{"id":11889,"date":"2006-12-15T12:52:20","date_gmt":"2006-12-15T11:52:20","guid":{"rendered":"http:\/\/.\/?p=11889"},"modified":"2017-07-06T13:50:39","modified_gmt":"2017-07-06T11:50:39","slug":"11889","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/12\/11889\/","title":{"rendered":"T&#246;dliche Stille bei BSH?"},"content":{"rendered":"<p>  Fragen und Antworten zur aktuellen Lage (SAV-Flugblatt) <!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p>  nachdem Euer Streik f&#252;r den Erhalt des Werks und aller Arbeitspl&#228;tze   gegen Euren Willen von der IG Metall-F&#252;hrung abgebrochen wurde, sind   f&#252;nf Wochen vergangen. Und keiner von Euch wei&#223;, was genau jetzt auf   Euch zukommt. Es gibt keine ausreichenden Informationen der IG Metall   oder des Betriebsrats. Von Nachverhandlungen zur Vermeidung   betriebsbedingter K&#252;ndigungen kann keine Rede sein. Das Verfahren vor   der Einigungsstelle l&#228;uft und muss am 15.12. zum Abschluss kommen. Es   gibt viele Fragen. Wir bieten ein paar Antworten an:<\/p>\n<p>  <b>1. Was kann man von der Einigungsstelle erwarten?<\/b><\/p>\n<p>  Die zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ausgehandelte   Rahmenvereinbarung kann von der Einigungsstelle nicht durchbrochen   werden. Im Klartext hei&#223;t das: es sind keine Verbesserungen im Vergleich   zu dieser von Euch abgelehnten Vereinbarung zu erwarten. Der dort   festgelegte Abbau von 216 Arbeitspl&#228;tzen wird durch die Einigungsstelle   nicht in Frage gestellt werden. Hier geht es nur um die Verteilung der   f&#252;r Abfindungen vorgesehenen 23,5 Millionen Euro. Nach unseren   Informationen hat sogar die vorsitzende Richterin der Einigungsstelle   darauf hingewiesen, dass ihr durch die Rahmenvereinbarung die H&#228;nde   gebunden sind. Die Gesch&#228;ftsleitung sagt, der Betriebsrat solle einen   Vorschlag f&#252;r die Umsetzung der Rahmenvereinbarung vorlegen und macht   damit deutlich, dass sie zu keinen Nachbesserungen bereit ist.<\/p>\n<p>  <b>2. Wer muss gehen?<\/b><\/p>\n<p>  Bis zum 31. Januar 2007 k&#246;nnen Kollegen sich entscheiden, freiwillig zu   gehen. Doch angesichts der Folgen ist nicht zu erwarten, dass eine   gr&#246;&#223;ere Anzahl diesen Schritt t&#228;tigen wird. Die Angst durch   Arbeitslosigkeit in die Hartz IV-Armut zu geraten ist berechtigterweise   bei den meisten zu gro&#223;. Hinzu kommt, dass die Abfindungen versteuert   und auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden m&#252;ssen. Da bleibt nicht   viel &#252;brig. Die Abfindungen selber sind zudem mit einem realen Faktor   von 1,2 bis 1,3 nicht besonders hoch.<\/p>\n<p>  Es sind also betriebsbedingte K&#252;ndigungen zu erwarten. Davon werden vor   allem Kollegen der Euro-Washer-Produktion betroffen sein. Angesichts der   hohen Zahl von K&#252;ndigungen werden auch Kollegen darunter sein, die 20   Jahre und mehr im Betrieb sind. Nach unseren Informationen existiert   eine Liste der zu k&#252;ndigenden Kollegen, die die Gesch&#228;ftsleitung dem   Betriebsrat hat zukommen lassen. Wir sind der Meinung: der Betriebsrat   hat die Pflicht, die betroffenen Kollegen schnellstm&#246;glich zu   informieren!<\/p>\n<p>  <b>3. Ist Fr&#252;hpensionierung der Ausweg?<\/b><\/p>\n<p>  Ein Kollege der Lohngruppe 3, der 40 Jahre im Betrieb ist, hat einen   Rentenanspruch von ca. 1.100 Euro netto, wenn er bis zum 65. Lebensjahr   arbeitet. Entscheidet er sich f&#252;r eine Fr&#252;hpensionierung, muss er mit 20   bis 30 Prozent weniger Rente rechnen. &#220;brig bleiben 800 bis 900 Euro. Da   ist es mehr als verst&#228;ndlich, dass dies f&#252;r viele der &#228;lteren Kollegen   kein Ausweg ist.<\/p>\n<p>  <b>4. Nachverhandlungen?<\/b><\/p>\n<p>  G&#252;ng&#246;r Demirci hat nach der Urabstimmung im Streikzelt davon gesprochen,   dass Nachverhandlungen zu drei Punkten gef&#252;hrt werden sollen: 1.   Ausschluss betriebsbedingter K&#252;ndigungen, 2. Verbesserungen bei den   Abfindungen, 3. Verbesserungen bei den Renten-Regelungen. Die IG Metall   hat dies nicht aufgegriffen. Aber hat es von Seiten des Betriebsrats   Versuche in diese Richtung gegeben? Nicht vergessen: der Betriebsrat hat   sehr wohl M&#246;glichkeiten zu handeln. Er muss auch jeder betriebsbedingten   K&#252;ndigung zustimmen.<\/p>\n<p>  <b>5. Was tun?<\/b><\/p>\n<p>  Der Streikabbruch gegen Euren Willen war m&#246;glich, weil die Belegschaft   nicht organisiert genug war, um sich gegen den IG Metall-Apparat   durchzusetzen. Eure Losung danach war: &quot;Der Streik ist zu Ende. Der   Kampf geht weiter!&quot; Das gilt weiterhin, denn die Auseinandersetzung ist   noch nicht beendet. Der Siemens-Konzern ger&#228;t immer mehr unter   &#246;ffentlichen Druck. Auch bei BenQ musste Siemens mehr Zugest&#228;ndnisse   machen, als sie anfangs vor hatten. Es ist Zeit bis Anfang Februar sich   auf den Kampf gegen betriebsbedingte K&#252;ndigungen vorzubereiten. Doch   dazu m&#252;ssen die aktiven und k&#228;mpferischen Kollegen im Betrieb zusammen   kommen und sich organisieren, um praktische Schritte f&#252;r Aktionen   ergreifen zu k&#246;nnen, wenn die Gesch&#228;ftsleitung die ersten Kollegen   rausschmei&#223;en will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      Fragen und Antworten zur aktuellen Lage (SAV-Flugblatt)<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,17],"tags":[929],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11889"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11889"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11889\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34950,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11889\/revisions\/34950"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11889"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11889"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11889"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}