{"id":11980,"date":"2007-02-23T17:01:50","date_gmt":"2007-02-23T17:01:50","guid":{"rendered":".\/?p=11980"},"modified":"2007-02-23T17:01:50","modified_gmt":"2007-02-23T17:01:50","slug":"11980","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/02\/11980\/","title":{"rendered":"Niederlande: Der Aufstieg der Sozialistischen Partei"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/SP-NL.jpg\">  Die niederl&#228;ndischen Parlamentswahlen vom November 2006 brachten der   Sozialistischen Partei, die in der Arbeiterklasse breite Unterst&#252;tzung   f&#252;r ihr anti-neoliberales Programm und ihre Anti-Kriegshaltung genie&#223;t,   gro&#223;e Stimmenzuw&#228;chse.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Wahlergebnisse ersch&#252;tterten das Establishment, von der   europ&#228;ischen Linken und vielen ArbeiterInnen in Europa wurden sie jedoch   w&#228;rmstens begr&#252;&#223;t.<\/b><i> <\/i>    <\/p>\n<p>  <i>von Niall Mulholland<\/i><\/p>\n<p>  Nach monatelangen Verhandlungen in Hinterzimmern wurde Mitte Februar   2007 schlie&#223;lich eine neue Koalitionsregierung unter der F&#252;hrung von   Premierminister Jan Peter Balkenende, dem Vorsitzenden der   Christdemokraten (CDA), gebildet. Balkenende wird mit einer Koalition   aus Arbeitspartei (PvdA) und der kleinen Christlichen Union (CU)   regieren. Nach den Wahlen blieb die CDA mit 41 Sitzen die st&#228;rkste   parlamentarische Kraft, die PvdA erlangte 33 und die CU kam auf sechs   Sitze. Die neue Koalition stellt somit 80 der insgesamt 150   Parlamentsabgeordneten.<\/p>\n<p>  Die Wahlen brachten s&#228;mtlichen etablierten Parteien Stimmenverluste und   Einbu&#223;en bei der Sitzverteilung. Es gab eine Neuaufteilung der Stimmen   entlang der Rechts-Links-Lager. Wie die SP, so konnte auch die extreme   Rechte, die ausl&#228;nderfeindliche Partei f&#252;r Freiheit (PVV) und die   Christliche Union Zugewinne verzeichnen. Indikator f&#252;r die   Sprunghaftigkeit bei Wahlen und die Radikalisierung der W&#228;hlerInnen mag   auch der von der &quot;Partei f&#252;r die Tiere&quot; gewonnene Sitz sein. <\/p>\n<p>  Es war allerdings die Stimmabgabe f&#252;r die oppositionelle Sozialistische   Partei, die die gr&#246;&#223;te Aufmerksamkeit auf sich zog. Die SP verdoppelte   die Anzahl ihrer Abgeordneten in den Kommunalvertretungen und   verdreifachte beinahe die Anzahl ihrer Sitze in der gesetzgebenden   Versammlung des niederl&#228;ndischen Parlaments auf 25 (das entspricht 16,3   Prozent der abgegebenen Stimmen). Damit ist die SP nun drittst&#228;rkste   Partei hinsichtlich ihrer Abgeordneten- und auch ihrer Mitgliederzahl   (gegenw&#228;rtig knapp &#252;ber 50.000). In den kommenden Jahren ist es m&#246;glich,   dass sie die niederl&#228;ndische sozialdemokratische Arbeitspartei (PvdA)   als zweitst&#228;rkste politische Kraft nach den Christdemokraten (CDA)   abl&#246;st. Doch wie kam es zu diesem Erfolg und welche Aussichten hat die   SP?<\/p>\n<p>  Die niederl&#228;ndische Sozialistische Partei wurde 1972 als Abspaltung der   Kommunistischen Partei gegr&#252;ndet. Die SP machte sich den Maoismus zu   eigen. In den fr&#252;hen 1990ern legte sie den &#8222;Marxismus-Leninismus&#8220;   offiziell ab (in Wirklichkeit war dies schon Jahre zuvor geschehen) und   entwicklete einen &quot;breiteren&quot; Charakter. Seit den 1970er Jahren baute   die SP lokale Aktiven-Netzwerke auf. Auf der Linken wurde Platz frei,   als die PvdA, die traditionelle Partei der Arbeiterklasse, nach rechts   r&#252;ckte und in den 1990ern Teil der neoliberalen sogenannten &#8222;lila   Regierung&#8220; wurde. Die aktive Opposition der SP gegen K&#252;rzungen und die   zunehmende soziale Ungleichheit f&#252;hrte zu Wahlerfolgen sowohl bei   regionalen als auch Parlamentswahlen.<\/p>\n<p>  Die gr&#246;&#223;ten Erfolge erzielte die SP w&#228;hrend der sozialen, politischen   und industriellen Unruhen der letzten Jahre in den Niederlanden. Vor dem   Hintergrund einschneidender Sparma&#223;nahmen, zunehmender Arbeitslosigkeit,   verlangsamten Wirtschaftswachstums und eines anwachsenden   Haushaltsdefizits gewann die SP bei den Parlamentswahlen 2002 beinahe   600.000 Stimmen hinzu. Die spektakul&#228;rsten Erfolge erzielte damals   jedoch die vollkommen neu gegr&#252;ndete, rechte und populistische &#8222;Liste   Pim Fortuyn&#8220;.<\/p>\n<h4>  Gewerkschaftliche Proteste<\/h4>\n<p>  Weil sie die gro&#223;en Gewerkschaftsdemonstrationen und Proteste gegen die   Regierungspolitik 2004 unterst&#252;tzte, sowie sich 2005 an der   Nein-Kampagne zum Referendum &#252;ber die EU-Verfassung beteiligte (die   Niederl&#228;nderInnen stimmten zu zwei Drittel mit Nein), wurde die SP rasch   als an der Spitze des anti-neoliberalen Kampfes stehend angesehen.   Seinen Niederschlag fand dies in der Verdopplung der Abgeordnetensitze   bei den Kommunalwahlen 2006 und der Verdreifachung der   Repr&#228;sentantensitze im Parlament.<\/p>\n<p>  Nachdem dann die Wahllokale geschlossen waren, versuchten f&#252;hrende   SP-Mitglieder &#252;ber Wochen ein Abkommen &#252;ber eine &#8222;Linke Koalition&#8220; mit   den gro&#223;en Parteien zu erreichen. Viele SP-W&#228;hlerInnen und   -Unterst&#252;tzerInnen, die die jahrelange Politik der Sozialk&#252;rzungen   beenden wollten, hofften, dass die SP die Einschnitte beenden oder   zumindest abfedern k&#246;nne, wenn sie mit den etablierten Parteien zusammen   an die Macht kommen w&#252;rde.<\/p>\n<p>  Offensief, die Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in den   Niederlanden, die in der SP mitarbeitet, ist nicht prinzipell gegen   Koalitionsregierungen, argumentiert aber daf&#252;r, dass die SP nur mit   eindeutig gegen K&#252;rzungen und Neoliberalismus stehenden Parteien in   Verhandlungen &#252;ber eine Regierungsbeteiligung eintritt. Die zwei   Gro&#223;parteien, mit denen die SP Diskussionen begann &#8211; mit PvdA und CDA &#8211;   waren hingegen an den tiefen K&#252;rzungen beteiligt und sie erkl&#228;rten, mit   dieser Politik fortfahren zu wollen.<\/p>\n<p>  Die CDA wies die Avancen der SP-F&#252;hrung zur&#252;ck und eine neue   rechts-konservative Koalition wurde gebildet, einschlie&#223;lich der   sozialdemokratischen PvdA. Offensief ruft die SP auf, den n&#228;chsten   Wahlkampf mit sozialistischer Politik zu f&#252;hren, mit dem Ziel einer   sozialistischen Mehrheitsregierung.<\/p>\n<p>  Die neue rechts-konservative Regierung wird wahrscheinlich instabil und   schwach sein. Die Aussichten f&#252;r die SP, weitere Zugewinne auf Kosten   der PvdA zu verbuchen, bedeutet f&#252;r die PvdA-F&#252;hrung umgekehrt, dass sie   bei ihrer Regierungst&#228;tigkeit kontinuierlich die SP im Nacken sp&#252;ren   wird.<\/p>\n<p>  Zweifelsohne unter dem Druck der PvdA pr&#228;sentiert sich die neue   Koalition selbst als &#8222;Mitte-Links-B&#252;ndnis&#8220; statt &#8211; wie ihre   Vorg&#228;ngerregierung &#8211; als &#8222;Rechts-Liberale-Koalition&#8220;. Die Drei-Parteien   Koalition stimmte nach einer vierj&#228;hrigen Rechts-Regierung, die das   soziale Netz aufgeschlitzt und einen Hardliner-Kurs in der Asylpolitik   eingeschlagen hat, einer &#8222;Verschiebung zur&#252;ck zur Mitte&#8220; zu.   Premierminister Jan Peter Balkenende k&#252;ndigte an, dass die &#8222;Koalition   der Mitte&#8220; eine Amnestie f&#252;r Tausende &#8222;illegaler&#8220; MigrantInnen erlassen,   klimasch&#228;dliche Abgase verringern und die liberale niederl&#228;ndische   Drogen- und Sterbehilfepolitik unangetastet lassen wird. Die neue   Regierung versprach dar&#252;ber hinaus zus&#228;tzliche 7 Millionen Euro f&#252;r   Gesundheitsversorgung, Bildung und die &#8222;Wiederbelebung&#8220; der   Stadtgebiete. Balkenende versichert, die Kriminalit&#228;tsrate um ein   Viertel zu senken.<\/p>\n<p>  Was dem &#8222;Reformpaket&#8220; der drei regierenden Parteien zu Grunde liegt, ist   ihre tiefe Sorge um die gro&#223;en Zuw&#228;chse der SP, potentielle weitere   Erfolge f&#252;r die Linke und eine sich ausweitende politische Polarisierung   der Gesellschaft. Die etablierten Parteien blicken mit Best&#252;rzung auf   die zunehmende Radikalisierung der niederl&#228;ndischen ArbeiterInnen, der   Jugendlichen und ihre &#252;berw&#228;ltigende Opposition gegen&#252;ber K&#252;rzungen,   Neoliberalismus und Imperialismus.<\/p>\n<p>  Allerdings wird die CDA-\/PvdA-\/CU-Koalition grundlegend mit ihrer   neoliberalen Politik fortfahren. Die versprochenen Extragelder f&#252;r   Soziales werden die fundamentalen Ver&#228;nderungen in den Sozialsystemen   nicht aufwiegen, die jahrelang Einschnitte und Unterfinanzierung   erleiden mussten. Und zur selben Zeit verspricht die Regierung die   &#8222;Reform der&#8220; (d.h. &#8222;Angriffe auf die&#8220;!) Rentensysteme und   Arbeitsunf&#228;higkeitsversicherung.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend die neue Regierung sagt, dass sie als Zugest&#228;ndnis an die rechte   Christliche Union einige Sozialgesetze unbehelligt lassen will, wird   davon berichtet, dass die Koalition &#8222;mehr investieren&#8220; will in den   Bereichen &#8222;Beratungsangebote f&#252;r abtreibungswillige Frauen&#8220;, sowie   &#8222;Anordnung einer Bedenkzeit vor der Abtreibung, um der schwangeren Frau   den Widerruf ihrer Entscheidung zu erm&#246;glichen.&#8220;<\/p>\n<p>  Die Balkenende-Administration verpflichtet sich ebenfalls, wie bei der   Besetzung des westlichen Afghanistan weiterhin Truppen f&#252;r   &#8222;internationale Friedensmissionen&#8220; zur Verf&#252;gung zu stellen und mit der   Entwicklung des von den USA gef&#252;hrten Joint Strike Fighter Programms   fortzufahren.<\/p>\n<p>  Trotzdem die niederl&#228;ndischen W&#228;hlerInnen die geplante europ&#228;ische   Verfassung &#8211; bei der es sich um den Versuch handelte, neoliberale   Politik fl&#228;chendeckend auf die ganze EU auszuweiten &#8211; beim Referendum   2005 zur&#252;ckgewiesen haben, k&#252;ndigte die neue Regierungskoalition an,   dass sie &#8222;f&#252;r Reform und B&#252;ndelung von Vertr&#228;gen der EU&#8220; eintreten wird. <\/p>\n<h4>  Das Programm der SP<\/h4>\n<p>  Als Oppositionspartei konnte die SP die Innen- und Au&#223;enpolitik der   Regierung erfolgreich angreifen. Ein genauerer Blick auf Programm und   Politik der SP zeigt allerdings schon jetzt gro&#223;e Unzul&#228;nglichkeiten.   W&#228;hrend der Wahlkampagne rief die SP zu Reformen f&#252;r erwerbst&#228;tige   Menschen auf. So etwa f&#252;r eine verbesserte Gesundheitsversorgung,   dynamische Renten, erschwinglichen Wohnraum und ein Ende der   Kinderarmut. Doch diese Minimalforderungen wurden nicht weiterentwickelt   und die Frage von Gemeineigentum und Kontrolle &#252;ber die Wirtschaft wurde   nicht klar beantwortet. Die Partei f&#252;hrte diesbez&#252;glich aus: &#8222;Zug, Bus,   Benzin und Strom sollten wieder uns allen geh&#246;ren&#8220;. Unklar bleibt   jedoch, ob es dabei um &#246;ffentliches Eigentum oder ein Modell von   nebeneinander bestehendem &#246;ffentlichen und privaten Besitz geht.   Erachtet die SP es dar&#252;ber hinaus als akzeptabel, dass der private   Sektor bzw. der &#8222;freie Markt&#8220; eine dominierende Rolle in anderen   Wirtschaftsbranchen spielt?<\/p>\n<p>  Offensief unterst&#252;tzt viele der sozialen und wirtschaftlichen   Forderungen der SP, tritt aber gleichfalls daf&#252;r ein, dass diese zu   einem wirklich sozialistischen Programm weiterentwickelt werden, welches   die Bed&#252;rfnisse der arbeitenden Menschen aufgreift. Dies beinhaltet   Verstaatlichung der wichtigsten Versorgungsbereiche wie Transport und   Elektrizit&#228;t sowie weiterer Schl&#252;sselindustrien unter demokratischer\/m   Kontrolle und Verwaltung. SozialistInnen m&#252;ssen selbstverst&#228;ndlich f&#252;r   jede Verbesserung f&#252;r ArbeiterInnen k&#228;mpfen. Doch die letzten Jahre der   sozialen K&#252;rzungen deuten auf die Krise des niederl&#228;ndischen   Kapitalismus hin, was bedeutet, dass die herrschende Klasse versuchen   wird, die schwer erk&#228;mpften sozialen Errungenschaften der Arbeiterklasse   zur&#252;ckzunehmen.<\/p>\n<p>  Au&#223;enpolitisch lehnte die SP die NATO-Bombardements Serbiens und die   Unterst&#252;tzung der niederl&#228;ndischen Regierung f&#252;r die Besetzung des Irak   und Afghanistans ab. Dennoch stimmte die Parlamentsfraktion der SP f&#252;r   die Entsendung von UN-Missionen in alle Welt. Obwohl die grundlegende   Funktion der UN darin besteht, die Position des Imperialismus auf Kosten   der Menschen in der ex-kolonialen Welt zu verbessern. Die SP hat auch   Illusionen in K&#246;rperschaften wie der WTO (Welthandelsorganisation), die   wie Weltbank und IWF (internationaler W&#228;hrungsfonds) eine ausbeuterische   Einrichtung der Gro&#223;konzerne und des Imperialismus ist.<\/p>\n<p>  Die SP liegt vollkommen richtig, wenn sie betont, dass die   &#8222;Liberalisierung&#8220; des EU-Arbeitsmarkts von den Konzernchefs des Westens   dazu benutzt wird, L&#246;hne herunterzufahren und Arbeitsbedingungen zu   verschlechtern. Allerdings war es vollkommen verkehrt, dass die SP sich   &#8222;gegen die Arbeitserlaubnis f&#252;r osteurop&#228;ische Arbeiter auf dem   niederl&#228;ndischen Arbeitsmarkt&#8220; aussprach. Nicht nur, dass diese   Forderung nicht umsetzbar ist &#8211; es gibt bereits eine gro&#223;e Anzahl   ausl&#228;ndischer Arbeitskr&#228;fte in den Niederlanden &#8211;, sie kann auch den   Rechten, demagogischen Politikern und Rassisten in die H&#228;nde spielen.   Statt dessen sollte die SP die gewerkschaftliche Organisierung aller   ArbeiterInnen, einschlie&#223;lich der ausl&#228;ndischen KollegInnen,   unterst&#252;tzen, um den Attacken der Chefetagen auf L&#246;hne und   Arbeitsbedingungen standhalten zu k&#246;nnen. Verbunden werden muss das mit   vereinten Kampagnen der Besch&#228;ftigten f&#252;r Wohnungsbau,   Gesundheitsversorgung und Bildung.<\/p>\n<h4>  Eintritt in die rechte Koalition = Desaster f&#252;r die SP<\/h4>\n<p>  Nachdem die Christdemokraten die Anstrengungsversuche der SP zur   Gr&#252;ndung einer neuen Regierung missachtet haben, wird die Partei   h&#246;chstwahrscheinlich weiter wachsen, wenn die lohnabh&#228;ngigen Menschen   sie als linke Opposition zur Regierung betrachten. Die SP k&#246;nnte bei den   kommenden Wahlen zur zweitst&#228;rksten Partei anwachsen und den Parteien   der Konzernbesitzer mit dem Versuch eine andere Koalition zu bilden noch   weit st&#228;rkere Kopfschmerzen bereiten. Die SP w&#252;rde von den   niederl&#228;ndischen Konzernchefs als zu anf&#228;llig gegen&#252;ber den Gef&#252;hlen und   Forderungen der Arbeiterklasse angesehen.<\/p>\n<p>  Die SP gewinnt breite Unterst&#252;tzung bei Wahlen, ihr Programm ist   hingegen weniger entwickelt als das fr&#252;herer reformistischer linker   Parteien. Die SP ruft nicht zu einem klaren Bruch mit dem Kapitalismus   und f&#252;r eine sozialistische Gesellschaft auf. Die Logik ihrer begrenzten   reformistischen Politik besteht darin, in eine Koalitionsregierung   einzutreten, um den Kapitalismus f&#252;r die arbeitende Bev&#246;lkerung   freundlicher zu &#8222;gestalten&#8220;.<\/p>\n<p>  Schon heute befindet sich die SP auf kommunaler Ebene in Koalitionen,   die Privatisierungen durchsetzen. So in Nimwegen, wo die lokalen   Verkehrsbetriebe verkauft wurden. Es w&#228;re ein gro&#223;er Fehler, w&#252;rde die   SP auf nationaler Ebene an von rechten Parteien dominierten Regierungen   teilnehmen. Ein so gro&#223;er Fehler, dass er die Zukunft der SP aufs Spiel   setzen w&#252;rde. Dies w&#252;rde bedeuten, dass die Partei zum Kollaborateur von   K&#252;rzungen wird. Viele ArbeiterInnen w&#252;rden desillusioniert der SP den   R&#252;cken kehren und der Stimmenanteil w&#252;rde dramatisch fallen. Das w&#228;re   ein Tiefschlag f&#252;r die ArbeiterInnen, die auf der Suche nach einer   ernsthaften Alternative sind und w&#252;rde den Kampf f&#252;r eine neue   Massenpartei der Arbeiterklasse in den Niederlanden sehr verkomplizieren.<\/p>\n<p>  Voraussichtlich wird die SP weiterhin eine Rolle in der niederl&#228;ndischen   Politik spielen. Auch dann, wenn sie ernsthafte politische Fehler machen   sollte. Die Partei ist mehr als 30 Jahre alt, hat eine bew&#228;hrte   F&#252;hrungsriege und Parteizeitung. Sie verf&#252;gt &#252;ber Traditionen und   Einfluss unter einer Schicht von ArbeiterInnen und eine vergleichsweise   gro&#223;e und vorwiegend aus der Arbeiterschaft stammende &#8211; wenn auch   gr&#246;&#223;tenteils passive &#8211; Mitgliedschaft. Die niederl&#228;ndische   Arbeiterklasse wird der SP eine Bew&#228;hrungschance geben. Diese wird   allerdings nicht unbegrenzt sein, sollte die SP &#8211; einmal an der Macht &#8211;   gegen die Interessen der ArbeiterInnen handeln. Dar&#252;ber hinaus ist die   W&#228;hlerschaft allgemein zwischen dem linken und rechten Lager   polarisiert, wie die Wahlen vom November offenbart haben.   Desillusionierung gegen&#252;ber einer SP w&#252;rde somit zu mehr Zulauf f&#252;r die   populistische und ausl&#228;nderfeindliche Rechte, wie der xenophoben &#8222;Partei   f&#252;r Freiheit&#8220; (PVV) f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Um erfolgreich zu sein muss sich die SP ein klares sozialistisches   Programm geben. Auf dem Weg voran ist eine ausgiebige Diskussion und   Debatte innerhalb der Mitgliedschaft dringend n&#246;tig. Dies beinhaltet   auch eine Demokratisierung und &#214;ffnung der Parteistrukturen, an Stelle   des momentanen &#252;berhand nehmenden Zentralismus. Das erfordert den Aufbau   einer wesentlich mehr auf Kampagnet&#228;tigkeit setzenden Partei, die weite   Teile der Arbeiterklasse und Jugend mit einbezieht, um den Abwehrkampf   gegen die Angriffe der neuen Regierung anzuf&#252;hren.<\/p>\n<p>  Auf diese Weise kann eine aktive, Kampagnen f&#252;hrende Massenpartei mit   sozialistischem Programm aufgebaut werden. Das w&#252;rde die SP dazu   bef&#228;higen, in den n&#228;chsten Wahlen aus einer kraftvollen Position heraus   zu bestehen &#8211; um f&#252;r eine Mehrheitsregierung mit sozialistischem   Programm einzutreten.<\/p>\n<p>  <i>Niall Mulholland ist Mitglied im Internationalen Sekretariat des   Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI). Der Artikel erschien   zuerst in der Februarausgabe von Socialism Today. <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/SP-NL.jpg\"><br \/>\n      Die niederl&#228;ndischen Parlamentswahlen vom November 2006 brachten der<br \/>\n      Sozialistischen Partei, die in der Arbeiterklasse breite Unterst&#252;tzung<br \/>\n      f&#252;r ihr anti-neoliberales Programm und ihre Anti-Kriegshaltung genie&#223;t,<br \/>\n      gro&#223;e Stimmenzuw&#228;chse.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[46],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11980"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11980"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11980\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}