{"id":11964,"date":"2007-02-22T00:41:13","date_gmt":"2007-02-21T23:41:13","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11964"},"modified":"2012-12-30T12:07:13","modified_gmt":"2012-12-30T11:07:13","slug":"11964","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/02\/11964\/","title":{"rendered":"Berlinale: Im Jahr des B&#228;ren"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/berlinale.jpg\">  Auf den 57. Berliner Filmfestspielen ragten Beitr&#228;ge aus China heraus<\/i> <br \/>  Mit dem Goldenen B&#228;ren wurde das Werk &#8222;Tuyas Ehe&#8220; von Wang Quan&quot;an   geehrt. Die Geschichte, angesiedelt in der Inneren Mongolei, einer   verheirateten Frau, die sich aufgrund von Versorgungsengp&#228;ssen der   Familie gezwungen sieht, erneut auf Br&#228;utigamschau zu gehen. <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>Die Preisverleihung fiel ausgerechnet mit dem chinesischen   Neujahrsfest zusammen, welches das &#8222;Jahr des Schweins&#8220; begr&#252;&#223;te. F&#252;r   Wang Quan&quot;an und Yu Nan in der Titelrolle ist 2007 nunmehr das Jahr des   B&#228;ren. Bedeutend und bewegend waren auf der diesj&#228;hrigen Berlinale zwei   weitere Filme aus China: &#8222;Ping Guo&#8220; von Li Yu und &#8222;Mona Lisa&#8220; von Li   Ying.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Aron Amm<\/i><\/p>\n<p>  H&#246;hepunkte des Internationalen Filmfestivals &#8211; mit 430.000 BesucherInnen   vom 8. bis zum 18. Februar 2007 &#8211; waren die Wiederauff&#252;hrungen alter   Meisterwerke, mehrere davon in restaurierter Fassung. Spektakul&#228;r   unbestritten Fassbinders D&#246;blin-Verfilmung &#8222;Berlin Alexanderplatz&#8220;.   Erfrischend die Hommage an den Fimemacher Arthur Penn. Dazu die   Stummfilm-Retrospektive City Girls, in der Erich von Strohheims &#8222;Blind   Husbands&#8220; und Asta Nielsens &#8222;Hamlet&#8220;-Verk&#246;rperung in restaurierten   Versionen pr&#228;sentiert wurden.<\/p>\n<p>  So begeisternd diese Festival-Veranstaltungen waren, so alarmierend sind   sie gleichzeitig. Schlie&#223;lich lassen diese einsam strahlenden Klassiker   noch deutlicher erkennen, wie dunkel es &#8211; abgesehen von wenigen   Lichtblicken &#8211; nach wie vor am kinematografischen Firmament bleibt.   Ideenarm und politisch harmlos waren die meisten auf der Berlinale als   ambitioniert gehandelten Streifen. &#196;rgerlich ein Film wie &#8222;Irina Palm&#8220;   auf ZDF-Vorabend-Niveau, leider einschlie&#223;lich der Leistung von Marianne   Faithfull. Noch besch&#246;nigend, &#8222;The Good German&#8220; als   Film-Noir-Eklektizismus durchgehen zu lassen. Steven Soderbergh bedient   sich hier g&#228;nzlich uninspiriert bei &#8222;Foreign Affairs&#8220;, &#8222;Der dritte   Mann&#8220;, &#8222;Casablanca&#8220; und &#8222;Die M&#246;rder sind unter uns&#8220;. Hat sich der   Schleier der filmischen Erinnerungen erst einmal gelegt, bleibt von   diesem Streifen mit Cate  Blanchett, George Clooney und Tobey Maguire   nicht viel &#252;brig.<\/p>\n<h4>  &#8222;Das Haus der Lerchen&#8220;<\/h4>\n<p>  Tiefpunkt dieser Filmfestspiele war eindeutig &#8222;Das Haus der Lerchen&#8220;.   Vom SPIEGEL 7\/2007 absurderweise als &#8222;der wichtigste, aufw&#252;hlendste   Beitrag&#8220; angek&#252;ndigt, wurden die Taviani-Br&#252;der dem Thema in keiner   Weise gerecht. Nach Atom Egoyans Bilderpuzzle &#8222;Ararat&#8220; (vor f&#252;nf Jahren   auf der Berlinale gezeigt) ist es erst das zweite Mal, dass der w&#228;hrend   des I. Weltkriegs in der T&#252;rkei an den ArmenierInnen ver&#252;bte Genozid auf   die Leinwand gebracht wurde. Franz Werfels Buch &#8222;Die vierzig Tage des   Musa Dagh&#8220; ruht seit siebzig Jahren in den Schreibtisch-Schubladen des   Metro-Goldwyn-Meyer-Studios, ohne dass sich Hollywood an die Umsetzung   heran traut. Die EU schreckt vor dem Begriff &#8222;V&#246;lkermord&#8220; zur&#252;ck, um die   Beitrittsverhandlungen mit der T&#252;rkei nicht zu &#8222;belasten&#8220;. Wenige Monate   ist es her, dass der armenisch-t&#252;rkische Journalist Hrant Dink ermordet   wurde. Der Literatur-Nobelpreistr&#228;ger Orhan Pamuk musste j&#252;ngst ins   Ausland fl&#252;chten.<\/p>\n<p>  So dringend es ist, sich mit den Ereignissen von 1915 auseinander zu   setzen, so verheerend ist die Arbeit der italienischen Regisseure Paolo   und Vittorio Taviani. N&#228;herten sich die Tavianis mit &#8222;Die Nacht von San   Lorenzo&#8220; aus dem Jahr 1977 dem Widerstandskampf der Resistenza gegen   faschistische Milizen im II. Weltkrieg noch mit gebotener Klarheit und   Schlichtheit, so lassen sie die Geschehnisse vor 90 Jahren in einem   Popcorn-Kino-Erz&#228;hlstil weich sp&#252;len. &#8222;W&#228;hrend sich die Opfer auf der   Leinwand kr&#252;mmen&#8220;, schreibt Andreas Kilb in der FAZ, &#8222;kr&#252;mmt sich der   Film nicht, er plappert weiter in edelster Fernseh-Prosa, unbedingt   hauptsendezeittauglich und in seinem Gegenstand zugleich auf stupende   Weise unangemessen&#8220; (14. Februar). Schlimmer noch, gerade das Sterben   von Armenierinnen wird lang und breit in nahezu pornografischen Bildern   zur Schau gestellt.<\/p>\n<p>  &#8222;Das Lerchenhaus&#8220; beginnt damit, eine reiche armenische Familie mit   besten Beziehungen zu den &#246;rtlichen t&#252;rkischen Autorit&#228;ten in einem   Provinznest im Osten des Osmanischen Reichs zu zeigen. Die Tochter will   sich mit einem t&#252;rkischen Offizier verm&#228;hlen, ihr Vater bewirtet den   Milit&#228;rgouverneur. Dann bricht abrupt das Gemetzel, das in den ersten 30   Filmminuten wie eine Gewitterwolke in der Luft h&#228;ngt, &#252;ber dieses   armenische B&#252;rgerhaus herein. Die Tavianis interessieren sich in dem   Film nur f&#252;r die wohlhabenden ArmenierInnen. Zudem werden die   historischen Hintergr&#252;nde v&#246;llig ausgeblendet, die Ursachen f&#252;r den   Genozid nicht hinterfragt.<\/p>\n<h4>  Filmkunst &#8211; gestern und heute<\/h4>\n<p>  Vor Beginn der diesj&#228;hrigen Berlinale f&#252;hrte Verena Lueken f&#252;r die FAZ   ein Interview mit dem Nonkonformisten Arthur Penn durch. Der Regisseur   von &#8222;Bonnie und Clyde&#8220;, &#8222;Little Big Man&#8220; und &#8222;Night Moves&#8220; erkl&#228;rte   darin: &#8222;Kunst, also auch Filmkunst, ist Widerstand gegen   Sinnentstellungen und Verzerrungen im &#246;ffentlichen Bewusstsein. Ich sehe   das im heutigen Kino nicht. Die Filme heute sind sehr gut gemacht, und   diejenigen die gut sind, sind ziemlich gut. Aber ich bin schon lange   nicht mehr aus einem Kino gekommen und habe gesagt: &#8222;Du meine G&#252;te, das   war wirklich au&#223;ergew&#246;hnlich, vielleicht wird sich mein Leben   ver&#228;ndern.&#8220; Das allerdings ist in den sechziger Jahren sehr oft   passiert. [&#8230;] Was ich vermisse, ist das Feuer, die Leidenschaft, etwas   Dringendes, das ich auf der Leinwand auch sehen kann. Ich kann nur von   mir sprechen, als in den sechziger und siebziger Jahren diese Filme   drehte: Ich war au&#223;er mir dar&#252;ber, was in Vietnam geschah, und ich   dachte: &#8222;Zeig es, zeig es, zeig es!&#8220; (8. Februar).<\/p>\n<p>  Damals gipfelte die Radikalisierung erst unter Jugendlichen, dann unter   wachsenden Teilen der Arbeiterklasse in Westeuropa in den Mai 1968 in   Frankreich (und in den Prager Fr&#252;hling in Osteuropa im selben Jahr), in   Streikwellen in mehreren L&#228;ndern Anfang der siebziger Jahre bis hin zu   dem Sturz von Milit&#228;rdiktaturen in Spanien und Griechenland und der   Portugiesischen Revolution 1974. In den USA kam es zu Massenprotesten   gegen den Vietnam-Krieg; 1969 brachten an einem einzigen Tag 36   Millionen in der einen oder anderen Weise ihre Ablehnung gegen die   Politik Washingtons zum Ausdruck. Diese dramatischen Ereignisse gingen   in den Vereinigten Staaten Hand in Hand mit dem Kino des &#8220;New Hollywood&#8220;   1967 bis 1976. Die Bezeichnung ist eigentlich irref&#252;hrend, wurden doch   viele Filme fernab von Kalifornien unabh&#228;ngig produziert. Unter diesen   w&#252;tenden und engagierten Filmemachern waren neben Arthur Penn Regisseure   wie Martin Scorsese (&#8222;Taxi Driver&#8220;), Robert Altman (&#8222;Nashville&#8220;) und   John Cassavetes (&#8222;Frau unter Einfluss&#8220;).<\/p>\n<p>  In der europ&#228;ischen Filmszene stachen &#8211; angefangen mit der Nouvelle   Vague (Jean-Luc Godard, der &#8222;Vivre sa vie&#8220; machte, und andere), die   nicht zuletzt mit Hilfe der Handkamera das Filmgeschehen revolutionierte   &#8211; Regisseure heraus wie Paolo Passolini (&#8222;Accatone&#8220;) und der Altmeister   Luis Bunuel (&#8222;Der diskrete Charme der Bourgeoisie&#8220;).<\/p>\n<p>  In Deutschland war neben Werner Herzog Rainer Werner Fassbinder der   Originellste und Innovativste. Vor 25 Jahren starb er im Alter von 37   viel zu fr&#252;h &#8211; &#252;brigens kurz bevor er das Leben von Rosa Luxemburg   verfilmen wollte. Mit &#8222;Berlin Alexanderplatz&#8220; auf der Berlinale in   diesem Jahr wurde Fassbinders grandioses F&#252;nfzehn-Stunden-Werk, sein   letzter noch selber montierter Film, nach langer Zeit wieder in   Deutschland gezeigt. Endlich, &#8222;nach jahrelangen K&#228;mpfen, R&#252;ckschl&#228;gen   und &quot;impertinentem Druck&quot; (so die Pr&#228;sidentin der Fassbinder Foundation,   Juliane Lorenz)&#8220;, wie die FAZ vom 8. Februar berichtete. Fassbinder wird   D&#246;blin vollst&#228;ndig gerecht, auch wenn er nicht vorrangig die   historischen Geschehnisse und die sozialen Entwicklungen behandelt,   sondern sich auf die Psyche der Erwerbslosen, der Lohnabh&#228;ngigen und der   kleinb&#252;rgerlichen Schichten konzentriert und gesellschaftliche   Polarisierung, Revolution und Konterrevolution in den zwanziger Jahren   als Kammerspiel und Passionsgeschichte auf die Leinwand bannt.<\/p>\n<p>  So wie die Renaissance in der Filmkunst der sechziger und siebziger   Jahre mit gesellschaftlicher G&#228;rung und einem Aufschwung von   Klassenk&#228;mpfen einher ging, so bildeten die revolution&#228;ren Ereignisse,   die den I. Weltkrieg beendeten, die Grundlage f&#252;r spannende filmische   Neuerungen und enervierende, ber&#252;hrende Streifen in den   Lichtspielh&#228;usern. Es waren die Petrograder Textilarbeiterinnen, die den   Startschuss f&#252;r die Russische Revolution 1917 gaben. Es waren radikale   aufm&#252;pfige Frauen, die in dieser Zeit das Filmleben nachhaltig   dominierten. Ihnen war auf der 57.  Berlinale die Reihe City Girls   gewidmet.<\/p>\n<p>  W&#228;hrend in den zwanziger und siebziger Jahren des vergangenen   Jahrhunderts in kurzer Zeit Dutzende gro&#223;er Filme entstanden, ist es   heute Jahr f&#252;r Jahr nur eine sp&#228;rliche Zahl. An der Spitze stehen auch   in diesem Jahrzehnt die Altmeister Mike Leigh (&#8222;All or Nothing&#8220;), Ken   Loach (&#8222;The Navigators&#8220;), Bertrand Tavernier (&#8222;Holy Lola&#8220;) und die   Dardenne-Br&#252;der (&#8222;Rossetta&#8220;). Einige wenige faszinierende Filme kamen in   den letzten Jahren in die Kinos, darunter &#8222;Ressources humaines&#8220;, &#8222;Das   Erbe&#8220;, &#8222;Nordrand&#8220; und &#8222;Kroko&#8220;.<\/p>\n<p>  Es ist bezeichnend, dass auf der Berlinale ein Clint Eastwood mit seinem   neuen Film &#8222;Letters from Iwo Jima&#8220; einen der interessantesten Beitr&#228;ge   beisteuerte. Oder dass ein Helmut Berger beim Teddy-Award, dem   schwul-lesbischen Filmpreis, im Rampenlicht stand. Unglaublich aber wahr   &#252;brigens: Damit erhielt Helmut Berger &#8211; der in Werken von Lucino   Visconti (welcher in diesem Jahr seinen hundertsten Geburtstag h&#228;tte   feuern k&#246;nnen) brillierte &#8211; seine erste Film-Auszeichnung &#252;berhaupt.   Helmut Berger, &#252;ber den Billy Wilder einmal sagte: &#8222;Seit ihm gibt es   keine interessanten Frauen mehr.&#8220;<\/p>\n<p>  Auch wenn dem Neoliberalismus l&#228;ngst auf breiter Front eine Abfuhr   erteilt wird, Arbeitsk&#228;mpfe zunehmen und in Lateinamerika die Fragen von   Verstaatlichung und Sozialismus wieder auf der Tagesordnung stehen,   hinkt die Filmkunst den politischen und sozialen Entwicklungen weit   hinterher. Aus welchen Gr&#252;nden? Die Kunst wird sich nie mit den   historischen Entwicklungen im Gleichschritt befinden. Mal antizipiert   sie gesellschaftliche Wandlungen, mal greift sie Ver&#228;nderungen mit   gro&#223;er Verz&#246;gerung auf. Erschwert wird unabh&#228;ngigen und kritischen   Filmemachern die Arbeit angesichts der schieren &#220;bermacht von   Kinomoguls, riesigen Filmunternehmen, Verleihfirmen, Multiplex-Kinos und   die auf glattgeb&#252;rstete, &#8222;gleichgeschaltete&#8220; Politik der Subventionen.   W&#228;hrend die Filmproduktion immer teurer wird (trotz des Sparpotenzials   dank der Digitalkamera-Technik), sinken die Finanzmittel. So standen den   beiden Vertretern der &#8222;Berliner Schule&#8220; Angela Schanelec (auf der   Berlinale mit &#8222;Nachmittag&#8220; dabei) und Thomas Arslan (&#8222;Ferien&#8220;) mit   jeweils 450.000 Euro f&#252;r ihre j&#252;ngsten Produktionen nur halb so gro&#223;e   Etats wie noch bei ihren vorletzten Filmen zur Verf&#252;gung (am Rande   bemerkt sei, dass der mehr als problematische Problemfilm, besser gesagt   der v&#246;llig unerhebliche Wettbewerbs-Beitrag mit Sharon Stone auf der   Berlinale, &#8222;When a Man falls in the Forest&#8220;, auf Investitionen eines   Private-Equity-Fonds basierte). Selbst wenn dann einmal ein Streifen   realisiert werden konnte, stehen oft viele Filmleute den m&#228;chtigen   Verleihfirmen und der Vermarktungspolitik fast ohnm&#228;chtig gegen&#252;ber. In   den letzten Jahren blieb sehenswerten Berlinale-Filmen reihenweise der   Weg in die Kinos versperrt. Beispielsweise dem Episoden-Film &#8222;Tickets&#8220;,   an dem auch Ken Loach mitwirkte. Selbst wenn ein Film einen Verleih   findet, bekommt er oft zu wenig Kopien, um sich durchsetzen zu k&#246;nnen.   Oder er wird nicht &#252;berall gezeigt; so blieb es &#8222;Brokeback Mountain&#8220; in   zwei US-Bundesstaaten g&#228;nzlich verwehrt, auf die Leinwand zu kommen.<\/p>\n<p>  &#220;ber den osteurop&#228;ischen Film schrieb Ralf Schenk in der Berliner   Zeitung vom 13. Februar: &#8222;Gegenwart und Historie wurden nach aufregenden   Stoffen durchforscht, und fast jedem Ernst zu nehmenden Film merkte man   an, dass er die Grenzen f&#252;r politische und moralische Themen zu   erweitern bem&#252;ht war. Das blieb so bis zum Ende der Achtziger. Dann &#8211;   als die Zensur an Macht verlor &#8211; setzte eine sp&#252;rbare Erm&#252;dung ein, und   die Marktgesetze brachen sich Bahn. Kommerz und wohlgef&#228;llig   Anpassungsfilme, darunter auch einige von Marta Meszaros, bestimmten   fortan die Szene.&#8220; Marta Meszaros (&#8222;Tagebuch f&#252;r meine Lieben&#8220; &#252;ber den   Stalinismus und die Ungarische Revolution 1956) erhielt in diesem Jahr   die Berlinale-Kamera f&#252;r ihr Lebenswerk.<\/p>\n<p>  In der Tat ist der osteurop&#228;ische und der russische Film seit Anfang der   neunziger Jahre, bis auf wenige Ausnahmen, extrem schwach. International   sind es neben Filmen aus Westeuropa und einzelnen unabh&#228;ngigen   Filmemachern aus Nordamerika vor allem L&#228;nder des Nahen Ostens gewesen,   in denen sich in j&#252;ngster Zeit etwas tat. Seit Jahren ragen die Iraner   Abbas Kiarostami (&#8222;Ten&#8220;), Mohsen (&#8222;Kandahar&#8220;) und Samira Makhmalbaf   (F&#252;nf Uhr am Nachmittag&#8220;) hervor, au&#223;erdem Bahman Ghobadi (&#8222;Zeit der   trunkenen Pferde&#8220;). Letztes Jahr war Jafar Panahis Streifen &#8222;Offside&#8220;   &#252;ber Frauen, die sich in Teheran mit allen Mitteln um einen   Stadionsbesuch bei einem WM-Qualifikationsspiel bem&#252;hen, einer der   aufregendsten Wettbewerbs-Beitr&#228;ge.<\/p>\n<p>  Lateinamerika hat bis auf einzelne Filme wie &#8222;Der Morast&#8220;, &#8222;Maria voll   der Gnade&#8220; oder dem liebensw&#252;rdigen &#8222;Whisky&#8220; nicht viel zu bieten.   Bedeutender sind seit mehreren Jahren einige Filmschaffende in Asien.   Schon in den neunziger Jahren taten sich in Taiwan Hou Hsiao-Hsien und   in Hongkong Wong Kar-Wai hervor. In S&#252;dkorea hat in diesem Jahrzehnt   zunehmend Park Chan-Wook f&#252;r Aufsehen gesorgt. Auf dieser Berlinale war   er mit dem sehenswerten &#8222;I am a Cyborg, but that&quot;s o.k.&#8220; vertreten. Die   Protagonistin, die in einer Fabrik am Flie&#223;band arbeitet, h&#228;lt sich f&#252;r   einen Robotor und wird in eine Nervenklinik gesteckt. W&#228;hrend die   Leitung der Anstalt nicht auf sie eingeht, nur auf Medikamente und wenig   einf&#252;hlsame Heilmethoden setzt, kommt ein weiterer Patient bei der   Hauptfigur weiter, in dem er sie ganz einfach Ernst nimmt mit ihren   Einbildungen beziehungsweise ihren Gef&#252;hlen und &#196;ngsten.<\/p>\n<p>  Spannend dar&#252;ber hinaus sind zunehmend Filme aus China. Zhang Yimou, der   sich noch vor zehn, f&#252;nfzehn Jahren mit den politischen und sozialen   Ver&#228;nderungen im Land auseinander setzte, scheint mit seinen Erfolgen   satt und opportunistisch geworden zu sein. Vor vier Jahren war er auf   der Berlinale mit dem uns&#228;glichen Kost&#252;m- und Historien-Schinken &#8222;Hero&#8220;   vertreten. Daf&#252;r gibt es einen Lou Ye, der &#8222;Suzou River&#8220; drehte oder Li   Jang, der auf den Berliner Filmfestspielen 2003 &#8222;Blinder Schacht&#8220;   pr&#228;sentierte, in dem er mittels einer DV-Kamera an allen Zensurauflagen   vorbei die katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Kohlezechen in einen   Spielfilm packte.<\/p>\n<h4>  &#8222;Mona Lisa&#8220;<\/h4>\n<p>  &#8222;Manchmal beschl&#228;gt sogar die Kameralinse, so schw&#252;l ist es in der   s&#252;dchinesischen Provinz Sichuan. Die Kleider kleben am Leib, die H&#228;user   im Dorf stehen auf kahlen Betonfundamenten. Man lebt hier in Schmutz und   Schlamm. Das M&#228;dchen A Quing tanzt f&#252;r die Marmorfabrik &#8222;Mona Lisa&#8220;, ein   Funkemariechen vom Lande. Gro&#223;e Plakate werben f&#252;r schicke   Wohnungsausstattungen: ein Hohn angesichts der Bauern, die sich die   Tanzshow auf dem Parkplatz ansehen.&#8220; So beschreibt Christiane Peitz im   Tagesspiegel vom 14. Februar die ersten Minuten dieses gro&#223;artigen Films.<\/p>\n<p>  Die Gro&#223;mutter der Hauptfigur Xiu Xiu kommt ins Krankenhaus, bei ihr   wird Lungenkrebs im Endstadium festgestellt. Gemeinsam mit ihrer   Adoptivschwester A Qiong setzt Xiu Xiu alle Hebel in Bewegung, damit   ihre im Gef&#228;ngnis sitzenden Eltern zum Krankenbett reisen d&#252;rfen, um die   alte Frau ein letztes Mal zu sehen. Ein H&#252;rdenlauf beginnt, von Beh&#246;rde   zu Beh&#246;rde, der an Zhang Yimous &#8222;Die Geschichte der Qiu Ju&#8220; erinnert.   Der &#246;rtliche Parteisekret&#228;r, auf den es ankommt, fl&#252;chtet sich in die   Haltung: &#8222;Ich helfe bei allem &#8211; sofern das nicht mit dem Gesetz in   Konflikt ger&#228;t.&#8220; Derweil bettelt der Gro&#223;vater mit den Kindern im Dorf,   um Medikamente und Untersuchungen finanzieren zu k&#246;nnen. In der Scheune   wird schon ein Holzsarg gezimmert.<\/p>\n<p>  Dann macht sich Xiu Xiu mit ihrem Kind auf zum st&#228;dtischen   Frauengef&#228;ngnis. Inhaftiert wurde die Mutter, weil sie Xiu Xiu entf&#252;hrt   haben soll. &#8222;Kinderhandel geh&#246;rt zu den h&#228;ufigsten Verbrechen in China,   gleichzeitig hat die Einkindpolitik dazu gef&#252;hrt, dass vor allem kleine   M&#228;dchen ausgesetzt wurden.&#8220; Wie es sich wirklich zugetragen haben mag,   wird der Zuschauer nicht erfahren. Daf&#252;r ist er Zeuge einer Odyssee von   Xiu Xiu, schlie&#223;lich einer gemeinsamen Fahrt zum Sterbebett in   Polizeibegleitung, &#252;ber Tage und N&#228;chte, und einer allm&#228;hlichen,   vorsichtigen Ann&#228;herung der beiden Frauen. Wie so oft ist es das   Kleinkind, welches den ersten vorsichtigen Kontakt herstellt; die   Erwachsenen verstecken sich mit ihren Gef&#252;hlen und Gedanken hinter dem   Kind. Der Film hat ein rasantes Tempo, um dann auf einmal zum Stillstand   zu kommen &#8211; als die kleine Reisegesellschaft unterwegs auf einem Bahnhof   ausharren muss. Als scheinbar nichts mehr passiert und die Reisenden auf   den Anschluss warten, passiert alles, das Kind und die beiden Frauen   vergessen die Dinge um sie herum, und registrieren endlich den anderen,   machen z&#246;gerlich, zaudernd Schritte auf ihn zu. Unendlich aufregend, das   zu beobachten. Im Abspann erf&#228;hrt man, dass die Darsteller allesamt sich   selber spielen. Es raubt einem den Atem.<\/p>\n<p>  Bei diesem Film will dem Betrachter eine Seerose in den Sinn kommen,   denn &#8222;Mona Lisa&#8220;, zwar mit Dornen behaftet, strahlt lange eine bet&#246;rende   Sch&#246;nheit aus, scheint einem jedoch verschlossen und unzug&#228;nglich zu   bleiben. Pl&#246;tzlich &#246;ffnen sich aber nach und nach die Bl&#228;tter der Rose   und es erschlie&#223;t sich ganz zwingend der Sinn der Geschichte. Anke   Leweke vom Tip-Magazin schreibt &#252;ber &#8222;Mona Lisa&#8220;: &#8222;Stets in Augenh&#246;he   seiner Darsteller, die sich selbst spielen, zeigt Li Ying, wie eine   rigide Politik, die am Einzelnen vorbeizielt, zur Entfremdung auch in   den kleinsten Einheiten einer Gesellschaft f&#252;hren kann. Auf ergreifende   Weise erz&#228;hlt er von einer Familie, die im Verlauf dieses   dokumentarischen Spielfilms nicht unbedingt zueinander findet, sich   jedoch die entscheidenden und schon lange verdr&#228;ngten Fragen stellt.&#8220;<\/p>\n<h4>  &#8222;Ping Guo&#8220;<\/h4>\n<p>  Li Yus Wettbewerbsfilm &#8222;Ping Guo&#8220; ist monatelang von der Zensur in China   durch die Mangel genommen worden. Schlie&#223;lich sollten der Filmemacherin   53 &#196;nderungen abverlangt werden, 15 Minuten sollten wegfallen. Das   chinesische Regime w&#252;nschte es sich, dass dieser Peking-Film (auf der   Berlinale auch unter dem Titel &#8222;Lost in Beijing&#8220; gelaufen) nicht das   ganze, das wahre Gesicht der Hauptstadt zeigt, sondern ein geliftetes   Peking. Auf der Pressekonferenz war zu erfahren, dass der Blick auf   Armut, Obdachlosigkeit, auf Prostitution verboten ist. Laut dem   Produzenten wurde gefordert, &#8222;alle Szenen vom Tiananmen-Platz   herauszuschneiden, die Nationaflagge und dreckige Stra&#223;en.&#8220; Die   Berlinale-Leitung unter Dieter Kosslick wollte sich aus dem Konflikt   heraushalten und erkl&#228;rte feige: &#8222;Wir zeigen den Film, den wir   bekommen.&#8220; Am Schluss war dann doch der ungek&#252;rzte Film auf der   Berlinale zu sehen. Der Produzent gab an, dass die Zeit zu knapp war,   die untersagten Szenen noch rauszuschneiden und den Film neu zu   untertiteln. Es ist fraglich, so das Filmteam, dass &#8222;Ping Guo&#8220; &#252;berhaupt   in die chinesischen Kinos kommt. Offen bleibt ebenfalls, ob er in   Deutschland einen Verleih findet. Was unbedingt zu w&#252;nschen ist &#8211;   handelt es sich hierbei doch um einen herausragenden, wenn nicht um den   beeindruckendsten neuen Film auf der Berlinale.<\/p>\n<p>  Dieser Streifen beginnt mit Einstellungen von Wolkenkratzern in dieser   Elf-Millionen-Metropole. In schneller Folge werden die Hochh&#228;user, die   in hoher Dichte &#252;ber die Stadt verstreut sind, eingefangen. Dann ist man   bei An Kun, einem Fensterputzer in luftiger H&#246;he, der nach getaner   Arbeit das gerade gereinigte Fenster betrachtet &#8211; um durch die Scheiben   seine Freundin Ping Guo zu erkennen. Und er wird Zeuge, wie seine   Freundin von ihrem Chef vergewaltigt wird. Sofort sind die   ZuschauerInnen mittendrin, nicht nur in der Geschichte, sondern auch in   der Erz&#228;hlweise der Regisseurin, die in rabiaten Schnitten von der   Totale zum Detail wechselt. An Kun und Ping Guo sind vom Land in die   gro&#223;e Stadt gezogen, k&#228;mpfen verzweifelt ums &#220;berleben, wie   Zehntausende,   die j&#228;hrlich in Peking dazu kommen und sich in das Heer   der Arbeitssuchenden einreihen m&#252;ssen. 120 Millionen in China sollen in   den vergangenen Jahren ihre D&#246;rfer verlassen haben.<\/p>\n<p>  Ping Guo arbeitet in einem Massagesalon. Wird ein Kunde zudringlich,   darf sie sich genau so wie ihre 50 Kolleginnen nicht einfach zur Wehr   setzen, sonst fliegt sie raus &#8211; wie ihre Freundin, die am Ende des Films   als Prostituierte tot aufgefunden wird. Der junge Fensterputzer fordert   von Ping Guos Chef nach der Vergewaltigung 20.000 Dollar. Dieser will   4.000 zahlen und Ping Guo feuern. Nachdem Ping Guo kurz darauf schwanger   wird, bietet der Chef Lin Dong 100.000 Dollar, falls sich herausstellt,   dass er der Vater ist. Liebe wird erkauft oder brutal erzwungen, mit   einem &#8211; ungeborenen &#8211; Kind werden Gesch&#228;fte abgewickelt. &#8222;Ping Guo&#8220;   zeigt schmerzhaft und deutlich, aber auch voller Anteilnahme mit den   Figuren, dass in einer mehr und mehr von kapitalistischen Verh&#228;ltnissen   durchdrungenen Gesellschaft alles zur Ware wird.<\/p>\n<p>  Virtuos heftet sich die Regisseurin mit DV-Handkamera an die Fersen von   Ping Guo. Klebt an ihr, beobachtet, wie sich die Protagonistin bei ihrem   Freund festklammert, festkrallt, sich mit ihm verkn&#228;ulen will. Um nicht   verloren zu gehen. Die Wohnungen sind klein und karg. Die Menschen leben   auf engstem Raum. &#8222;Ersch&#246;pfte, unsichere, zusammengepferchte Existenzen,   Migranten in der Megacity, chinesisches Prekariat. Die Kamera versetzt   den Zuschauer in die gleiche prek&#228;re Situation, mit rastlosen   Rei&#223;schwenks, fahrigen Zooms, gezielten Unsch&#228;rfen und taumelnder   Optik&#8220;, so Christiane Peitz im Tagesspiegel (17. Februar).<\/p>\n<p>  Dieses Mal arbeitet Li Yu, die 2001 mit ihrem Spielfilm-Deb&#252;t &#8222;Fish and   Elephant&#8220; im Berlinale-Forum vertreten war, nicht mit Laiendarstellern,   sondern den in Asien popul&#228;ren SchauspielerInnen Fan Bing Bing, Tony   Leung, Tong Da Wei und Elaine Jin.<\/p>\n<p>  &#8222;Ping Guo&#8220; ist der einzige Film von 22 Beitr&#228;gen im Wettbewerb, bei dem   eine Frau hinter der Kamera stand. Und es ist unter Garantie einer der   Besten, wenn nicht der Beste.<\/p>\n<h4>  Die Berlinale der Filmemacherinnen<\/h4>\n<p>  Im Wettbewerb war die Filmemacherin Li Yu in einer reinen M&#228;nnerrunde   allein auf weiter Flur. Ganz anders war es in den Reihen Berlinale   Spezial, Panorama und Forum bestellt. Dort trumpften in betr&#228;chtlicher   Zahl, mehr als in fr&#252;heren Jahren, weibliche Regisseure auf.<\/p>\n<p>  So gab die 28-j&#228;hrige Schauspielerin Sarah Polley (&#8222;Das s&#252;&#223;e Jenseits&#8220;)   ihr Deb&#252;t als Filmemacherin mit dem wunderbaren &#8222;Away from her&#8220;, in der   Julie Christie, eine der gr&#246;&#223;ten Schauspielerinnen der letzten   Jahrzehnte (&#8222;Mr. und Mrs. McCabe&#8220;) eine an Alzheimer erkrankte Frau mimt.<\/p>\n<p>  Sarah Polley hatte auf der Berlinale zuletzt mit &#8222;Mein Leben ohne mich&#8220;   f&#252;r Aufsehen gesorgt. Dieser Film ist ebenfalls das Werk einer   Regisseurin: Isabel Coixet, die in diesem Jahr mit Wim Wnders und   anderen zusammen an &#8222;Invisibles&#8220; beteiligt war. Bemerkenswert auch die   Neuverfilmung eines Romans von D. H. Lawrence, &#8222;Lady Chatterley&#8220;, von   der Filmemacherin Pascale Ferran.<\/p>\n<p>  Als deutsche Regisseurin und Schauspielerin pr&#228;sentierte Angela   Schanelec ihren &#8222;Nachmittag&#8220;. Im Tagesspiegel-Interview vom 13. Februar   erkl&#228;rte sie ihren Anspruch an die Filmarbeit: &#8222;Ich m&#246;chte es vermeiden,   den Zuschauer zu manipulieren. Was mich an Blockbustern st&#246;rt, ist die   Tatsache, dass bestimmte Mittel eingesetzt werden, bei denen der   Zuschauer lachen oder weinen soll. Diese Mittel sind durchsichtig, und   trotzdem kann man sich ihnen oft nicht entziehen.&#8220;<\/p>\n<p>  Geehrt wurde zudem die ungarische Altmeisterin Marta Meszaros. Vor   drei&#223;ig Jahren noch war ihr Beruf fast ausschlie&#223;lich eine M&#228;nnerdom&#228;ne.   Wen gab es denn noch neben Meszaros? Au&#223;er Agnes Varda, die sich neben   Godard und anderen damals behauptete. Mit Filmen wie &#8222;Mittwochs zwischen   F&#252;nf und Sieben&#8220; oder &#8222;Vogelfrei&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/berlinale.jpg\"><br \/>\n      Auf den 57. Berliner Filmfestspielen ragten Beitr&#228;ge aus China heraus<\/i><\/p>\n<p>\n      Mit dem Goldenen B&#228;ren wurde das Werk &#8222;Tuyas Ehe&#8220; von Wang Quan&quot;an<br \/>\n      geehrt. Die Geschichte, angesiedelt in der Inneren Mongolei, einer<br \/>\n      verheirateten Frau, die sich aufgrund von Versorgungsengp&#228;ssen der<br \/>\n      Familie gezwungen sieht, erneut auf Br&#228;utigamschau zu gehen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[68],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11964"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11964\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}