agierende Gro&#223;konzerne heute 45% der   Weltproduktion kontrollieren und Umweltprobleme sich im nationalen   Konkurrenzkampf weiter versch&#228;rfen anstatt behoben zu werden, ist die   Notwendigkeit eines weltweiten Widerstandes gegen den Kapitalismus   dringender denn je.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Gemessen an dieser Aufgabe sind die Kr&#228;fte des CWI noch klein. Aber die   Erfahrungen, die Milliarden von Menschen tagt&#228;glich mit den Schrecken   des Kapitalismus machen und in der kommenden Phase machen werden setzt   eine sozialistische Alternative wieder auf die Tagesordnung. Mit gro&#223;em   Optimismus sch&#228;tzten viele TeilnehmerInnen des 9. Weltkongresses des CWI   die Perspektiven ein f&#252;r den Aufbau marxistischer Kr&#228;fte weltweit. <\/p>\n<h4>  Einfluss ausgedehnt<\/h4>\n<p>  In einigen L&#228;ndern haben wir eine Rolle in der Organisierung von   Massenprotesten spielen k&#246;nnen und\/oder unseren Einfluss deutlich   ausdehnen k&#246;nnen. Das gilt zum Beispiel f&#252;r Irland, wo wir den Streik   der GAMA-Arbeiter mit angef&#252;hrt haben. In Gro&#223;britannien konnten wir   unseren Einfluss in den Gewerkschaften ausbauen und haben mittlerweile   24 GenossInnen mit Funktionen in nationalen Gewerkschaftsvorst&#228;nden. Die   Zahl unserer kommunalen ParlamentarierInnen hat sich von 11 in drei   L&#228;ndern im Jahr 2002 auf 35 in sieben L&#228;ndern (Australien, England,   Deutschland, Irland, Pakistan, Sri Lanka und Schweden) erh&#246;ht.<\/p>\n<p>  In Belgien spielt die CWI-Sektion eine wichtige Rolle bei der &quot;Kampagne   f&#252;r eine andere Politik&quot; (CAP) &#8211; dem ersten Ansatz zur Gr&#252;ndung einer   neuen Arbeiterpartei in diesem Land.<\/p>\n<p>  In Pakistan spielte die Sozialistische Bewegung Pakistans eine wichtige   Rolle in dem gro&#223;en Streik der Telekommunikations-Arbeiter und die von   ihr gestartete Kampagne f&#252;r gewerkschaftliche Rechte (Trade Union Rights   Campaign) ist sehr erfolgreich.<\/p>\n<h4>  USA<\/h4>\n<p>  Die Socialist Alternative, Schwesterpartei der SAV in den USA, hat sehr   aktiv in die Anti-Kriegs-Bewegung gegen den Irak-Krieg eingegriffen. Im   April 2006 konnten die jungen Mitglieder tausende von Sch&#252;lerInnen in   den Zwillingsst&#228;dten Minneapolis und St. Paul in einem Sch&#252;lerstreik   gegen den Krieg mobilisieren. Auch in der Migrantenbewegung ist   Socialist Alternative aktiv und organisierte in Boston eine   Mai-Demonstration mit 3.000 TeilnehmerInnen als Teil des landesweiten   Aktionstages der MigrantInnen in den USA. So konnten auch mehr   MigrantInnenen aus Lateinamerika als Mitglieder gewonnen werden und   regelm&#228;&#223;ige Publikationen in Spanisch etabliert werden, zum Beispiel als   fester Bestandteil der Zeitung &quot;Justice&quot;.<\/p>\n<h4>  Internationale Solidarit&#228;t<\/h4>\n<p>  Aus mehreren L&#228;ndern wurde berichtet, wie wichtig die Unterst&#252;tzung   durch internationale Solidarit&#228;tsarbeit f&#252;r die Arbeit vor Ort sein   kann. So konnte die relativ kleine Gruppe des CWI in Zypern auch mit   Hilfe internationaler Protest- und Solidarit&#228;tsbriefe die Abschiebung   von rund 100 kurdischen ArbeiterInnen verhindern, von denen sich auch   einige dem CWI angeschlossen haben. Auch der Vertreter der befreundeten   Sozialistischen Partei Malaysia bedankte sich bei den Mitgliedern des   CWI f&#252;r die Unterst&#252;tzung w&#228;hrend juristischer Auseinandersetzungen mit   der malaysischen Regierung.<\/p>\n<h4>  Sri Lanka<\/h4>\n<p>  Angesichts der zugespitzten Situation in Sri Lanka wurde die hohe   Bedeutung internationaler Solidarit&#228;t gerade w&#228;hrend und nach dem   Weltkongress deutlich. In Sri Lanka konnte die Gruppe des CWI, die   United Socialist Party (USP) in den letzten Jahren gro&#223;e Fortschritte   erreichen. Als Drittplazierter bei den Pr&#228;sidentschaftswahlen Ende 2005   konnte der Genosse Siri einen Fernsehauftritt nutzen, um gegen die   Politik des neuen Pr&#228;sidenten Rajapakhse in Stellung zu gehen, also   gegen Ausbeutung, gegen das Anheizen des B&#252;rgerkrieges und die   Vertiefung der Spaltung zwischen TamilInnen, SingalesInnen und   MuslimInnen. Die GenossInnen konnten viele neue Mitglieder gewinnen und   haben trotz schwieriger Bedingungen in 12 Distrikten an kommunalen   Wahlen teilgenommen, dabei auch einen Sitz gewonnen. 1000 Zeitungen von   jeder Ausgabe werden verkauft und die USP konnte Ortgruppen in allen   Teilen des Landes etablieren. Das konsequente Eintreten der USP f&#252;r das   Selbstbestimmungsrecht der tamilischen und muslimischen Minderheiten in   Sri Lanka, die sich weiter zuspitzende Situation in Sri Lanka und der   hohe Bekanntheitsgrad Siris f&#252;hren aber auch zu einer wachsenden   Bedrohung, vor allem f&#252;r Siri, wie die Berichte &#252;ber den &#220;berfall im   Vorfeld einer Gro&#223;kundgebung im Januar zeigen (ausf&#252;hrliche Berichte auf   der Webseite). Die GenossInnen sind hier dringend auf die   Solidarit&#228;tsarbeit des CWI angewiesen, um ihre eigene Sicherheit erh&#246;hen   zu k&#246;nnen und ihre erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu k&#246;nnen.<\/p>\n<p>  Viele Sektionen der neokolonialen Welt aber auch in Russland oder   Kasachstan sind mit schwierigen Bedingungen konfrontiert, zum Beispiel   heftigen staatlichen Repressionen in Russland und Kasachstan oder   extremen Lebensbedingungen und chaotischer Infrastruktur wie in Nigeria.   Dudiyora Horaata in Indien, eine sehr kleine Gruppe angesichts einer   Bev&#246;lkerung von &#252;ber einer Milliarde Menschen, berichtete auch von den   Schwierigkeiten, die sich in Indien durch die noch immer bedeutenden   stalinistischen Parteien aber auch durch den Einfluss von   Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ergeben.<\/p>\n<h4>  Lateinamerika<\/h4>\n<p>  Ein weiteres Augenmerk des CWI lag auf der Entwicklung in Lateinamerika,   die vielfach die besondere Notwendigkeit des Aufbaus revolution&#228;rer   Organisationen aufwirft. In Brasilien ist die Gruppe des CWI, Socialismo   Revolucionario, aktiv am Aufbau der PSOL beteiligt, konnte ihre   Mitgliederzahl verdoppeln und ist nicht mehr nur in Sao Paulo, sondern   in vier weiteren Orten vertreten. Neben den Gruppen in Chile und   Venezuela gibt es Ans&#228;tze f&#252;r den Aufbau des CWI in Bolivien. So wurde   auch eine besondere Unterst&#252;tzung der lateinamerikanischen Gruppen durch   das CWI beschlossen, unter anderem durch ein verst&#228;rktes Eingreifen der   US-amerikanischen GenossInnen in Mexiko, Besuche in Venezuela und   Bolivien und die Einrichtung einer speziellen CWI-Webseite in spanischer   Sprache.<\/p>\n<h4>  Europa\/Jugend<\/h4>\n<p>  In Westeuropa hat sich der &quot;wei&#223;e Fleck&quot; Italien verf&#228;rbt, wo es seit   wenigen Monaten eine kleine Gruppe gibt und durch die Anfrage eines   italienischen Verlages das Buch &quot;Futura humanit&#224;\/ Marxism in today&quot;s   world&quot; herausgegeben wurde. Hier wird im M&#228;rz eine   Veranstaltungsrundreise mit dem Autor Peter Taaffe vom Internationalen   Sekretariat stattfinden. Au&#223;erdem war ein Mitglied aus dem Vorstand der   PRC anwesend, der eine trotzkistische Str&#246;mung repr&#228;sentiert, mit der   die Internationale Diskussionen begonnen hat.<\/p>\n<p>  Eine schnell wachsende Mitgliederzahl haben in den letzten Jahren vor   allem die LSP\/MAS in Belgien und Xekinima in Griechenland. Dort konnte   vor dem Hintergrund von Massenbewegungen mit der Konzentration auf   Jugendarbeit eine Reihe neuer, junger Leute f&#252;r das CWI gewonnen werden. <\/p>\n<h4>  Aufbau neuer Arbeiterparteien<\/h4>\n<p>  Die Ans&#228;tze zur Entwicklung neuer Arbeiterparteien, wie der WASG in   Deutschland, der PSOL in Brasilien oder der CAP in Belgien, stellen uns   vor neue Herausforderungen. Das &quot;ABC des Marxismus&quot; dabei im Rucksack zu   haben ist daf&#252;r von unsch&#228;tzbarem Wert. Die Erfahrungen, die die SAV in   Deutschland durch ihre Mitarbeit in der WASG in den letzten Jahren   machen konnte haben gezeigt, dass MarxistInnen auch mit vergleichsweise   kleinen Kr&#228;ften einen Einfluss auf die Entwicklung neuer Formationen   haben k&#246;nnen. Dies hat die Diskussion um die Frage von   Regierungsbeteiligungen linker Parteien und das konsequente Einsetzen   f&#252;r eine Kandidatur der WASG Berlin gezeigt. Aber auch der   Bekanntheitsgrad den die SAV, Lucy Redler und &quot;der Trotzkismus&quot; im   vergangenen Jahre erreichen konnte ist ein Erfolg von neuer Qualit&#228;t f&#252;r   die SAV und eine inspirierende Erfahrung f&#252;r die internationalen   Mitglieder des CWI.<\/p>\n<p>  Die Vorteile durch Solidarit&#228;t und Erfahrungsaustausch durch eine   internationale Organisation aber auch die Notwendigkeit des   internationalen Widerstandes gegen den globalen Kapitalismus erleben wir   nicht nur auf Kongressen oder durch Berichte. Auch vor Ort, zum Beispiel   beim Wahlkampf der WASG in Berlin und der anstehenden Unterst&#252;tzung des   irischen Wahlkampfes im April\/Mai 2007 in Dublin. Aber auch beim   G8-Gipfel, bei dem wir mit internationalem Material und internationalen   GenossInnen Anfang Juni in Rostock und Heiligendamm eingreifen werden.   Stop G8 &#8211; for a socialist world!<\/p>\n<p>  <i>Bianca Suttner, Kassel <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Logo-CWI-CIO.gif\"><br \/>\n      Bericht vom <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.info\/?swid=2\">9.<br \/>\n      Weltkongress des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a><br \/>\n      , Januar 2007, Teil 3 <\/i><br \/>Der Internationalismus ist zutiefst in der<br \/>\n      Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung verankert. Angesichts<br \/>\n      der neoliberalen Globalisierung hat er an Aktualit&#228;t nichts verloren &#8211;<br \/>\n      im Gegenteil. 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