{"id":11940,"date":"2007-02-04T00:03:00","date_gmt":"2007-02-04T00:03:00","guid":{"rendered":".\/?p=11940"},"modified":"2007-02-04T00:03:00","modified_gmt":"2007-02-04T00:03:00","slug":"11940","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/02\/11940\/","title":{"rendered":"Kick it like Frankreich"},"content":{"rendered":"<p>  <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Studiengebuehren.jpg\">  Der Protest gegen Studiengeb&#252;hren muss weitergehen<\/i><br \/>In vielen   Bundesl&#228;ndern m&#252;ssen die Studierenden ab dem n&#228;chsten Semester   Studiengeb&#252;hren zahlen; in der Regel 500 Euro. Nach den Streiks,   Demonstrationen und Besetzungen im letzten Semester l&#228;uft nun an vielen   Unis (darunter fast alle Hochschulen in Baden-W&#252;rttemberg und Bayern,   aber auch in Oldenburg, Bochum, Siegen&#8230;) ein Geb&#252;hrenboykott-Versuch   &#252;ber ein Treuhandkonto.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Tinette Schnatterer, Stuttgart<\/i><\/p>\n<p>  Tats&#228;chlich ist entscheidend, dass der Kampf gegen Studiengeb&#252;hren   weitergef&#252;hrt wird. Einige Hochschulrektoren haben bereits verlauten   lassen, was sie mit den Geb&#252;hren zu tun gedenken. Von wegen Verbesserung   der Lehre: Die Unis in Freiburg und Ulm denken dar&#252;ber nach, sie zur   Deckung von Heizkosten zu verwenden, die Uni Passau gar zur Renovierung   einer Tiefgarage.<\/p>\n<p>  Interessanterweise hat die Bundesvertretung der &#214;sterreichischen   Hochsch&#252;lerschaft Ende Januar ebenfalls zu Protesten aufgerufen und   einen Boykott der Studiengeb&#252;hren angek&#252;ndigt. In &#214;sterreich wurden 2001   Geb&#252;hren beschlossen, was dazu f&#252;hrte, dass die Zahl der Studierenden um   20 Prozent abnahm.<\/p>\n<h4>  Geb&#252;hrenboykott?<\/h4>\n<p>  Die Bedingungen f&#252;r einen Boykott sind allerdings alles andere als   g&#252;nstig. Zum Beispiel m&#252;ssen viele Studierende mit wenig Geld einen   Kredit aufnehmen, um die Geb&#252;hren zahlen zu k&#246;nnen &#8211; einige dieser   Banken zahlen die Geb&#252;hren jedoch direkt an die Unikassen. Zudem gab es   im letzten Semester Probleme, die Aktionen zu steigern und mehr   KommilitonInnen zu mobilisieren. Darum ist nicht davon auszugehen, dass   das n&#246;tige Boykottquorum an vielen Unis erreicht wird.<\/p>\n<p>  Wichtig ist in jedem Fall, mehr KommilitonInnen in Proteste   einzubeziehen und einen m&#246;glichst guten Grundstock f&#252;r kommende   Bewegungen zu schaffen. Einige Aktionen in diese Richtung hat es bereits   gegeben. So haben in Ulm 1.200 Studierende symbolisch unsere   Studiengeb&#252;hren verheizt. Am 26. Januar demonstrierten in Karlsruhe,   trotz Schneechaos, 3.000 Studierende aus verschiedenen Bundesl&#228;ndern. <\/p>\n<h4>  Gemeinsamer Streik- und Aktionstag<\/h4>\n<p>  Auf allen Demonstrationen der letzten Monate wurden Frankreich-Fahnen   getragen, um an den erfolgreichen Kampf gegen eine weitere Demontage des   K&#252;ndigungsschutzes in Frankreich zu erinnern. Dort war es gelungen,   einen gemeinsamen Protest von Studierenden und Besch&#228;ftigten auf die   Beine zu stellen.<\/p>\n<p>  Aus diesem Grund hat sich der AK Bildung der Uni Stuttgart mit einem   offenen Brief an die Gewerkschaften und Besch&#228;ftigten gewandt und diese   zu einem gemeinsamem Protesttag am 30. Januar aufgefordert. Darin hei&#223;t   es: &#8222;Im letzten Jahr haben die Proteste gegen das CPE in Frankreich   gezeigt, wie viel Studierende und Besch&#228;ftigte gemeinsam erreichen   k&#246;nnen. Das hatte internationale Auswirkungen und ist in Griechenland   und sogar in Chile nachgeahmt worden. Soll das ausgerechnet im   benachbarten Deutschland ohne Folgen sein?&#8220; Leider antwortete der   Stuttgarter DGB-Vorsitzende Brach darauf: &#8222;Demonstrationen sind zur Zeit   nicht geplant.&#8220;<\/p>\n<p>  Der Cannstatter Aktionskreis f&#252;r soziale Gerechtigkeit, der bereits am   14. Dezember eine Protestaktion im Stadtteil mit 300 Leuten gegen die   Rente mit 67 organisiert hatte, sah das anders. In einem Flugblatt f&#252;r   die Proteste am 30. Januar griff er die Idee auf und schlug vor, dass im   Februar an einem Nachmittag in allen Betrieben die Arbeit niedergelegt   wird und eine gemeinsame Aktion in der Stuttgarter Innenstadt   stattfindet &#8211; zu der auch Studierende, Sch&#252;lerInnen, RentnerInnen, und   Erwerbslose aufgerufen werden. Ein Ansatz, der auch anderswo verfolgt   werden sollte, um bundesweit Frankreich nacheifern zu k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <i><img align=\"left\" src=\"\/media\/2007\/Studiengebuehren.jpg\"><br \/>\n      Der Protest gegen Studiengeb&#252;hren muss weitergehen<\/i><br \/>In vielen<br \/>\n      Bundesl&#228;ndern m&#252;ssen die Studierenden ab dem n&#228;chsten Semester<br \/>\n      Studiengeb&#252;hren zahlen; in der Regel 500 Euro. 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