{"id":11945,"date":"2007-02-07T10:00:15","date_gmt":"2007-02-07T10:00:15","guid":{"rendered":".\/?p=11945"},"modified":"2007-02-07T10:00:15","modified_gmt":"2007-02-07T10:00:15","slug":"11945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/02\/11945\/","title":{"rendered":"G8 = Gipfel der Ausbeuter"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/G8Protest.jpg\">  Wer sind die G8? Was hecken sie aus?<\/i><br \/>Anfang Juni tagt der   G8-Gipfel in Rostock, Heiligendamm. Dort kommen die acht m&#228;chtigsten   Regierungschefs der Welt zusammen.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <b>1975 entstand die Gruppe der Sechs, G6. Kurz darauf stie&#223; Kanada   dazu. Seitdem sind die Gipfel der G7 &#8211; Vorl&#228;ufer der heutigen G8 &#8211;   j&#228;hrliche Konferenzen der Regierungschefs der f&#252;hrenden kapitalistischen   Staaten USA, Frankreich, Britannien, Deutschland, Japan, Kanada und   Italien.<\/b><\/p>\n<p>  <i>von Se&#225;n McGinley, Mannheim<\/i><\/p>\n<p>  Mitte der siebziger Jahre hatten die Herrschenden der kapitalistischen   Welt mit sinkenden Profitraten, steigenden &#214;lpreisen und den Folgen der   dem&#252;tigenden Niederlage des US-Imperialismus in Vietnam zu k&#228;mpfen. <\/p>\n<p>  1971 war das Bretton Woods-System fester Wechselkurse zusammengebrochen,   und angesichts der Krise stellte sich die Frage einer gemeinsamen   Strategie im Bereich der internationalen Finanz- und Handelspolitik ganz   akut. Nat&#252;rlich stehen die Konzerne international in Konkurrenz   zueinander. Jeder kapitalistischen Regierung kommt die Funktion zu, die   Interessen der Konzerne im eigenen Land gegen andere durchzuboxen.   Gleichzeitig versuchen sie, gemeinsam Vorteile gegen&#252;ber ArbeiterInnen   und Jugendlichen sowie schw&#228;cheren L&#228;ndern rauszuschlagen.<\/p>\n<h4>  Mehr Freiheiten &#8211; f&#252;r die Gro&#223;konzerne<\/h4>\n<p>  Zun&#228;chst nannte die G7 ihre Gipfel &#8222;Weltwirtschaftsgipfel&#8220;. Damit   brachten sie ihren Anspruch zum Ausdruck. Durch den entscheidenden   Einfluss dieses Kreises auf Institutionen wie die Weltbank &#8211; wo jedes   Land entsprechend des eigenen Kapitaleinsatzes Stimmen hat und der   Pr&#228;sident von der Regierung der USA ernannt wird &#8211; wurde die   Liberalisierung des Welthandels (durch den Abbau von Z&#246;llen und   Handelsschranken) sowie die Durchsetzung einer Privatisierungswelle und   neoliberaler Politik im Rahmen ber&#252;chtigter   &#8222;Strukturanpassungsprogramme&#8220; f&#252;r die L&#228;nder der neokolonialen Welt   betrieben.<\/p>\n<p>  Auf ihrem Gipfel 1990 wurden die Weichen f&#252;r die Gr&#252;ndung der   Welthandelsorganisation (WTO) gestellt. In einer Erkl&#228;rung des Gipfels   hie&#223; es, &#8222;dass politische und wirtschaftliche Freiheiten eng mit   einander verbunden sind&#8220;. Gemeint sind die Freiheiten der   multinationalen Konzerne. Vor allem die Liberalisierung des   Dienstleistungssektors und der Wegfall weiterer Handelshemmnisse wurden   angestrebt.<\/p>\n<p>  Nach dem Zusammenbruch des Stalinismus wurde die Regierung Russlands   zu-n&#228;chst informell eingebunden, 1998 als achtes Mitglied aufgenommen.   Die wichtigsten Entscheidungen trifft allerdings nach wie vor die alte   &#8222;G7&#8220;.<\/p>\n<h4>  Leere Versprechen &#8211; f&#252;r Milliarden Menschen<\/h4>\n<p>  Auch in Heiligendamm sind viele wohlklingende Worte &#252;ber   Armutsbek&#228;mpfung, Entwicklungshilfe und Umweltschutz zu erwarten. Leere   Versprechungen dieser Art gab es bei jedem G7- beziehungsweise G8-Gipfel   und schon lange davor. 1970 beschloss die UNO (die heutigen G8 stellen   &#252;brigens vier der f&#252;nf st&#228;ndigen Mitglieder im Sicherheitsrat) das Ziel,   jedes Land sollte 0,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes f&#252;r   Entwicklungshilfe ausgeben &#8211; trotz wiederholter Versprechungen hat kein   einziger G8-Staat dieses Ziel auch nur ann&#228;hernd erreicht.<\/p>\n<p>  Seit der Aushandlung des Klimaschutzabkommens von Kyoto 1997 hat keines   der G8-Staaten den eigenen CO2-Aussto&#223; nennenswert verringert &#8211; immerhin   sind die Acht f&#252;r &#252;ber 45 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen   verantwortlich.<\/p>\n<p>  Beim letzten G8-Gipfel in Deutschland, 1999 in K&#246;ln, wurden den &#228;rmsten   L&#228;ndern der Welt Schuldenstreichungen in H&#246;he von 100 Milliarden Dollar   versprochen &#8211; als 2005 das Thema neu aufgerollt wurde, waren weniger als   die H&#228;lfte der versprochenen Schulden tats&#228;chlich erlassen worden.   Entsprechende Skepsis ist also auch bei der Be-wertung der neuen, gro&#223;   verk&#252;ndeten Schuldenstreichungspl&#228;ne angebracht.<\/p>\n<p>  Dies sollte aber nicht verwundern: Den G8-Staaten geht es nicht um   &#8222;Entwicklung&#8220;, sondern die Festigung der Herrschaft der Banken und   Konzerne &#252;ber die neokoloniale Welt. Es sind diese Banken und Konzerne,   die Bush, Blair, Merkel und Co. unterst&#252;tzen, und von der G8-Politik   profitieren.<\/p>\n<p>  Die Internationale Handelskammer, ein Lobbyverband multinationaler   Konzerne, dessen Vorstand unter anderem ehemalige Bosse von Nestle,   Vivendi, Hoechst und Ericsson angeh&#246;ren, darf bei jedem G8-Gipfel einen   Vortrag halten, in dem &#252;ber den aktuellen politischen Wunschzettel der   Konzerne referiert wird. Die von der G8 verfolgte Politik zeigt, dass   diese W&#252;nsche konsequent umgesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/G8Protest.jpg\"><br \/>\n      Wer sind die G8? Was hecken sie aus?<\/i><br \/>Anfang Juni tagt der<br \/>\n      G8-Gipfel in Rostock, Heiligendamm. 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