{"id":11977,"date":"2007-02-25T00:27:58","date_gmt":"2007-02-25T00:27:58","guid":{"rendered":".\/?p=11977"},"modified":"2007-02-25T00:27:58","modified_gmt":"2007-02-25T00:27:58","slug":"11977","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/02\/11977\/","title":{"rendered":"Naher Osten: F&#252;r eine sozialistische F&#246;deration"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/NaherOsten1.jpg\">  Unz&#228;hlige UN-Resolutionen, unz&#228;hlige Abkommen. Vielen d&#252;rfte noch das   Oslo-Abkommen Anfang der neunziger Jahre, das zur Bildung der   Autonomiebeh&#246;rde f&#252;hrte, in Erinnerung sein. Aktueller ist sicherlich   die so genannte &#8222;Road Map&#8220;, manchen auch als Pax Americana bekannt, die   zum R&#252;ckzug Israels aus den besetzten Gebieten und zur Schaffung eines   Pal&#228;stinenserstaates f&#252;hren sollte. Nichts davon hat zu Stabilit&#228;t und   Frieden gef&#252;hrt.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Nicht wenige meinen, der Vorschlag der F&#246;deration eines sozialistischen   Israel, eines sozialistischen Pal&#228;stina zusammen mit anderen   sozialistischen Staaten in der Region w&#252;rde zun&#228;chst eine Teilung   Pal&#228;stinas voraussetzen. Dabei ist Pal&#228;stina seit Jahrzehnten geteilt &#8211;   in einen israelischen Staat und in die besetzten Pal&#228;stinensergebiete.<\/p>\n<h4>  Ein- oder Zwei-Staaten-L&#246;sung?<\/h4>\n<p>  Die Gr&#252;ndung Israels 1948, die Vertreibung der Pal&#228;stinenserInnen, die   Besatzungspolitik Israels, die israelisch-arabischen Kriege wie der   Libanon-Krieg und nicht zuletzt die Spaltungsversuche der herrschenden   Klassen in Israel und in den arabischen Staaten haben eine Mauer des   Misstrauens zwischen Israelis und AraberInnen hochgezogen. Eine   aufgezwungene &#8222;L&#246;sung&#8220; w&#252;rde weder von Pal&#228;stinenserInnen noch von   Israelis akzeptiert. Deshalb ist die SAV der Meinung, dass eine   F&#246;deration sozialistischer Staaten auf freiwilliger Basis mit   umfassenden Autonomierechten f&#252;r die jeweiligen Minderheiten den   einzigen gangbaren Weg darstellt. Jerusalem k&#246;nnte den Status einer   offenen Stadt erhalten.<\/p>\n<p>  Die herrschende Klasse in Israel hat l&#228;ngst erkannt, dass sie sich nicht   einfach die pal&#228;stinensischen Gebiete einverleiben kann. Sie wei&#223;, dass   die &#8222;Integration&#8220; von Millionen Pal&#228;stinenserInnen innerhalb eines   israelischen Staates nicht funktioniert. Aber die zehn Prozent, die   Israel gerade bereit ist, an die Pal&#228;stinenserInnen abzutreten, sind   viel zu wenig. &#220;ber all diese und andere Fragen m&#252;sste offen diskutiert   und im gegenseitigen Einvernehmen ein Modell ausgearbeitet werden. Das   ist nur vorstellbar, wenn die Menschen in beiden Staaten eine echte   Lebensgrundlage frei von Armut, Erwerbslosigkeit und Gewalt h&#228;tten. Das   wird erst m&#246;glich sein, wenn die Kluft zwischen Arm und Reich &#252;berwunden   ist, die Kosten f&#252;r Krieg und Kriegsfolgen eingespart werden und man die   Ressourcen des Nahen Ostens im Interesse aller Menschen nutzt.<\/p>\n<h4>  Kapitalistische Spaltungspolitik<\/h4>\n<p>  St&#228;ndige Begleiterscheinung kapitalistischer Ausbeutung und   Misswirtschaft ist die soziale Unsicherheit der Arbeiterklasse. Vor   diesem Hintergrund dient den Herrschenden die Teile-und-Herrsche-Politik   seit jeher als Mittel, und das in vielf&#228;ltiger Form &#8211; nicht zuletzt auf   Basis verschiedener Hautfarben oder Religionen. Dieses   Spaltungsinstrument wird nicht nur zwischen Israel und der arabischen   Welt eingesetzt, sondern auch innerhalb der jeweiligen Lager: so werden   in Israel arabische Israelis diskriminiert und als Menschen zweiter   Klasse behandelt.<\/p>\n<p>  B&#252;rgerkriege drohen im Nahen Osten derzeit in der Pal&#228;stinensischen   Autonomiebeh&#246;rde zwischen Fatah und Hamas. Auch im Libanon ist die Lage   sehr angespannt; dort bestehen Konflikte zwischen der schiitischen   Hisbollah und anderen Kr&#228;ften, religi&#246;sen Gruppen sowie Staaten. Dazu   kommen die Spannungen zwischen SunnitInnen, SchiitInnen und KurdInnen im   Irak.<\/p>\n<p>  Gemeinsamer Kampf n&#246;tig und m&#246;glich<\/p>\n<p>  Bis heute haben die Kapitalisten in Israel und die reaktion&#228;ren   arabischen Herrscher alles daran gesetzt, jegliche Solidarit&#228;t zwischen   arabischen und j&#252;dischen ArbeiterInnen in Verbindung mit der verarmten   Bauernschaft in der Region zu unterbinden. Die arabischen Regimes sind   zwar alles andere als beliebt, aber die Einmischung der   imperialistischen M&#228;chte hat die Massen immer wieder von ihrer   eigentlichen Aufgabe abgelenkt, dem Sturz ihrer eigenen Herrscher. Im   Fall Israel wird die Angst, die durch den Terror von   Selbstmordattent&#228;tern verursacht wird, vom israelischen Kapital   ausgenutzt, um die israelische Arbeiterklasse an ihre Ausbeuter zu   binden.<\/p>\n<p>  Dass dieser scheinbare Teufelskreis durchbrochen werden kann, hat die   erste Intifada (pal&#228;stinensischer Aufstand) 1987 gezeigt. Der spontane   Massenaufstand gegen die Besatzung mit den Kampfmethoden von Streiks,   Generalstreiks und Blockaden gewann zeitweilig gro&#223;e Sympathien in der   israelischen Arbeiterbewegung. Israelische Besch&#228;ftigte drohten damals   des &#246;fteren mit einer j&#252;dischen Intifada &#8211; wenn es darum ging, ihre   Forderungen gegen die Kapitalisten durchzusetzen.<\/p>\n<p>  Entscheidend f&#252;r den gemeinsamen Kampf ist die Existenz unabh&#228;ngiger und   k&#228;mpferischer Arbeiterorganisationen. Diese aufzubauen ist das Gebot der   Stunde &#8211; f&#252;r die israelische und arabische Arbeiterklasse. Die   internationale Arbeiterbewegung hat dabei die Aufgabe, sie zu   unterst&#252;tzen. Das ist keine Traumt&#228;nzerei. Es sei daran erinnert, dass   es vor 70, 80 Jahren im Nahen Osten m&#228;chtige kommunistische Parteien und   starke Gewerkschaften gab. Zentral ist heute der Aufbau von   Arbeiterparteien mit einem sozialistischen Programm, die Lehren aus den   damaligen Fehlern zieht, und ArbeiterInnen sowie Jugendliche der   verschiedenen ethnischen und religi&#246;sen Gruppen im Kampf gegen   Sozialabbau, Krieg und Unterdr&#252;ckung organisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/NaherOsten1.jpg\"><br \/>\n      Unz&#228;hlige UN-Resolutionen, unz&#228;hlige Abkommen. Vielen d&#252;rfte noch das<br \/>\n      Oslo-Abkommen Anfang der neunziger Jahre, das zur Bildung der<br \/>\n      Autonomiebeh&#246;rde f&#252;hrte, in Erinnerung sein. Aktueller ist sicherlich<br \/>\n      die so genannte &#8222;Road Map&#8220;, manchen auch als Pax Americana bekannt, die<br \/>\n      zum R&#252;ckzug Israels aus den besetzten Gebieten und zur Schaffung eines<br \/>\n      Pal&#228;stinenserstaates f&#252;hren sollte. 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