{"id":11885,"date":"2006-12-14T15:03:08","date_gmt":"2006-12-14T15:03:08","guid":{"rendered":".\/?p=11885"},"modified":"2006-12-14T15:03:08","modified_gmt":"2006-12-14T15:03:08","slug":"11885","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/12\/11885\/","title":{"rendered":"Stoppt den Verkauf der Gewerkschaftsh&#228;user!"},"content":{"rendered":"<p>  <img align=\"left\" src=\"\/media\/2006\/gewhaustranspi.jpg\">  Eine Gewerkschaftsf&#252;hrung, die ihre eigene Organisation und ihre   Geschichte dem Kapital ausliefert, muss weg!<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Es reicht der DGB-F&#252;hrung um Michael Sommer nicht, dass die   Gewerkschaften die Aush&#246;hlung der Fl&#228;chentarifvertr&#228;ge in der   Metallindustrie und im &#214;ffentlichen Dienst zugelassen haben. Es reicht   ihnen nicht, dass sie den Streik der MetallerInnen in Ostdeutschland   gegen die Wand gefahren und die KollegInnen dem Kapital ans Messer   geliefert haben. Es reicht ihnen nicht: Sie verscheuern auch noch ihre   eigene Organisation! Noch in dieser Woche will der DGB seine   ostdeutschen Gewerkschaftsh&#228;user an einen Heuschrecken-Fonds verticken! <\/p>\n<p>  Die Gewerkschaften sind in Finanznot, denn die Mitglieder laufen ihnen   weg. Klar. Viele denken sich &#8222;Verzichten kann ich auch alleine, daf&#252;r   brauch ich keine Gewerkschaft!&#8220; Aber Sommer und Co. kommen nicht auf die   Idee, nun zu k&#228;mpfen und den KollegInnen zu zeigen, dass die   Gewerkschaft mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen erk&#228;mpfen kann,   dass die Gewerkschaft Betriebsschlie&#223;ungen verhindern kann, indem sie   die Belegschaft mobilisiert. Nein, sie beschlie&#223;en, dass sie 340   Millionen Euro reinholen wollen, indem sie die gewerkschaftseigene   Immobiliengesellschaft GGI verkaufen!<\/p>\n<p>  Damit fallen die Gewerkschaftsh&#228;user in Leipzig, Dresden, Chemnitz,   Zwickau, Jena, Suhl, Bautzen, Magdeburg, Rostock, Cottbus und Hannover   an Aktienfonds. Im zynischen Betriebswirtschafts-Jargon des   DGB-Vorstands hei&#223;t das dann: &#8222;<i>Der jetzige Verkauf ist   wirtschaftlich notwendig und Folge eines Abwicklungskonzeptes des   Beteiligungsbereiches zur Bereinigung wirtschaftlicher Risiken&#8220;<\/i>   . (DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki, Leipziger Volkszeitung,   13.12.2006)<\/p>\n<p>  In Leipzig haben auf einer Bezirksversammlung des DGB 60 Delegierte den   Verkauf einstimmig abgelehnt. Es wurden Parolen laut gegen den Vorstand   wie &#8222;Champagner saufen, Eigentum verkaufen!&#8220; Doch die DGB-Chefs   interessiert das nicht. Eine weitere Kundgebung ist geplant f&#252;r   Dienstag, den 19.12., 18 Uhr, vor dem Volkshaus.<\/p>\n<p>  Gewerkschaften m&#252;ssen unabh&#228;ngig vom Kapital sein, um wirklich k&#228;mpfen   zu k&#246;nnen. Sie brauchen eigene R&#228;ume f&#252;r Versammlungen und f&#252;r   Verwaltung. Sie brauchen Druckereien, hauptamtliche K&#228;mpferInnen,   Streikzelte, Papier f&#252;r Flugbl&#228;tter und vieles mehr. Daf&#252;r bezahlen wir   einen hohen Mitgliedsbeitrag bei den Gewerkschaften, der f&#252;r viele   KollegInnen bei sinkenden L&#246;hnen schon schwer zu berappen ist! Schon mit   dem Verkauf der gewerkschaftseigenen Druckerei vor einigen Jahren hat   die DGB-Spitze eines klar gemacht: dass sie sich &#252;berhaupt nicht mehr   vorstellen kann, dass sie in harten Klassenk&#228;mpfen mal darauf angewiesen   sein k&#246;nnte, unabh&#228;ngig von privaten Druckereien schnell und massenhaft   Flugbl&#228;tter zu drucken. Jetzt soll es sogar m&#246;glich werden, dass private   Vermieter die Gewerkschaftsverwaltung aus ihren R&#228;umen herausmobben!<\/p>\n<p>  Auf dem kapitalistischen Markt stehen nun viele traditionsreiche H&#228;user   zum Verkauf. Das Volkshaus in Leipzig ist eines der gr&#246;&#223;ten   Gewerkschaftsh&#228;user Europas. Es wurde 1905 von den Spenden vieler   ArbeiterInnen als &#8222;St&#228;tte der Aufkl&#228;rung, Ermunterung, Geselligkeit und   Erholung&#8220; f&#252;r die organisierte Arbeiterbewegung errichtet. 1920 wurde es   bei den K&#228;mpfen gegen den reaktion&#228;ren Kapp-Putsch von Freikorps   zerst&#246;rt und danach wieder von den ArbeiterInnen aufgebaut. 1933   verw&#252;stete die SA das Volkshaus. 1945 wurde es nochmal zerst&#246;rt, diesmal   von einem Bombenangriff. Das imposante Leipziger Volkshaus tr&#228;gt in sich   den Schwei&#223;, das Blut und viel viel Kraft von einfachen ArbeiterInnen.   Wenn der geschichtsvergessene Bundesvorstand des DGB diese Tradition an   den Raubtierkapitalismus verscheuert, dann sch&#228;ndet er das Andenken   vieler Tausender Arbeiterinnen und Arbeiter, die noch wussten wozu eine   Gewerkschaft da ist: n&#228;mlich zum Kampf gegen die Lohnsklaverei und f&#252;r   ein besseres Leben. Diese Gewerkschaftsf&#252;hrung muss endlich weg!<\/p>\n<p>  <i>von Christoph, SAV Leipzig<\/i><\/p>\n<p>  Wer mehr &#252;ber die Geschichte des Leipziger Volkshauses erfahren m&#246;chte,   klickt auf diesen <a href=\"http:\/\/www.linxxnet.de\/aktuell\/17-11-06_ausverkauf-volkshaus.htm\"> Link<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      <img align=\"left\" src=\"\/media\/2006\/gewhaustranspi.jpg\"><br \/>\n      Eine Gewerkschaftsf&#252;hrung, die ihre eigene Organisation und ihre<br \/>\n      Geschichte dem Kapital ausliefert, muss weg!<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11885"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11885"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11885\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11885"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11885"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11885"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}