{"id":11871,"date":"2006-12-02T00:10:00","date_gmt":"2006-12-02T00:10:00","guid":{"rendered":".\/?p=11871"},"modified":"2006-12-02T00:10:00","modified_gmt":"2006-12-02T00:10:00","slug":"11871","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2006\/12\/11871\/","title":{"rendered":"VW Br&#252;ssel soll plattgemacht werden"},"content":{"rendered":"<p>  11.000 Arbeitspl&#228;tze sind akut betroffen<br \/>Am Dienstag, den 21.   November gab die VW-Konzernspitze bekannt, dass 4.000 von 5.400   Besch&#228;ftigte bei VW-Vorst in Br&#252;ssel entlassen werden sollen. Volkswagen   will die Produktion des Golfs in Belgien beenden. Damit ist die   Schlie&#223;ung des ganzen Werkes in Br&#252;ssel nur eine Frage der Zeit.   Unmittelbar sind &#8211; die Zuliefererfirmen ber&#252;cksichtigt &#8211; 11.000 Jobs in   Gefahr.<!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>von Tina De Greef, K&#246;ln<\/i><\/p>\n<p>  Alle traditionellen Parteien in Belgien geben sich ersch&#252;ttert: Trotz   Unternehmenssteuersenkungen und Investitionshilfen in H&#246;he von 35   Millionen Euro will Volkswagen in Belgien jetzt die Zelte abrei&#223;en.   Funktioniert ihr Kapitalismus doch nicht so, wie sie gern predigen?<\/p>\n<p>  Lediglich die rechtsextreme Partei Vlaams Belang f&#228;llt aus der Rolle,   vergie&#223;t keine Krokodilstr&#228;nen, sondern erkl&#228;rt, dass die Besch&#228;ftigten   auf Grund zu hoher Geh&#228;lter selber schuld seien.<\/p>\n<h5>  Sanierung der Profite<\/h5>\n<p>  Vor zehn Jahren machte Renault das Werk im belgischen Vilvoorde dicht,   obwohl es als sehr produktiv galt. Produktiv ist auch das VW-Werk im   Br&#252;sseler Stadtteil Vorst. Trotzdem steht auch hier die Schlie&#223;ung an.   Da auch die Autofabriken von Opel in Antwerpen, Volvo in Gent und das,   was von Ford in Genk noch besteht, in den n&#228;chsten Jahren dichtmachen   k&#246;nnten, ist es denkbar, dass es in Belgien bald keine Autoproduktion   mehr gibt.<\/p>\n<p>  Warum? Weil in der Autobranche enorme &#220;berkapazit&#228;ten existieren. <\/p>\n<p>  Die Herren in den VW-Chefetagen planen, 20 Prozent der   Produktionskapazit&#228;ten in Westeuropa zu streichen. Dieses Krisenprogramm   ist ein Programm zur gewaltigen Steigerung der Profite. Ziel ist bis   2008 ein Gewinn von 6,5 Milliarden Euro; im Jahr 2004 erzielte VW noch   einen Gewinn von 1,1 Milliarden.<\/p>\n<h5>  Streik und Solidarit&#228;t<\/h5>\n<p>  Gemeinsamer Widerstand ist das Gebot der Stunde. Die ArbeiterInnen in   Br&#252;ssel streiken schon seit dem 17. November. Vor&#252;bergehend gingen sie   auch zur einer teilweisen Besetzung des Werkes &#252;ber, um den Abtransport   von Produktionsteilen zu vereiteln. Au&#223;erdem wurde stundenlang die   wichtigste Stra&#223;e im Stadtteil Vorst blockiert. Am 2. Dezember gibt es   eine internationale Solidarit&#228;tsdemonstration in Br&#252;ssel. Besch&#228;ftigte   mehrerer Zulieferfirmen, da-runter Meritor, Johnsson Control und Alcoa,   marschierten bereits zu den Streikposten, um ihre Solidarit&#228;t zu   bekunden.<\/p>\n<p>  Die Kampfbereitschaft ist vorhanden. Statt faule Kompromisse   auszuhandeln, (oder sich gar wie der Ex-Betriebsratsvorsitzende Klaus   Volkert &#252;ber sein Gehalt von 60.000 Euro im Monat weiter zu bereichern),   muss die Gewerkschafts- und Betriebsratsf&#252;hrung in Belgien, Deutschland   und europaweit endlich die Kr&#228;fte b&#252;ndeln und Widerstand organisieren.   N&#246;tig sind gemeinsame Proteste, Arbeitsniederlegungen und eine aktive   internationale Solidarit&#228;tskampagne. Da auf die heutige   Gewerkschaftsspitze kein Verlass ist, m&#252;ssen Vertrauensleute und   betriebliche AktivistInnen zusammenkommen und eine Kampfstrategie sowie   Alternativen zu den Kahlschlagspl&#228;nen ausarbeiten. Unmittelbar sollten   die Streikenden im Vorst-Werk eine Streikleitung w&#228;hlen und regelm&#228;&#223;ige   Streikversammlungen organisieren.<\/p>\n<p>  Das Komitee f&#252;r eine andere Politik, das k&#252;rzlich von   GewerkschaftsaktivistInnen, SozialistInnen und anderen Linken ins Leben   gerufen wurde, organisiert bereits tatkr&#228;ftig Solidarit&#228;tsarbeit. Die   SAV-Schwesterorganisation LSP\/MAS war an der Gr&#252;ndung dieses Komitees   ma&#223;geblich beteiligt und bringt sich mit aller Kraft in die   Solidarit&#228;tskampagne f&#252;r die streikenden VW-KollegInnen ein.<\/p>\n<\/p>\n<h2>  Lohnverzicht rettet keine Arbeitspl&#228;tze<\/h2>\n<p>  Ende September lie&#223; sich die IG-Metall-F&#252;hrung bei Volkswagen auf   Arbeitszeitverl&#228;ngerung f&#252;r die 100.000 VW-Besch&#228;ftigten ein, ohne dass   ihre L&#246;hne steigen.<\/p>\n<p>  Nachdem Arbeitszeiten und L&#246;hne bei VW in Westdeutschland Anfang der   neunziger Jahre gesenkt wurden, sollen die KollegInnen von nun an statt   28,8 Stunden 33 Stunden pro Woche arbeiten.<\/p>\n<p>  Diese Vereinbarung war die Steilvorlage f&#252;r das Aus von Tausenden   VW-KollegInnen in Belgien. Damit werden aber auch die Arbeitspl&#228;tze in   Deutschland nicht gesichert.<\/p>\n<p>  Abgesehen davon, dass auch hier die Streichung von Tausenden Stellen   schon beschlossene Sache ist, wird die Spirale nach unten weitergehen.<\/p>\n<p>  Entweder die Gewerkschaftsf&#252;hrung organisiert grenz&#252;berschreitend   Gegenwehr oder sie l&#228;sst sich auf Lohnsenkungen, Arbeitsplatzabbau und   Werkschlie&#223;ungen ein &#8211; um f&#252;r die VW-Bosse im internationalen   Konkurrenzkampf die Kastanien aus dem Feuer zu holen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>      11.000 Arbeitspl&#228;tze sind akut betroffen<br \/>Am Dienstag, den 21.<br \/>\n      November gab die VW-Konzernspitze bekannt, dass 4.000 von 5.400<br \/>\n      Besch&#228;ftigte bei VW-Vorst in Br&#252;ssel entlassen werden sollen. Volkswagen<br \/>\n      will die Produktion des Golfs in Belgien beenden. 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